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Entweder Privatsphäre oder globale Standorterfassung

Sensoren vermessen den Körper

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Wohin mit den Daten?

Bewegt man sich innerhalb der BodyTel-Welt, hat man mit Datenspeicherung und –austausch keine Probleme. Denn es gibt keine einheitlichen Datenbankformate und noch nicht einmal einheitliche Bezugsgrößen, etwa wenn Fitness einfach auf einer 10er-Skala bewertet wird. Problematisch kann es sein, wenn die Daten nur auf der Homepage des Herstellers abgelegt sind: Für jedes Geräte eine andere Datenbank, eine wünschenswerte Zusammenführung der Ergebnisse ist so nicht möglich. In jedem Fall sollte der Hersteller aber den Export oder Download der Daten ermöglichen. Noch besser wäre es allerdings, wenn die Hersteller den gegenseitigen Datenaustausch berücksichtigen würden. Das Ziel ist, dass man sein eigenes Gesundheitsprofil selbst erstellen und verwalten kann und dort die Daten einfließen lassen kann, die man für wichtig hält.

Viel unterwegs?

Bei den Aktivitätsmessern kommen vor allem die Sportler auf ihre Kosten – und die Sportartikelhersteller. Nike und Konsorten konkurrieren mit Lieferanten von medizinischen Geräten, wenn es um die Aufzeichnung der Körperertüchtigung geht. Die Geräte arbeiten meist als Mikro-Elektro-Mechanische-Systeme (MEMS) und nutzen 3-Achsen-Beschleunigungssensoren, wie sie auch im Wiimote von Nintendo oder Playstation-Move-Console von Sony eingebaut sind. Solche Sensoren sind im Fachhandel schon ab sechs Euro zu haben. Oft ergänzen Höhenmesser – wie viele Treppen sind sie hoch gestiegen? – oder Thermometer die Hardware.

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Das „Nike+ Fuelband" des Sportartikelherstellers Nike kommt als schickes LED-bestücktes Armband, das jede Körperbewegung misst und in Leuchtpunkte umrechnet. Ein Blick auf das Handgelenk und man hat Kenntnis über die verbrauchten Kalorien oder die absolvierten Schritte.

Andere Schrittzähler wie „Fitbit Ultra“ lassen sich an den Gürtel klemmen oder wie der „Smart Pedometer“ in die Hosentasche stecken. Beide messen anhand der absolvierten Schritte, die verbrauchten Kalorien und die Gesamtlänge und können dank Höhenmesser auch die erklommenen Stockwerke anzeigen. Der Fitbit-Stick lässt sich auch als Schlafwächter einsetzen und gibt dann an, wie lange man geschlafen hat und wie oft man aufgewacht ist.

Wie stark bin ich?

Aus den USA kommt „Somaxis“, der drahtlose Sensor, der die elektrische Muskelkraft misst. Er wird wie ein Pflaster auf den Muskel aufgebracht. Derzeit sind zwei Versionen am Markt: „MyoBeat“ misst die Herzfrequenz, „MyoFit“ die Energie, die noch im Muskel steckt beziehungsweise von ihm abgegeben wird. Alexander Grey, der Erfinder der kleinen Muskelsensoren, erstellt damit sein optimales Trainingsprogramm, weil er so herausfand, bei welchem Lauftempo er die wenigste Energie verbraucht oder wo seine optimale Pulsfrequenz liegt.

Wer seine eigene Wellness verbessern will, der greife zur „emWave“-Technik . Das Gerät misst den Puls und zeigt ihn als Lichtstrom an. Ziel ist es, die Herzfrequenz hauptsächlich über Atmung so zu manipulieren, dass Stress abgebaut wird. Was hier schon ein wenig nach Esoterik klingt, wird bei „MoodPanda“ zum social event. Mit MoodPanda lässt sich ein „Gemüts-Tagebuch“ erstellen, einfach indem man anklickt, wie es einem gerade geht. Daraus lassen sich schöne Grafiken bauen und Gemütskalender erstellen. So richtig lustig wird das Ganze aber erst, wenn man die eigene Verfassung mit anderen Pandas teilt. Dann erfährt man beispielsweise, wie der Gemütszustand in der eigenen Stadt oder gar der ganzen Welt ist – der Wert liegt gerade bei 5,3 wobei Männer ein wenig glücklicher sind als Frauen.

Zusammenfassung

Viele der Quantified-Self-Anwendungen speichern die Daten auf dem Server des Herstellers. Damit ist ein Zugriff aus dem Internet möglich und erlaubt den Datenaustausch mit Gleichgesinnten, was oft die Motivation erhöht. Zu achten ist aber auf die Privatsphäre und auch, ob die eigenen Daten exportiert oder auch gelöscht werden können.

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