Lightning Design System

Salesforce macht SAP Fiori Konkurrenz

| Autor / Redakteur: Michael Matzer / Florian Karlstetter

Der Startbildschirm des kostenlosen Lightning Design System lädt zum Experimentieren ein.
Der Startbildschirm des kostenlosen Lightning Design System lädt zum Experimentieren ein. (Bild: Salesforce.com)

Salesforce hat mit der Toolsuite Lightning Design System eine Entwicklungsumgebung vorgestellt, mit der Unternehmenskunden der CRM-Plattform Salesforce1 neue Apps erstellen können. Zugleich wurde eine überarbeitete Version der Sales Cloud mit der neuen UI Lightning Experience vorgestellt. Mit Salesforce Financial Services präsentiert der CRM-Spezialist seine erste Branchenlösung überhaupt.

Lightning Experience for Sales Cloud ist eine neue Bedienumgebung, die sich durch Responsive Design (HTML5, CSS3) jedem Endgerät anpasst. Das ist besonders für mobile Nutzer von Bedeutung. Im Juli angekündigt, ist das Konkurrenzprodukt zu SAP Fiori endlich als Preview verfügbar, die Endversion soll aber erst im Oktober - auch auf Deutsch - fertig sein und für Sales Cloud Group Edition oder höher bereitstehen.

Begleitet wird die neue GUI vom Lightning Design System, einer Art Blaupause und Handbuch für Salesforce-Entwickler, die App-Komponenten auf jedem Gerät und jeder Plattform bereitstellen wollen. Die Entwicklungsumgebung dafür stellen die im Juli 2015 verfügbar gewordenen Lightning-Bausteine AppBuilder und Components. Damit einher geht die Umstellung auf eine Komponenten-basierte App-Entwicklung, deren Ergebnisse die Community auf dem neuen Marktplatz AppExchange for Components anbieten können.

Lightning-Komponenten

Lightning-Komponenten basieren auf JavaScript und sind wiederverwendbare App-Bausteine. Die Komponenten können einfach als Single UI-Elemente oder so robust wie Micro-Services mit eingebetteten Daten und Logiken verwendet werden. Dazu gehören etwa Komponenten für die E-Signatur, Kompensationsrechner, Karten, Kalender, Buttons und verschiedene Eingabemasken.

Entwickler können Komponenten teilen, so dass jeder Business-Nutzer dynamische und mobile Anwendererfahrungen für alle Endgeräte kreieren kann. Unternehmen sollen so Zeit und Ressourcen in der Entwicklung sparen und zudem Redundanzen durch wiederverwendbare Komponenten für verschiedene Apps senken. Lightning-Komponenten umfassen sowohl Standard-Komponenten von Salesforce sowie Bausteine, die von Kunden erstellt wurden, als auch Partner-Komponenten von Drittanbietern, ISVs und Systemintegratoren. Bracket Labs etwa hat mit TaskRay eine Projektmanagement-App für Salesforce programmiert. Auch Accenture ist in diesem Markt bereits engagiert.

Lightning App Builder

Mit Lightning App Builder kann laut Hersteller jeder Anwender – nicht nur Entwickler – wiederverwendbare, vorgefertigte Komponenten aus einer umfassenden Bibliothek auswählen, um Apps per Drag & Drop zu erstellen. Lightning-Komponenten lassen sich beliebig kombinieren, um Apps visuell zusammenzubauen. Salesforce-Komponenten sind in App Builder vorinstalliert, Partner-Komponenten lassen sich direkt über AppExchange for Components integrieren.

Wie die Gartner Group in ihrem Report „The Enterprise App Explosion: Scaling One to 100 Mobile Apps“ im Mai veröffentlicht hat, dürfte die Nachfrage nach Business-Apps bis 2017 fünfmal schneller wachsen, als interne IT-Organisationen sie werden befriedigen können. Die Nachfrage beruht laut Salesforce auf dem Wunsch vieler Unternehmen, die gleiche Konnektivität, Unmittelbarkeit und Benutzerfreundlichkeit, wie Privatpersonen sie täglich mit ihren Apps erleben, bereitstellen zu können.

"Salesforce Lightning erlaubt eine viel breitere Palette von UI-Komponenten als bisher", meint Bo Lykkegaard, Forschungsdirektor für Unternehmensanwendungen bei IDC. „Es hat das Potential, bedienfreundlichere, interaktivere und produktivere Apps für tägliche Aufgaben im Kundenkontakt inner- und außerhalb des Unternehmens zu unterstützen.“

AppExchange for Components

Auf dem Marktplatz AppExchange for Components können Entwickler, Partner und Kunden Komponenten herunterladen, um sie für eine beschleunigte App-Entwicklung zu nutzen. Die Komponenten unterliegen laut Salesforce den gleichen strengen Bewertungen wie die Apps in AppExchange, um sicherzustellen, dass sie vertrauenswürdig sind. Komponenten-Entwickler können diese in AppExchange bereitstellen, entweder gegen ein Entgelt oder kostenlos.

Salesforce Lightning App Builder und Components für Lightning Experience gelangen im Oktober in die Pilotphase und sollen Anfang 2016 mit Salesforce und in allen CRM und Force.com-Admin-Lizenzen verfügbar werden. Das Design System ist seit 25.8.2015 hier kostenlos herunterzuladen. AppExchange for Components ist ab sofort hier verfügbar. Die Preise der Partner-Komponenten auf AppExchange for Compontents sind individuell festgelegt, entweder je Nutzer oder nach Salesforce-Instanzen.

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Sales Cloud

Die neue Version der Sales Cloud unterstützt bereits die Bedienoberfläche Lightning Experience. 25 Neuerungen sollen die Produktivität erhöhen und die Entscheidungsfindung intelligenter machen. Auf der Startseite sind die wichtigsten Fakten wie auf einem Dashboard zusammengefasst. Account Insights hebt alle Kunden und Interessenten hervor und erlaubt die Kollaboration per Email oder Datei (MS Office, PDF). Weitere Kollaborationswerkzeuge beruhen auf Salesforce Chatter.

Das neue Pipeline Board zeigt alle aktiven Deals an, und mit Activity Feed behalten Vertriebler alle Aktionen im Zusammenhang mit einem Abschluss im Auge. Prozesse wie Sales Path lassen sich individuell konfigurieren, wobei vorhandene Anpassungen reibungslos auf die neue UI Lightning Experience migriert werden. Analysewerkzeuge stellt das eigentliche Dashboard zur Verfügung.

Salesforce Financial Services Cloud

Am 25. August hat Salesforce mit der Financial Services Cloud seine erste Branchenlösung angekündigt. Sie basiert auf der Salesforce1-Plattform und nutzt Lightning Experience. Sie soll Finanzberater zu produktiveren und umfassenden, aber personalisierten Interaktionen mit ihren Kunden verhelfen. Die Preview steht schon bereit, doch die endgültige Verfügbarkeit erwartet der Hersteller nicht vor Februar 2016. Dann werde auch die Preisgestaltung mitgeteilt.

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