Modernes Projekt- und Portfoliomanagement wird zum wirtschaftlichen Faktor

Projektmanagement ist keine Insel mehr

| Autor / Redakteur: Kay-Eric Hirschbiegel, Geschäftsführer der Sciforma GmbH / Florian Karlstetter

Die Zahl der Projekte in Unternehmen nimmt zu, ihre wirtschaftliche Bedeutung steigt. Projektmanagement verliert darum seinen alten Inselstatus und vernetzt sich mit verschiedensten anderen Bereichen im Unternehmen.
Die Zahl der Projekte in Unternehmen nimmt zu, ihre wirtschaftliche Bedeutung steigt. Projektmanagement verliert darum seinen alten Inselstatus und vernetzt sich mit verschiedensten anderen Bereichen im Unternehmen. (© Sergey Nivens - Fotolia.com)

Der Trend ist klar: Die Bedeutung von Projektmanagement wächst. Dies wird schon deutlich am Wachstum der Mitgliederzahlen in den einschlägigen Fachverbänden, an der steigenden Zahl von zertifizierten Projektmanagementfachleuten und an der wachsenden Anzahl von Project Management Offices (PMO) in Unternehmen.

Während das Thema in Großunternehmen bereits etablierter ist, durchdringt es nun immer stärker auch den Mittelstand. Eine Studie, die ibi research im Auftrag der Deutschen Bank durchgeführt hat, prognostiziert, dass der Anteil, den Projekte an der Wertschöpfung innerhalb der gesamten deutschen Wirtschaft haben, von 2 Prozent im Jahr 2007 bis auf 15 Prozent im Jahr 2020 steigen wird. Der Titel der Deutschen-Bank-Studie gibt dem Phänomen auch gleich einen aussagekräftigen Namen: „Projektwirtschaft 2020“.

Strategisches Portfoliomanagement wird bedeutsamer

Parallel zur wirtschaftlichen Bedeutung von Projekten wächst der Grad der Reife im Projektmanagement. PM-Methodik ist im Grunde keine besondere Herausforderung mehr. Auch der Software-Markt darf hier als Früh-Indikator gelten. Die Verfügbarkeit diverser Methoden sowie von Balken- und Netzplänen ist für PM-Tools kaum noch ein Unterscheidungsmerkmal. Dass PM-Software operativ gut unterstützt, sollte heute eigentlich eine Selbstverständlichkeit sein.

Zunehmend interessanter wird aber die Frage, wie leicht es die Softwarelösung einem Unternehmen macht, Projektmanagement in die Organisation einzubinden. Projekte brauchen ein anderes Management und sie müssen anders aufgestellt sein als das Alltagsgeschäft in der Linie. In Unternehmen wächst die Erkenntnis, dass Projektgeschäft als Organisationsentwicklung zu verstehen ist. Entsprechend entwickeln sich die besseren Projektmanagement-Lösungen hin zum strategischen Tool. Diese Lösungen unterstützen nicht nur ein operatives Projektmanagement, sondern sie gestatten auch die strategische Perspektive des Portfoliomanagements. Gleichzeitig versetzt ihre Anpassbarkeit sie in die Lage, nicht allein Projekte, sondern unternehmensindividuelle Prozesse zu unterstützen. Projektmanagement und die Tools dafür integrieren sich immer stärker ins Unternehmen, sei es im Controlling oder im Produktmanagement. Die Zahl der Schnittstellen und der Grad der Integration wächst. PM-Tools verlieren ihren Inselcharakter. In dem Maß, in dem Projekte zum Normalfall in der Organisation werden, stellen moderne Lösungen für operatives Projekt- und strategisches Portfoliomanagement ihren Nutzen unter Beweis.

Die Verwandtschaft von Produkt- und Projektmanagement

Auch Produkt- und Projektportfolio hängen immer enger miteinander zusammen. Zunehmend bilden dies auch die PPM-Tools ab. Denn üblicherweise sind es die Produkte, die die Erlöse im Unternehmen erzielen und so letztlich den wirtschaftlichen Nutzen eines Produktentwicklungs-Projekts begründen. So kann das Produkt-Portfoliomanagement dazu dienen, die richtigen Ziele zu definieren und die Vorgaben zu liefern, während das Projekt-Portfoliomanagement dabei hilft, die Umsetzung der Projekte zu koordinieren.

Kay-Eric Hirschbiegel, Geschäftsführer der Sciforma GmbH.
Kay-Eric Hirschbiegel, Geschäftsführer der Sciforma GmbH. (Bild: Sciforma)

Projektmanagement etabliert sich als ein Werkzeug, mit dem ein Unternehmen Nutzen erzielt. Dies wird auch am Primat der Prozesse deutlich: erst kommt der Prozess, dann das Tool. Moderne Projekt- und Portfoliomanagement-Lösungen integrieren sich nicht nur über ihre Schnittstellen in eine Organisation, sondern auch über ihre Anpassungsfähigkeit, ihre unterschiedlichen Rollenkonzepte für die Anwender und über ihre Workflow-Engines, die es gestatten, vielfältigste unternehmensindividuelle Prozesse abzubilden. Was ganz allgemein für Unternehmenssoftware gelten sollte, gilt heute auch für die besseren PPM-Lösungen: Das Tool unterstützt den Prozess, nicht umgekehrt.

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