Suchen

Smartphones, Allianzen und Services sollen Blackberry-Hersteller wieder profitabler machen RIM packt Bing und Microsoft-Geodaten auf Blackberrys

| Redakteur: M.A. Sylvia Lösel

Die Überraschung ist gelungen. Steve Ballmer verkündete höchstpersönlich auf der Blackberry World in Orlando, dass künftig die Suchmaschine Bing und die Kartendienste von Microsoft in RIM-Geräte integriert werden. Damit hat Google jetzt das Nachsehen. Doch dies sind nicht die einzigen Brücken, mit denen RIM versucht, wieder Boden gut zu machen.

Firmen zum Thema

Der neue Blackberry Bold 9900 wird mit NFC-Chip ausgeliefert.
Der neue Blackberry Bold 9900 wird mit NFC-Chip ausgeliefert.
( Archiv: Vogel Business Media )

Der kanadische Blackberry-Hersteller RIM bastelt gerade an seiner Zukunft. Denn für das laufende Quartal veröffentlichte RIM gerade erst nach unten korrigierte Absatzzahlen. Auch das Playbook, das seit wenigen Wochen zu haben ist, erweist sich nicht als der ganz große Renner. Außerdem hat der App-Store von RIM bei weitem nicht die Bandbreite an Applikationen aufzuweisen, wie zum Beispiel die Shops von Apple oder Google. Das alles deutet darauf hin, dass sich der Hersteller künftig anders aufstellen muss, wenn er mit iPhone und Co. mithalten möchte.

Überraschung gelungen

Auf der alljährlich stattfindenden Blackberry World stellt RIM nun diverse Bausteine vor, die das Unternehmen weiter wettbewerbsfähig halten sollen.

Größte Überraschung war dabei der Auftritt von Steve Ballmer, dem Microsoft-Chef. Er verkündete, dass künftig Microsoft die Such- und Kartendienste für die Blackberries liefern werde. Bislang kamen diese von Konkurrent Google. Diese Ankündigung kommt auch deshalb überraschend, weil Microsoft sich erst vor wenigen Wochen auf enge Zusammenarbeit mit Nokia verständig hatte. Doch zeigt diese erneute Allianz auch, dass man wohl einen Gegenpol zur Apple-Android-Achse etablieren will. Offensichtlich haben auch die Branchenriesen RIM (Marktführer bei Business-Smartphones), Nokia (Marktführer Handys weltweit) und Microsoft (Betriebssystem Windows Phone 7) nun die Zeichen der Zeit erkannt, dass es nur mit Hilfe von Allianzen gelingen kann, Android Paroli zu bieten.

Weitere Bausteine für RIMs Zukunft

Die beiden neuen Smartphones Blackberry Bold 9900 und 9930 sollen nicht nur die dünnsten und leistungsfähigsten Geräte sein, sie beinhalten auch beide bereits einen NFC-Chip. Mit diesem hat auch Apple beim neuen iPhone geliebäugelt. Mit NFC (Near Field Communication) könnte bargeldloses Bezahlen mit dem Mobiltelefon möglich werden, wenn sich dieser Standard auf breiter Basis durchsetzen kann. Da RIM diesen Chip jetzt bereits integriert, nehmen sie eine gewisse Vorreiterrolle ein. Bislang hatte nur ein Nokia-Gerät einen NFC-Chip an Bord.

Mit Blackberry Balance wird es jetzt zudem möglich, seinen Blackberry gleichzeitig für geschäftliche als auch für private Zwecke zu nutzen, ohne ein Sicherheitsrisiko zu verursachen. Balance hält die Inhalte der beiden Sphären voneinander getrennt.

Für sein Playbook stellt RIM zwei Applikationen vor, die einerseits Facebook-Features für das Sieben-Zoll-Gerät optimieren und andererseits Video-Chats ermöglichen. Die Video-Chat-Applikation funktioniert allerdings nur zwischen zwei Playbooks, die über Wifi miteinander verbunden sind.

Offen für Drittanbieter

Weitreichendere Pläne hat RIM mit seinem Mobile Voice System 5 (MVS). Dieses macht der Hersteller nun auch für Avaya Aura 6.1, den Avaya Communication Server 1000 und ältere Avaya- und Nortel-Systeme verfügbar. Auch mit der Cisco-Umgebung arbeitet das MVS bereits zusammen. Das Blackberry-System wurde außerdem so umstrukturiert, dass es nun auch um Applikationen und Telefonsysteme von Drittanbietern erweiterbar ist.

Neu wird die web-basierte Plattform für das Gerätemanagement sein, die nach dem Kauf von Ubitexx entwickelt werden soll. Neben dem Management für die Blackberries, werden dann auch iOS- und Android-Geräte unterstützt.

Administratoren sollen alle Geräte over-the-air verwalten können. Dazu gehört die Aktivierung von Smartphones, Distribution von Software und Applikationen, die Sperrung und Löschung von Geräten, das Zurücksetzen von Passwörtern und IT-Richtlinien. Diverse Features bleiben allerdings den Blackberry-Geräten vorbehalten. Dazu zählt unter anderem auch die Push-Technologie für E-Mails.

(ID:2051218)