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Durchklicken bis zur Erkenntnis QlikTech wächst rasant und setzt auf Partner-Schulungen

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Wer es auf die aktuelle Forbes-Liste der 25 am schnellsten wachsenden Unternehmen, gleich hinter LinkedIn und Apple, auf Platz drei geschafft hat, hat wohl etwas richtig gemacht. QlikTech setzt nun verstärkt auf Partnerzertifizierung, damit die Qualität nicht unter den relativ vollen Auftragsbüchern leidet.

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QlikTech setzt auf Trends wie mobile Nutzung und Collaboration.
QlikTech setzt auf Trends wie mobile Nutzung und Collaboration.

Wer keine Anglizismen mag, hat es schwer im Umfeld des BI-Anbieters QlikTech. Mit „Business Discovery“ (deutsch: Geschäftsentdeckung) hat der Software-Hersteller ein Gegenkonzept zu klassischer Business-Intelligence-Software entwickelt. So jedenfalls sieht man es bei QlikTech selbst, denn hier werden keine OLAP-Cubes gebaut (Online Analytical Processing), über die Daten analysiert und visuell aufbereitet werden. Vielmehr könne man bei Business Discovery Zusammenhänge intuitiv entdecken. Beim Cube-Ansatz navigieren User mittels OLAP-Operationen wie Slicing, Dicing, Drill-Up oder -Down et cetera durch Geschäftsdaten wie Umsatz, Lagerbestand und Verkäufe im Verhältnis zu anderen Würfeldimensionen wie Zeit, Filiale, Verkäufer, Kunde und Produkt. Das hat Nachteile. Beispielsweise müssen neue Cubes in der Regel vom Fachmann zusammengebaut werden. Wer wissen will, wie viele Autoreifen vom Verkäufer Müller in der Münchner Niederlassung verkauft wurden, muss unter Umständen einen neuen Würfel in Auftrag geben, mit dem man diese Zusammenhänge herstellen kann. Der Business-Discovery-Ansatz hingegen verspricht intuitives „Durchgeklicke“: Ein Klick auf Umsatz zeigt alle Filialen mit deren Teilumsätzen. Ein weiterer Klick auf die Münchner Filiale zeigt alle Verkäufer samt Umsätze an. Ein weiterer Klick auf Verkäufer Müller dröselt auf, wie autoreifenverkaufsstark er war.

Know-how für den Channel

Der Erfolg gibt QlikTech recht, denn das Umsatzwachstum, das der Hersteller mit seinem Produkt QlikView einfährt, ist enorm (siehe Kasten: Forbes-Ranking).

Damit die Qualität bei der Anpassung und Implementierung durch QlikTech-Partner nicht unter der relativ guten Auftragslage leidet, dreht das Unternehmen nun an ein paar Stellschrauben im Channel. So wurde ein Zertifizierungsprogramm für die neue Version 11 aufgesetzt, bei denen Produktwissen und praktische Fähigkeiten der teilnehmenden Partner geprüft werden. Die elfte QlikView-Version beschreitet nämlich weiterhin die Marschroute hin zum Mobile- und Social-Computing – zwei Trends, mit denen sich die Software von Konkurrenzprodukten abgrenzen möchte.

Social-BI

Was steckt hier dahinter? Über Live-Sessions teilen sich Mitarbeiter einen gemeinsamen Arbeitsbereich, greifen unabhängig vom Gerät (PC oder Tablet) über eine App auf ein Dashboard zu und sehen live, was sich verändert. Einer der Nutzer braucht dazu eine Lizenz und kann andere per E-Mail zur Analyse-Session einladen. Der gesendete Link ist nur für eine Person gültig und verfällt aus Sicherheitsgründen schnell. Auch zeitversetztes Arbeiten ist so möglich. Anwender können dazu mittels Kommentarfunktion Anmerkungen zu den Daten für andere platzieren. Auch externe Parteien können so interaktiv über Analysen und Reports diskutieren. Ein Beispiel: Ein Fehler in einem angelieferten Bauteil verursacht Ausschuss in in der Fabrik. Der Zulieferer kann in einer Live-Session in Analysen einbezogen werden. Das erspart E-Mails und Telefonate und macht die BI-Software in gewisser Weise zu einem Collaboration-Tool. □

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