Immense Investitionen in Cloud-Software

SAP fest auf Cloud-Kurs

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Ausblick

Wichtige Wachstumsfelder sieht Bernd Leukert in Healthcare, Internet of Things bzw. Industrie 4.0 sowie "Customer Engagement & Commerce". In diesem Bereich haben die Walldorfer den Hersteller Hybris zugekauft, dessen gleichnamige E-Commece-Suite den Onlindehandel auf allen verfügbaren Vertriebs- und Kommunikationskanälen unterstützen soll.

Luka Mucic, Chief Financial Officer, SAP.
Luka Mucic, Chief Financial Officer, SAP.
(Bild: SAP)
Wo es noch Handlungsbedarf gibt, ist die Integration der verschiedenen Support- und Serviceorganisationen von SAP, SuccessFactors, Ariba und Hybris. So soll nach Angaben von Finanzvorstand Luka Mucic bis Januar 2015 der Support global komplett integriert sein. "SAP hat nicht gesagt, wie seine verschiedenen Cloud-Anwendungen zusammenspielen sollen", gibt Gartner-Analyst Christian Hestermann zu bedenken. "Denn hinter Ariba, SuccessFactors und Hybris stecken ja jeweils eigene Plattformen." Bislang sei in der SAP BusinessSuite alles miteinander integriert, von den Daten bis zu den Prozessen. "Doch diese Suite löst sich nun unter dem Einfluss der Cloud auf." Daran müssten sich die Kunden gewöhnen.

Integration

Eine weitere Sorge Hestermanns gilt der Integration. "Gibt es etwa ein konsistentes Datenmodell für Ariba und die Business Suite?" Das stelle die Frage nach der Integration zwischen diesen Systemen und wer diese Integration erstellt bzw. pflegt. "Womöglich kehrt der alte Best-of-breed-Ansatz zurück." Hier fehlt Hestermann die Roadmap und die Selbstverpflichtung zu Integration und Integrität von Daten, Datenmodellen und Prozessen.

Steigende Kosten für Kunden

Interessant findet der Gartner-Analyst auch, dass den SAP-Kunden die Migration in die Cloud auf lange Sicht teurer zu stehen kommt als das bisherige Lizenzmodell. Das hat der CFO Luka Mucic in einem Diagramm veranschaulicht. Für SAP rechnet sich der Cloud-Betrieb einer Kundenanwendung erst nach vier Jahren, dann aber besser als das Lizenzmodell.

Außerdem, so Mucic laut Hestermann, bestehe im Abo-Modell des Cloud-Betriebs weniger Druck, durch Preisnachlässe für Kunden die Vertriebsbilanz zum Quartalsende zu verschönern: Es gibt sie nicht mehr, sondern nur noch Monatsgebühren. Hestermanns Kritik: "Damit haben Kunden einen Hebel für ihre Verhandlungen weniger."

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