„Subscription only“ für Neukunden

Sage Software setzt 2016 vermehrt auf SaaS

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Nur noch Subskription

Sage will zum 1. April 2016 den SMB-Vertrieb durch deutsche Partner auf das Subskriptionsmodell umstellen. Dies betrifft indes nur Neukunden, während Bestandskunden weiter in den bestehenden Wartungsverträgen bleiben, die für die Partner sozusagen die Cash-Cow darstellen. „Subskription ist lediglich ein Zahlungsmodell und es handelt sich nicht um Cloud-Abos“, präzisiert Frank Niemann, Analyst bei dem Marktforschungsunternehmen PAC. Dieses hat eine entsprechende Studie unter deutschen ERP-Nutzern durchgeführt, die bei 60 Prozent der Befragten eine Akzeptanz gegenüber dem Subskriptionsmodell ergab.

In Frankreich sei es laut Sage bereits seit sechs Jahren gang und gäbe, ERP-Software im Mietmodell zu beziehen, und deutsche Sage-Partner wie etwa Weko Informatik wussten über Subskriptionen nur positive Effekte zu berichten. „Subskriptionen“, so warnt Niemann, „vergrößern aber den Anwendungssoftware-Markt in Deutschland nicht; sie verlagern ihn.“ Während der Markt für Anwendungssoftware von rund 12 Mrd. Euro laut PAC jährlich um rund drei Prozent wächst, legt der Subskriptionsmarkt aber bei einem Marktvolumen von rund 1,6 Mrd. Euro um 27 Prozent jährlich zu. „Der Anbieter Sage muss seine Partner und deren Kunden durch Transparenz in puncto Konditionen überzeugen, durch guten Support und die Motivation der Partner“, rät er.

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Hohes Marktpotenzial

Im deutschen Mittelstand sieht Rainer Downar im Bereich Unternehmenssoftware noch sehr viel Potenzial. Laut Marktstudien arbeiten keineswegs alle KMU mit ERP-Software, sondern schlagen sich noch mit Microsoft Excel und anderen Tools durch. Sages KMU-Zielmarkt besteht zu 75 Prozent aus Firmen, die zwischen 20 und 99 Mitarbeiter aufweisen. Sage will in diesem Bereich die Anzahl seiner Neukunden im aktuellen Geschäftsjahr mehr als verdoppeln. „Der Cloud-Markt wächst laut IDC-Angaben von 2014-2017 um 197 Prozent, und darin sowie im Subskriptionsmarkt sehen wir für unsere Partner entsprechendes Potenzial“, so Downar.

Ausblick

„Sage wird sich weiter internationalisieren“, meint Frank Niemann, „die Organisation weiter straffen und das Thema ‚Subskription‘ in den Markt hineintragen. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt dafür, denn Sage steht derzeit noch nicht unter großem Druck. Viel schwieriger wäre ein solcher Schritt in Zeiten, in denen das bestehende Geschäft bröckelt.“ Es gebe wirklich noch Marktpotenzial für das Subskriptionsgeschäft und auch andere Softwarehäuser gingen diesen Weg.

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