Bald DSGVO-konform SeaTable kehrt AWS den Rücken

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Collaborations-Experte SeaTable hat sich von den Amazon Web Services (AWS) verabschiedet und speichert seit Ende Mai alle Kundendaten in deutschen Rechenzentren des Schweizer Anbieters Exoscale.

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SeaTable will die eigene IT frei von US-amerikanischen Dienstleistern bekommen und den europäischen Datenschutzanforderungen im Sinne der EU-DSGVO entsprechen.
SeaTable will die eigene IT frei von US-amerikanischen Dienstleistern bekommen und den europäischen Datenschutzanforderungen im Sinne der EU-DSGVO entsprechen.
(Bild: gemeinfrei© pixel2013 / Pixabay )

Dies sei ein erster Schritt, um die eigene IT frei von US-amerikanischen Dienstleistern zu bekommen und der europäischen Datenschutzanforderungen im Sinne der EU-DSGVO zu entsprechen. Die US-amerikanische Herkunft Amazons und entsprechende Gesetze sowie Gerichtsentscheidungen ermöglichen bekanntlich US-Behörden grundsätzlich den Zugriff auch auf Server außerhalb der USA. Das wolle man bei SeaTable den Kunden nicht länger antun.

Es seien zudem Schritte geplant, um intern genutzte Dienste abzulösen. So laufen laut Unternehmensangaben Vorbereitungen, den E-Mail-Marketingdienst ActiveCampaign durch die aus Frankreich stammende Alternative Sendinblue zu ersetzen. Auch das ursprünglich aus Indien stammende und nun in den USA beheimatete Ticketsystem Freshdesk soll in Kürze abgelöst werden.

„Für unsere Kunden ändert sich durch diesen Anbieterwechsel erst mal nichts. Die Funktionen und die URL bleiben selbstverständlich gleich. Trotzdem ist es ein großer Schritt, dem führenden amerikanischen Infrastrukturanbieter den Rücken zu kehren und zu einem Schweizer Unternehmen zu wechseln. Unseren Kunden gibt es aber die Gewissheit, dass ihre Daten ab sofort besser geschützt sind und europäischen Datenschutzanforderungen unterliegen“, so Christoph Dyllick-Brenzinger, Geschäftsführer und Gründer der SeaTable GmbH.

Die Rechenzentren von Exoscale erfüllten alle relevanten ISO-Zertifizierungen und seien bereits heute für das Hosting von Schweizer Banksystemen zertifiziert. Weiterhin ist Exoscale über A1 digital Mitglied der Gaia-X Initiative und der Linux Foundation. Gerade die Initiative Gaia-X zeigt laut Dyllick-Brenzinger, dass in Europa ein großes Interesse darin besteht, sich von US-amerikanischen Anbietern unabhängig zu machen.

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