Strategische Projekte – SAP Fiori im Aufwind

SAP Fiori und Fiori-like Apps nutzbringend einsetzen

| Autor / Redakteur: Denny Schreber * / Florian Karlstetter

Geeignete Szenarien, passende Technologien

Es empfiehlt sich, zunächst einzelne Prozessschritte mit der Umstellung auf die neue Fiori-Technologie zu optimieren. Typische Anwendungsszenarien, die sich auch für die mobile Nutzung eignen, sind z.B. Genehmigungsschritte, die schnelle Verfügbarkeit von wichtigen Informationen für Entscheider sowie das Einleiten von Reaktionen auf Ausnahmefälle. Hierbei wird dem Rollen-Konzept Rechnung getragen, d.h. der Manager benötigt zum Genehmigen andere Informationen als der Sachbearbeiter, der im Störfall Problemanalyse betreiben muss.

Häufig findet man in Unternehmen bereits vereinfachte Transaktionen für unternehmensspezifische Prozesse vor, die durch eine geeignete Informationsauswahl schnelle Entscheidungen ermöglichen. In diesem Fall kommen die sogenannten Fiori-like Apps zum Einsatz. Diese App-Lösungen basieren auf der Fiori-Technologie und ermöglichen einen universellen Zugriff. Aus technischer Sicht sind das vor allem Anwendungsszenarien, die sich durch eine hohe Anzahl von Lesevorgängen und einer geringen Anzahl von Änderungen kennzeichnen. Komplexe, eingabeintensive Arbeitsvorgänge sollten dagegen eher mit Web Dynpro-basierten Nutzerschnittstellen umgesetzt werden.

Zur Identifizierung von Anwendungsszenarien, die dem Fiori-Design-Gedanken entsprechen, dienen typischerweise einzelne manuelle Prozessschritte. Hierzu zählen Aktivitäten wie Adjust, Approve, Check, Create, Process, Release, Track usw., die sich im Namen der Fiori App wiederspiegeln.

Anwendungsszenarios von SAP Fiori

Die Tabelle in der Bildergalerie zeigt am Beispiel der Materialwirtschaft, für welche Szenarien und Rollen der Einsatz von SAP Fiori sinnvoll ist.

Fiori Apps sind Stateless Apps, d.h. das SAP-System kennt nur den Zustand vom letzten Aufruf. In Kombination mit transaktionalen Systemen führt dies zu neuen Herausforderungen bei der Erweiterung von Standard-Apps bzw. der Entwicklung von neuen Apps. Das Verständnis der notwendigen Herangehensweise erfordert in Unternehmen oft einen Lernprozess.

Es gilt, die Anwendungsfälle zu identifizieren, die sich nicht für eine Darstellung auf kleineren Endgeräten eignen. Zudem führt eine optische Veränderung nicht immer zu einer Reduktion der Komplexität. Hier bietet z.B. Web Dynpro geeignetere Lösungsmöglichkeiten.

Agiles Realisierungsvorgehen: „UI-First“

Weiterhin hat sich im Projektvorgehen der sogenannte UI-First Entwicklungsansatz bewährt. D.h. die Endnutzer werden frühzeitig in das Projekt eingebunden und können z.B. anhand von Mock-Ups oder Klick-Prototypen das Design der App mitgestalten. Den Usern wird keine Lösung von außen vorgesetzt, sondern sie sind Teil des Gestaltungsprozesses. Die frühe Einbindung ermöglicht eine hohe Identifikation der Nutzer mit der Lösung, was wiederum zu einer deutlich höheren Akzeptanz führt. Demgegenüber steht der API-First (Schnittstellendefinition treibt die App-Entwicklung) bzw. Backend-First-Ansatz, bei dem klassisch per „Bottom-up“ die Datenbank- und Businesslogik entwickelt wird, bevor die Nutzer eingebunden werden.

User-Interface-Strategie erarbeiten

SAP Fiori stellt einen weiteren Zugang zu SAP-Lösungen dar, der die wichtigsten Kritikpunkte an den bisherigen Zugangsmöglichkeiten aufgreift. Insbesondere der Geräte-übergreifende Zugang und das neue, moderne Design kommen an. Laut der SAP UI-Strategie werden Fiori-Lösungen zukünftig in allen Anwendungsbereichen Einzug finden: Unternehmen ist anzuraten, SAP Fiori frühzeitig in ihre User Interface-Strategie einzubinden. Nicht alle Anwendungsfälle eignen sich gleichermaßen für den Einsatz von Fiori. Bereits die Auswahl geeigneter Prozesse ist nicht immer einfach - eine Reihe spezifischer Rahmenbedingungen müssen erfüllt sein. Idealerweise hat man schon erste Erfahrungen mit einzelnen transaktionalen Fiori-Apps gesammelt, bevor man neue Fiori-basierte SAP-Produkte einführt.

Denny Schreber ist Senior Solution Architect bei der cbs Corporate Business Solutions Unternehmensberatung GmbH.
Denny Schreber ist Senior Solution Architect bei der cbs Corporate Business Solutions Unternehmensberatung GmbH. (Bild: cbs)

Die cbs Corporate Business Solutions unterstützt bereits im Vorfeld einer Implementierung die gezielte methodische Auswahl und unternehmensspezifische Projektierung von innovativen SAP UI-Konzepten und -Lösungen. Mit einer eigenen Vorgehensweise und auf Basis von Best Practices werden im Rahmen von kurzen Workshop-Sequenzen sinnvolle Einsatzmöglichkeiten ermittelt, in ihrem Nutzen bewertet und in einem Realisierungsplan aufwands- und kostenseitig für den Kunden dargestellt.

Auf dem Kundentag „SAP Enterprise & UI Integration Summit“ am 17. März 2015 bei der Heraeus Holding in Hanau zeigen und diskutieren cbs und SAP-Bestandskunden anhand konkreter Lösungen und Anwendungsszenarien, wie auf Basis der neuen User Interface Technologien SAP UI5 und SAP Fiori intuitiv bedienbare Oberflächen bereitgestellt werden können.

* Denny Schreber ist Senior Solution Architect bei der cbs Corporate Business Solutions Unternehmensberatung GmbH.

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