Immense Investitionen in Cloud-Software

SAP fest auf Cloud-Kurs

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Hartmut Thomsen, Geschäftsführer von SAP Deutschland.
Hartmut Thomsen, Geschäftsführer von SAP Deutschland.
(Bild: SAP)
Die Zuwachsraten sind, wie im Cloud-Geschäft üblich, relativ hoch. "Unsere Kunden haben erkannt, dass auch in der Cloud eine Integration notwendig ist", erklärt Hartmut Thomsen, der Geschäftsführer von SAP Deutschland. "Genau dafür steht SAP. Denn die meisten Unternehmen steigen nicht auf einen Schlag auf Cloud-Lösungen um, sondern wollen vorhandene IT-Investitionen schützen und bevorzugen daher den hybriden Ansatz aus On-Premise- und Cloud-Lösungen." Viele Kunden sähen daher in der Cloud die Chance, ihre Anwendungen zu ergänzen, und zwar schneller, als sie es aus der Vergangenheit gewohnt gewesen seien. "Eine schlüssige Integration ist hier das A und O."

SAP verfüge über vier Anwendungsfelder: Lieferanten, Mitarbeiter, Kunden und das Finanzwesen. "In diesen Bereichen bieten wir unseren Kunden spezifische Applikationen aus der Public Cloud an", so Thomsen weiter. "Wir haben zudem die SAP HANA Enterprise Cloud an den Start gebracht, die es Unternehmen ermöglicht, ihre gesamte Suite oder auch Teile wie ein CRM-System in einer Managed Private Cloud zu betreiben." Für die Sicherheit dieser Anwendungen spreche, "dass wir Cloud-Lösungen über unser eigenes Rechenzentrum in St. Leon-Rot anbieten, die Daten somit hier in Deutschland liegen", so Thomsen.

Wie der Betrieb von Hybrid-Lösungen im einzelnen lizenztechnisch aussehen soll, sprach Bernd Leukert nicht an, aber der kommende DSAG-Jahreskongress der Deutschsprachigen SAP-Anwendergruppe dürfte dazu ein paar Wörtchen zu sagen haben.

Welche Wolke denn?

Die wunderbare Welt der Wolken ist bekanntlich vielgestaltig: Public, Private, Managed und Hybrid - wer findet sich da noch zurecht? Natürlich SAP. Ingrid-Helen Arnold, CIO und Mitglied des Globalen SAP-Vorstandes, erläuterte, dass der Begriff "Private Cloud" von SAP als SAP-Managed Cloud as a Service verstanden wird: die HANA Enterprise Cloud. Für das AWS-basierte Angebot "HANA One" besteht momentan eine Einstiegsschwelle von mindestens 128 GB RAM als Minimalausstattung für nichtproduktive Systeme. Diese Hürde will Leukert gesenkt sehen.

Aus der SAP Public Cloud kommen hingegen die HANA Cloud Platform (PaaS) und SaaS-Applikationen für Fachabteilungen, Collaboration oder Mobile. Alle diese Cloud-Angebote laufen auf HANA. Nur wer seine SAP-Landschaft on-premise betreibt, kann hingegen jede beliebige Datenbank nutzen.

Die öffentlich geäußerte Vermutung, SAP Business ByDesign sei stillschweigend eingestellt worden, nachdem SAP über eine Milliarde Euro in diese ERP-Suite für den SaaS-Betrieb gesteckt hatt, sei nicht zutreffend, sagt Thomsen. "Wir stellen SAP Business ByDesign auf SAP HANA um. Zudem binden wir unsere Partner stärker ein, um vertikale Anpassungen vorzunehmen und so eine noch stärkere Branchenausprägung zu erreichen." SAP will die Lösung schrittweise weiter entwickeln und neue Zusatzfunktionen anbieten.

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