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12.09.2025

KI-Bildungslücke in deutschen Unternehmen: Dringender Handlungsbedarf nach EU-Verordnung

Ostfildern, 12.09.2025 (PresseBox) - Deutschland steht vor einer Herausforderung im Zuge der Digitalisierung: Laut einer aktuellen Bitkom-Studie haben 70 Prozent der Beschäftigten bisher keine Schulung......

Ostfildern, 12.09.2025 (PresseBox) - Deutschland steht vor einer Herausforderung im Zuge der Digitalisierung: Laut einer aktuellen Bitkom-Studie haben 70 Prozent der Beschäftigten bisher keine Schulung zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz (KI) erhalten. Und das, obwohl seit Februar 2025 die europäische KI-Verordnung (EU AI Act) eine Schulungspflicht für alle Unternehmen vorsieht, die KI einsetzen. Fachleute warnen: Unternehmen riskieren ohne gezielte Weiterbildungsmaßnahmen nicht nur empfindliche Bußgelder, sondern verspielen zugleich ihre Chancen im Wettbewerb.

Große Defizite bei KI-Kompetenz

Wie die Bitkom-Studie zeigt, wurden bislang erst rund 20 Prozent der Angestellten von ihren Arbeitgebern zum Thema KI geschult. Besonders alarmierend ist, dass die Schulungspflicht laut EU-Verordnung nicht nur Festangestellte betrifft, sondern auch Freelancer, Zeitarbeitskräfte, Praktikanten, Werkstudierende und Führungskräfte. Die Vorschrift verlangt, dass alle Beschäftigten mit KI-Systemen ein „ausreichendes Maß an KI-Kompetenz“ nachweisen können – und das unabhängig von der Unternehmensgröße.

Unternehmen, die die Weiterbildungspflicht ignorieren, setzen sich erheblichen rechtlichen und wirtschaftlichen Risiken aus. Bei Verstößen drohen Bußgelder von bis zu 7 Prozent des weltweiten Jahresumsatzes oder 35 Millionen Euro. Hinzu kommt die Gefahr von Sicherheitsmängeln: Mitarbeitende nutzen immer häufiger KI-Tools im Berufsalltag, nicht selten ohne klare Vorgaben und ohne ausreichendes Wissen – das erhöht die Risiken für Datenschutz und Compliance. Währenddessen profitieren Unternehmen mit geschulten Teams bereits heute deutlich: Sie nutzen KI-Lösungen, um Arbeitsprozesse zu automatisieren, Reaktionszeiten drastisch zu verkürzen und ihre Produktivität zu steigern. Wer den Anschluss bei der Qualifikation verpasst, droht, im internationalen Wettbewerb zurückzufallen.

Was muss eine effektive KI-Schulung enthalten?

Empfohlen wird ein mehrdimensionales Bildungskonzept, das folgende Elemente umfasst:
  • Technische Grundlagen und Funktionsweise von KI
  • Praktische Übungen (z. B. Prompt Engineering, Integration in Workflows)
  • Rechtliche Aspekte (insbesondere DSGVO und EU-AI-Act)
  • Ethische Fragestellungen und Bias-Vermeidung
  • Unternehmensspezifische Use Cases
  • KI-Fortbildungen sollten dabei kontinuierlich und zielgruppengerecht erfolgen. Einmalige
  • Workshops reichen angesichts rasanter Entwicklungen nicht aus.
Umsetzung: Fünf Schritte zum Bildungserfolg

Wer die Anforderungen effektiv umsetzen will, sollte diese fünf Schritte befolgen:
  1. Bestandsaufnahme und Kompetenz-Check: Wer nutzt bereits KI? Wie ist das aktuelle Wissen?
  2. Schulungsplan erstellen: Nach Dringlichkeit und Relevanz priorisieren.
  3. Pilotgruppen starten: Erste Teams frühzeitig schulen und Erfahrungsträger aufbauen.
  4. Lernräume schaffen: Sichere Testumgebungen für eigenständiges Lernen einrichten.
  5. Richtlinien und Kontrolle: Klare Vorgaben zur KI-Nutzung definieren und deren Einhaltung überwachen.
Handlungsempfehlung

Unternehmen sollten jetzt eine Bestandsaufnahme der verwendeten KI-Anwendungen und des Wissensstandes machen, um passgenaue Schulungsmaßnahmen zu entwickeln. Kontinuierliche Weiterbildung und offene Kommunikationskultur sind entscheidend, um die Anforderungen der EU-Verordnung zu erfüllen und Innovationspotenziale voll auszuschöpfen.

Die KI-Bildung ist längst kein „Kann“ mehr, sondern ein Muss für die Zukunftsfähigkeit deutscher Unternehmen. Wer jetzt handelt, sichert rechtzeitig Know-how, minimiert Risiken und wird zum Vorreiter im digitalen Wandel.

Quellen:
Bitkom-Studie: Ein Fünftel wurde im Job zu KI geschult | Presseinformation | Bitkom e. V.
EU-Verordnung: Verordnung - EU - 2024/1689 - EN - EUR-Lex
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