Mit SkySQL in neue Dimensionen Saarländischer Domain-Registrar findet Hilfe für MySQL-Cluster

Autor / Redakteur: Ludger Schmitz / Ulrike Ostler

Bisher ist Key Systems mit dem relationalen Datenbanksystem „MySQL“ gut gefahren. Doch nun ändert die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) ab 2013 die Spielregeln für den Registrar von rund 3,2 Millionen Domains. Nun steigt das Unternehmen auf SkySQL um.

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Die Key Systems GmbH aus St. Ingbert ist der zweitstärkste ICANN-Registrar in Europa.
Die Key Systems GmbH aus St. Ingbert ist der zweitstärkste ICANN-Registrar in Europa.
(Bild: Key Systems GmbH)

Seit ihrer Gründung im Jahr 1998 verwendet die Key-Systems GmbH aus dem saarländischen Sankt Ingbert ausschließlich die Open-Source-Datenbank MySQL. Das Unternehmen ist ein Domain-Registrar, der 3,2 Millionen Domains mit mehr als 300 Endungen wie .de, .eu oder .com verwaltet.

Die hierfür benötigten Informationen liegen in Datenbanken; die größten verteilen sich auf zehn fest zugeordnete Server, denen jeweils ein Slave-Server zur Replikation zugeordnet ist. Diese Datenbanken haben ein Volumen von bis zu 100 GB. Daneben gibt es noch eine Reihe deutlich kleinerer Datenbanken, die sich in einer virtualisierten Umgebung Server teilen.

Key-Systems verwendet seit jeher nur die MySQL-Releases, die mit den Linux-Distributionen CentOS, Debian und Suse erscheinen. Der aktuelle MySQL-Versionsstand ist in der Regel 5.1. Hauseigene Anwendungen adressieren die Datenbanken über Pearl- und PHP-Interfaces. Drei Administratoren teilen sich die Pflege der Speicherumgebung.

Bis dato ohne Support-Vertrag

Das funktionierte bislang unproblematisch, so dass Key-Systems bis Ende letzten Jahres keinen Support-Vertrag für MySQL brauchte. „Der Upstream der Linux-Anbieter und die Hilfsforen der Community haben uns all die Jahre ausgereicht“, erklärt Jörg Stephan, Systemadministrator und Chief Security Officer bei Key-Systems.

Doch in Zukunft wird sich der Bedarf des Unternehmens ändern. Denn die Internet Corporation for Assigned Names and Numbers (ICANN) wird ab 2013 viele neue Namensendungen für Websites zulassen. Solche generic Top Level Domains (gTLDs) können dann beispielsweise auf .auto, oder .google enden.

Für das Business eines Domain-Registrars ist es wichtig, sich darauf einzustellen. Und das bringt höhere Anforderungen an seine Datenbanken mit sich, um Performance, Sicherheit, Verfügbarkeit und Flexibilität seiner Services garantieren zu können.

Die Datenbank wandert in einen Cluster

Key-Systems wählte als neue Datenbank-Architektur, die den veränderten Erfordernissen gerecht wird, eine Cluster-Architektur. Eine proprietäre Lösung schied wegen mangelnder Kompatibilität zur bestehenden aus, weil der Migrationsaufwand zu groß gewesen wäre.

Der gleiche Grund sprach auch gegen die Open-Source-Alternative PostgreSQL. Und er verbot ebenfalls einen Schritt in Richtung NoSQL-Datenbanken, denn sie hätten eine Neuprogrammierung der MySQL-Datenbanken nutzenden Key-Systems-Anwendungen erfordert.

Also lag ein Umstieg auf die Cluster-Version von MySQL nahe. Diese ist immer noch eine SQL-Datenbank, aber eine, die wegen ihrer Cluster-Fähigkeit erheblich andere Ansprüche stellt. Ihr Kern, die Datenbank-Engine, muss präzise nicht nur auf die zugrunde liegende Hardware eingestellt sein, sondern auch auf die Anforderungen der zugreifenden Anwendungen. Umgekehrt müssen diese Applikationen die Datenbank unter Umständen neu adressieren, um die Performance-Vorteile eines Clusters ausnützen zu können.

Kompetenz aus Finnland

Dies bedeutet: Künftig wird Support unumgänglich sein, um für alle Fälle gerüstet zu sein. Key-Systems bat einige Anbieter, darunter SkySQL, um eine Präsentation ihrer Vorstellungen hinsichtlich Cluster-Architektur und Support-Vertrag. „Sicher haben andere Anbieter Kompetenz“, erinnert sich Administrator Stephan, „aber in den Gesprächen stand nicht im Vordergrund, was wir wirklich benötigen.“

Fünf Tage war ein technischer Berater von SkySQL vor Ort in St. Ingbert. Vier Tage hat dieser mit den IT-Verantwortlichen von Key-Systems deren Ziele und Anforderungen durchgesprochen, den Fahrplan abgestimmt, das Setup geplant und weitgehend vorbereitet.

Ein technisch kompliziertes Detail wurde über Nacht geklärt. „Besser hätte es nicht laufen können“, erklärt Stephan: „Danach hat sich der Berater auch noch die Zeit genommen, mit unseren Anwendungsprogrammierern zu sprechen, ihnen erklärt, auf was sie bei einer Cluster-Datenbank achten müssen, wie sie ihre Applikationen tunen sollten.“ Schließlich bot SkySQL an, den Code der Datenbank-Anwendungen zu überprüfen und Verbesserungsvorschläge zu machen.

Seit Vertragsabschluss …

Das gab den Ausschlag für SkySQL. Im Februar 2012 unterzeichnete Key-Systems den Support-Vertrag mit dem jungen, finnischen Unternehmen. Inzwischen hat der Domain-Registrar mit dem Aufbau des Clusters begonnen. Die Verbindung zum zuständigen SkySQL-Consulter besteht direkt, über E-Mails oder per Telefon.

Jörg Stephan, Systemadministrator und Chief Security Officer bie Key Systems: „Wie es sich jetzt darstellt, waren alle Entscheidungen richtig. Wir fühlen uns definitiv auf der sicheren Seite.“
Jörg Stephan, Systemadministrator und Chief Security Officer bie Key Systems: „Wie es sich jetzt darstellt, waren alle Entscheidungen richtig. Wir fühlen uns definitiv auf der sicheren Seite.“
(Bild: Key Systems GmbH)

Zweimal wurde er in der Zwischenzeit gebraucht. „Die Zusammenarbeit läuft immer noch so gut wie in der Vorbereitungsphase“, zeigt sich Stephan zufrieden. „SkySQL ist für einen da, wenn man fragt.“

Support vor Ort?

Im Zweifelsfall stünde der Support schnell auch persönlich vor Ort zur Verfügung. Für diese Präsenz müssen Anwender gesondert bezahlen. Und in diesem Punkt erkennt Stephan einen weiteren Vorteil der Support-Wahl von Key-Systems'' Supportwahl: Andere Anbieter berechnen für solches Consulting mindestens fünf Tage, bei SkySQL sind es zwei. Dies ist nicht der einzige Aspekt, der zu Buche schlägt. Der von SkySQL angebotene Preis für den Support sprach ebenfalls für das Unternehmen.

„Preis und Leistung sind überzeugend“, meint Stephan. „Wir sind durchweg zufrieden.“ Er habe nicht den Eindruck, auf dem Weg von Key-Systems'' Weg könnten noch Stolpersteine liegen. „Wie es sich jetzt darstellt, waren alle Entscheidungen richtig. Wir fühlen uns definitiv auf der sicheren Seite.“

Der Autor:

Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in München.

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