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Schnittstellenkonzepte von Telefónica, Telekom, Vodafone und WAC Provider werben um App-Entwickler und locken mit neuen Einnahmequellen

| Redakteur: M.A. Dirk Srocke

Mit der kürzlich in Deutschland gestarteten Entwicklerplattform BlueVia bietet Telefónica Programmierern neben dem Zugriff auf Mobilfunkdienste auch zusätzliche Einnahmemöglichkeiten aus Umsatzbeteiligungen oder In App Payments. Lesen Sie, was die Plattform ausmacht und welche Alternativen Wettbewerber, wie Deutsche Telekom, Vodafone und WAC bieten.

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Die Wholesale Applications Community will Programmieren netzübergreifende Zahlungsverfahren anbieten.
Die Wholesale Applications Community will Programmieren netzübergreifende Zahlungsverfahren anbieten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Telefónica wirbt derzeit offensiv um Entwickler für Mobilfunkanwendungen. Über die vor kurzem in Deutschland gestartete Plattform BluVia sollen Programmierer kleinerer Unternehmen nicht nur auf Dienste des O2-Netzes zugreifen, sondern direkt Einnahmen generieren. So verspricht der Anbieter eine Umsatzbeteilung von bis zu 20 Prozent an verschickten SMS oder MMS.

Eine zusätzlich eingeführte Schnittstelle für In App Payments könnte zudem den Grundstein für eine Distributionsinfrastruktur für digitale Inhalte bieten. Hier sollen nahezu 80 Prozent der Umsätze an Inhalteanbieter und Software-Entwickler für PCs oder Smartphones fließen. Abgerechnet wird direkt über die Mobilfunkrechnung des jeweiligen Nutzers; um die Abwicklung der Mobile Payments kümmert sich das Partnerunternehmen BOKU.

Telefónica verspricht einfachste Zahlungsabwicklung

Michiel van Edlik von Telefónica Germany ist bemüht, die Alleinstellungsmerkmale der Lösung herauszustellen: „Die Abwicklung des Bezahlvorgangs über die Mobilfunkrechnung ist der einfachste Weg und BlueVia ist der erste Anbieter, der auch kleineren Unternehmen und einzelnen Entwicklern diesen Service so unkompliziert bereitstellt.“

Das einzige Unternehmen mit einer Plattform für Entwickler von mobilen Anwendungen ist Telefónica freilich nicht. Schon seit längerem macht die Deutsche Telekom das ähnliche gelagerte Angebot Developer Garden.

Differenziertes API-Angebot bei Deutscher Telekom

Hier will man mit einem differenziertem API-Angebot punkten. Schon jetzt bietet der Developer Garden Schnittstellen für Voice Call, Conference Call, AutoScout oder Voice Record – weitere sollen folgen. Des Weiteren versteht sich der Developer Garden als Plattform für sämtliche Entwicklerthemen und -projekte der Deutschen Telekom.

Zu den Monetarisierungsmöglichkeiten befragt, verweist das Unternehmen vage auf frei wählbare Geschäftsmodelle. So könnten Entwickler kostenlose Apps durch Werbung refinanzieren. Des Weiteren findet sich im Schnittstellenkatalog des Developer Garden eine ClickandBuy-API für die Implementierung von Zahlungsprozessen.

Vodafone unterstützt Android und einheitliche GSMA OneAPI

Vodafones Fokus unterscheidet sich scheinbar noch ein wenig von den oben skizzierten Ansätzen der Mitbewerber. So betreibt das Unternehmen einen eigenen App Store für Android-Geräte; Entwickler können sich auf der Plattform registrieren und eigene Programme veröffentlichen.

Als Sponsor beteiligt sich Vodafone jedoch auch an der Entwicklung der GSM Association Open Network Enablers API, kurz GSMA OneAPI. Als technische Spezifikation von Schnittstellen soll OneAPI dafür sorgen, dass Entwickler bei allen Telekomunikationsunternehmen einheitliche APIs vorfinden. Auch für die Deutsche Telekom ist OneAPI ein Thema. Das Unternehmen will bis 2012 eine OneAPI-kompatible SMS-Schnittstelle implementieren.

Netzübergreifende Geschäfte mit WAC

Auf der OneAPI basierende Schnittstellen sollen künftig auch anbieterübergreifend und über verschiedene Telekommunikationsnetze hinweg funktionieren. Hieran arbeitet derzeit die Wholesale Applications Community (WAC), ein globaler Verbund verschiedener Netzwerkwerbetreiber.

Entwickler unterhalten bei diesem netzwerkübergreifenden Modell nur noch eine Geschäftsbeziehung mit der WAC und müssen sich nicht mehr einzeln bei Developer-Programmen verschiedener Unternehmen registrieren oder Schnittstellen mehrfach in ihren Anwendungen implementieren. Das ist übrigens keine reine Zukunftsmusik mehr: Noch in diesem Jahr will die WAC beispielsweise das Bezahlen über die Telefonrechnung anbieten.

Ein Ende anbietergebundener Developer-Programme muss das allerdings nicht zwingend bedeuten. So erläutert Verena Fulde-Abs, Presssprecherin bei der Deutschen Telekom: „Stattdessen werden diese separaten Programme Schritt für Schritt für verschiedene Funktionen um Schnittstellen zu Funktionen, die übergreifend über viele Telekommunikationsunternehmen hinweg funktionieren, ergänzt. Diese Schnittstellen werden über WAC selbst und sicher auch Schritt für Schritt über die einzelnen Developer-Programme der Telekommunikationsunternehmen vermarktet werden.“

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