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Professioneller Umgang mit Oracle Virtual Box in 10 Schritten

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So lässt sich Vitual Box per Browser steuern

Das leistungsfähige CLI „VBoxManage“ bietet Ihnen umfangreiche Automatisierungsfunktionen und bringt außerdem einen Web-Server „vboxwebsrv“ mit. Auf dem basiert auch „

phpvirtualbox“, ein quelleoffenes, in PHP und Javascript geschriebenes Web-Frontend zum Steuern von Virtual Box im Browser.

Damit funktioniert VirtualBox auch ohne Kommandoschnittstelle auf einem Server ohne grafische Oberfläche, wie er als Virtualisierungs-Server prädestiniert ist. Im Folgenden finden sich alle Befehle, um Virtual Box samt Extension Pack (für den RDP-Server) und phpVirtualBox auf einem entfernten Linux-Server unter Red-Hat-Linux (die Vorgehensweise unter Fedora oder CentOS ist identisch) zu installieren.

So lassen sich Virtual Box und phpVirtualBox installieren:

Alle folgenden Befehle sind als „root“ einzugeben.

Schritt 1: Virtual Box ist zwar in den Standard-Paketquellen aller wichtigen Distributionen enthalten, das Entwicklungstempo ist aber so hoch, dass es besser ist, die jeweils aktuelle Version zu installieren. Das lässt sich mit dem Paket-Manager („yum“) von RHEL oder Fedora bewerkstelligen.

Das von Oracle zur Verfügung gestellte Repository muss hier zuvor eingebunden werden. Adminns sollten beachten, dass es sich um einen Kommandozeilenbefehl handelt:

wget http://download.virtualbox.org/virtualbox/rpm/rhel/virtualbox.repo-O /etc/yum.repo.d/virtualbox.repo

Bei Fedora ist „rhel“ durch „fedora“ zu ersetzen.

Schritt 2: Zunächst sollte mit „yum install yum-priorities“ die Prioritätenverwaltung für Yum festgelegt werden, da Virtual Box auch in den Standard-Repos von RHEL und Fedora enthalten ist. Anschließend ist in

/etc/yum.repos.d/virtualbox.repo

mit einem beliebigen Editor (zum Beispiel „vim“) die Zeile „priority=1“ zu ergänzen. Die kleinste Zahl entspricht der höchsten Priorität.

Schritt 3: Anschließend kann das Paket „dkms“ (Dynamic Kernel Module Support) installiert werden, damit Linux bei einem Update selbstständig Kernel-Module für Virtual Box bauen kann.

Schritt 4: Danach lässt sich Virtual Box mitsamt allen Abhängigkeiten, Entwicklungswerkzeugen und Header-Dateien installieren, durch Eingeben von:

yum install VirtualBox-4.3

Schritt 5: Das zughörige Extension-Pack installieren Admins direkt mit dem VBoxManage-CLI:

VBoxManage extpack install <Extensio-Pack>

Dieses müssen sie aber zuvor in einer plattformunabhängigen, zur installierten Virtual-Box-Version passenden Variante von der Download-Seite herunterladen.

Schritt 6: Für den Einsatz von phpVirtualBox benötigt man zudem den Apache-Web-Server mit PHP-Unterstützung:

yum install httpd php php-common

Zum Starten des Web-Servers dient der Befehl:

systemctl start httpd

Soll Apache bei jedem Systemstart automatisch starten, geben ist noch Folgendes

einzugeben:

systemctl enable httpd

Schritt 7: Ist das geschehen, kann das Paket „phpvirtualbox-4.3-1.zip“ herunter geladen und das ZIP-Archiv im „Document-Root“ des Web-Servers entpackt werden, unter

/var/www/hmtl

Schritt 8: Anschließend legen Administratoren einen neuen Benutzer für den Betrieb von Virtual Box an, der Mitglied der Gruppe „vboxusers“ ist:

sseradd –m –u 1500 –G vboxusers–p $(mkpasswd –m MD5 pass)vbox

Sie benutzen dabei den Benutzernamen „vbox“ und das Passwort „pass“, können sie phpVirtualBox sofort einsetzen, weil diese Kombination den voreingestellten Account-Daten in der Konfigurationsdatei von phpVirtualBox entspricht.

Schritt 9: Diese muss vor der ersten Benutzung aus „config.php-example“ in „config.php“ umbenannt und bei der Gelegenheit mit individuellen Account-Daten ausgestattet werden.

Schritt 10: Danach lässt sich phpVirtualBox unter der URL

http://<Server mit VirtualBox>/phpvirtualbox/

an dem Desktop-PC aufrufen. Nun können ist der Virtual-Box-Server im Browser steuerbar.

Das PHP-Interface unterscheidet sich optisch und funktional kaum von der originalen „Qt“-Oberfläche. Der Bildschirmzugriff auf die VMs erfolgt mit einem beliebigen RDP-Client. Voraussetzung ist, dass das Extensionpack installiert ist und dass im Konfigurationseditor im Bereich „Anzeige“ der jeweiligen VM im Tab „Fernsteuerung“ der RDP-Server aktiviert ist. Port und Authentisierungsmethode lassen sich individuell festlegen.

* Thomas Drilling ist freier Autor und veranwortet das periodisch erscheinende Magazin "Erfolgreich virtualisieren" vom Verlag für die Deutsche Wirtschaft, aus dem dieser Beitrag stammt.

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