Dokumentenverwaltung und Synchronisierung mit allen Geräten OX Drive: Open-Xchange spendiert OX App Suite Cloud-Storage

Autor / Redakteur: Thomas Drilling / Florian Karlstetter

Mit OX Drive baut auch Open-Xchange seine ursprünglich als Web-Groupware entwickelte, inzwischen zur Web-Anwendungs-Plattform mutierte OX App Suite mit einem automatischen File-Storage weiter aus, der die bisherige Dokumentenverwaltung Files ablöst.

Firmen zum Thema

OX Drive steht für einfache Verwaltung und Teilen von Dokumenten und Bildern sowie Synchronisierung mit allen Geräten.
OX Drive steht für einfache Verwaltung und Teilen von Dokumenten und Bildern sowie Synchronisierung mit allen Geräten.
(Bild: Open-Xchange)

Dass jetzt auch Open-Xchange eine eigene Speicher-Lösungen präsentiert, mag den einen oder anderen Beobachter angesichts vielfältiger Alternativen von DropBox bis OwnCloud auf dem ersten Blick überraschen, zumal beispielsweise OwnCloud, gerade in Version 6 erschienen, auch mit Schnittstellen zu anderen Cloud-Anbietern wirbt und sich damit nicht nur zum Aufbau einer lokalen Speicherlösung-Lösung eignet.

Aus Sicht von Open-Xchange ist der Schritt, beim Cloud-Speicher auf eine Eigenentwicklung zu setzen aber konsequent und nachvollziehbar. Bekanntlich ver- und betreibt Open-Xchange seine Kollaborationsplattform vorwiegend bis ausschließlich als SaaS-Lösung über Hosting- und Telekommunikationsanbieter. Endkunden, die zum Beispiel ein Webmail- oder Mail-Exchange-Konto bei 1&1, Strato oder Hosteurope besitzen, kennen Open-Xchange möglicherweise unter der jeweiligen Marken-Bezeichnung.

Der in Nürnberg und Olpe ansässige Hersteller spricht von weit über 80 Millionen Kunden weltweit, die allerdings in Anbetracht des Vertriebsmodells eher mit Mailboxen gleichzusetzen sind. Seit rund 2 Jahren, beginnend mit der Version 7 des als OSGi-Bundle realisierten auf einem Java-Anwendungsserver basierenden Backends, arbeitet der Hersteller allerdings sehr aktiv daran, nicht mehr nur als Groupware-Hersteller wahrgenommen zu werden und bezeichnet seine seither offiziell OX AppSuite heißende Web-Anwendung-Plattform gerne selbst als „Web-Desktop“.

Erst auf der letztjährigen CeBIT hat der Hersteller seine OX AppSuite mit OX Documents um eine webbasierte Textbearbeitungs-Komponente für das Open-Document-Format erweitert, die kollaboratives Arbeiten an Dokumenten über das Internet erlaubt.

OX App Suite 7.4.2

OX App Suite zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sämtliche Daten auf allen verfügbaren Clients synchron gehalten werden und dank „Responsive Design“ auf sämtlichen Geräten gleich gut aussehen, ohne dass der Nutzer dafür Software installieren oder Lizenzen erwerben muss. Das gilt auch für die neue Komponente OX Drive. Die ergänzt das bisherige Dokumenten-Modul „Files“ um leistungsfähige Synchronisations-Funktionen, das bei der Gelegenheit in „Drive“ umgetauft wurde.

Bildergalerie

OX Drive erlaubt ein komfortables Verwalten und Teilen von Dokumenten und Medien-Dateien in OX App Suite und synchronisiert die Inhalte automatisch mit allem unterstützen Clients für iOS, Android, Windows 7/8 Mac OS X. OX Drive lässt sich nicht als Plugin oder Modul installieren, sondern ist wie der Vorgänger „Files“ in der neuen, im Rahmen der Produktpflege aktualisierten Version 7.4.2 des OX-Backends enthalten. Laut Veröffentlichungsmitteilung lässt sich OX Drive mit jedem Endgerät nutzen, das einen Webbrowser besitzt.

OX Drive

OX Drive ermöglicht nicht nur das komfortable Verwalten von Office-Dokumenten, Bildern oder Audio- und Video-Dateien, sondern erlaubt genau wie beispielsweise OwnCloud ein einfaches Bereitstellen über das Internet mit Hilfe einer veröffentlichten URL. OX Drive beinhaltet auch eine automatische Versionskontrolle und dank OX Documents lassen sich ODF-Dokumente im Browser ansehen und bearbeiten, ohne vorherigen Download. OX Drive unterstützt auch einen automatischen Foto- und Video-Upload von mobilen Geräten mit Photostream. Außerdem integriert sich die Anwendung mit den vorhandenen E-Mail-Funktion der OX App Suite zum Beispiel beim Versenden von E-Mails oder beim Speichern von E-Mail-Anhängen in OX Drive.

Da Open-Xchange OX App Suite schwerpunktmäßig als SaaS über Hosting- und Telekommunikations-Anbieter vermarktet, beantwortet sich auch die hypothetische Frage, warum die Nürnberger nicht einfach Schnittstellen zu etablierten Speicherdiensten implementieren. Hoster haben verständlicherweise ein großes Interesse daran, die funktionalen Wünsche Ihrer Kunden mit eigenen, also von Open-Xchange entwickelten Lösungen bedienen zu können.

Mailbox.org

Wer OX App Suite 7.4.2 einschließlich OX Drive ausprobieren möchte muss daher im Prinzip warten, bis sein SaaS-Provider auf die Version 7.4.2 aktualisiert hat. Der weltweit erste Anbieter, der OX App Suite 7.4.2 zum Fundament seines Angebots macht, ist der in Berlin an dem Markt gegangene Dienst mailbox.org, hinter dem sich der bekannte Berliner Open-Source- und Mailserver-Spezialist Heinlein Support verbirgt. Der neue Dienst wurde als Reaktion auf die jüngsten NSA-Enthüllungen unter anderem von Peer Heinlein persönlich ins Leben gerufen und bietet in erster Linie besonders sicher verschlüsselte Email-Postfächer.

OX Drive ausprobieren

Da Offenheit und offene Standards zentrale Eckpfeiler der Produkt- und Firmenphilosophie von „Open“-Xchange sind, steht der unter der „GNU General Public License 2“, sowie der „Creative Commons Attribution-NonCommercial-ShareAlike 2.5 License“ veröffentlichte Quelltext von OX App Suite 7.4.2 mit OX Drive, auch wenn OX im eigentlichen Sinne, kein Community-Projekt ist, auch zum Herunterladen zur Verfügung, einschließlich einer umfangreichen Installations-Anleitung. Damit ist es im Prinzip möglich, ohne auf entsprechende Aktualisierungen der einschlägigen SaaS-Anbieter zu warten, eine selbst gehostete OX App Suite zu installieren und zu betreiben. Dass dies mit erheblichen Aufwand verbunden ist und entsprechendes Know How erfordert liegt durchaus im Kalkül des Herstellers, denn Open-Xchange möchte keinesfalls als Konkurrenz oder Alternative zu OwnCloud & Co in Erscheinung treten oder wahrgenommen werden.

Bildergalerie

Kein OwnCloud-Konkurrent

Das Open-Xchange-Management um CEO Rafael Laguna betont diesen Punkt ausdrücklich, schon um einer möglichen Erwartungshaltung beim Endkunden entgegen zu wirken. Gleichzeitig lässt Open-Xchange aber auch durchblicken, dass OX Drive zwar derzeit nur als integrale Komponente von OX App Suite erhältlich ist, man für die Zukunft aber durchaus erwägt, OX Drive als eigenständiges Software-Produkt zu vermarkten. Allerdings belassen es die Nürnberger momentan bei dieser eher wagen Andeutung.

Wer OX App Suite mit OX Drive trotzdem selbst installiert, kann später ohne Migrationsaufwand zwischen beiden Betriebsformen wechseln, weil der Code der SaaS- und der Inhouse-Variante identisch ist. Darüber hinaus können interessierte Unternehmen die Open-Xchange-Software für Inhouse-Installationen, einschließlich Maintenance und Support auch unter einer kommerzieller Lizenz von ausgewählten Systemintegratoren erwerben.

Während sich der Windows-Client direkt über das Webinterface der OX App Suite erhältlich ist, finden sich die neuen Version des OX-Drive-Clients für Android und iOS bereits in Googles Play Store, bzw. in Apples iTunes Store. Der ebenfalls bereits fertig gestellte Mac-Client durchläuft aktuell noch die Qualitätskontrolle bei Apple und sollte in Kürze verfügbar sein.

Zitate von Rafael Laguna, CEO von Open-Xchange

Rafael Laguna ist CEO und Mitgründer der Open-Xchange AG, die mit mehr als 100 Mitarbeitern in Olpe, Hamburg und Nürnberg Kommunikations- und Collaboration-Software für Internetdienstleister wie 1&1, STRATO, Host Europe und NetCologne entwickelt.
Rafael Laguna ist CEO und Mitgründer der Open-Xchange AG, die mit mehr als 100 Mitarbeitern in Olpe, Hamburg und Nürnberg Kommunikations- und Collaboration-Software für Internetdienstleister wie 1&1, STRATO, Host Europe und NetCologne entwickelt.
(Bild: Open-Xchange)

"Der Kauf von WhatsApp durch Facebook unterstreicht noch einmal sehr deutlich: Die Musik bei der Anwendungssoftware spielt dort, wo die Menschen sicher miteinander kommunizieren und Daten austauschen können. Genau hier sind wir auch mit OX App Suite zu Hause. Allerdings unterscheidet sich Open-Xchange als Softwarehersteller in einem wesentlichen Punkt von Facebook, Microsoft, Apple und Google: Während die US-Anbieter ihre Dienste nur direkt und möglichst ohne Möglichkeit einer Migration anbieten, vertreibt Open-Xchange seine Software über mehr als 80 Internet Service Provider, Hosting- und Telekommunikationsanbieter, die OX App Suite als Cloud Service anbieten. Wer OX App Suite alternativ lieber im eigenen Unternehmen betreiben möchte, bekommt die Software von OX App Suite samt Maintenance und Support auch über ausgewählte Systemintegratoren. Und da bei OX App Suite der Code für Cloud- und Inhouse-Installationen identisch ist, können die Anwender jederzeit und ohne Migrationsaufwand zwischen beiden Betriebsformen wechseln. Zudem lizensiert Open-Xchange ihre Software OX App Suite und OX Drive unter GNUGeneralPublicLicense2 bzw. CreativeCommonsAttribution-NonCommercial-ShareAlike2.5License und veröffentlicht entsprechend auch den Source-Code dazu. Dies garantiert nicht nur langfristige Herstellerunabhängigkeit und Investitionssicherheit, sondern erhöht auch die Sicherheit für die Anwender. Denn nur wenn unabhängige Experten der Anwender den Quellcode einer Software einsehen können, kann (nahezu) ausgeschlossen werden, dass vom Anbieter der Software Hintertüren (Backdoors) eingebaut oder Malware in die Software eingeschleust wurden. Bei der Gestaltung ihrer Cloud-Produkte und bei der Frage, ob und mit welchen anderen Diensten sie OX App Suite bündeln, haben unsere Partner größtmögliche Freiheit. Zwar eignet sich OX App Suite vom Privatanwender über Kleinunternehmen bis zum verteilten Konzern -- aber die unterschiedlichen Zielgruppen haben unterschiedliche Anforderungen und Erwartungen an Support und Sicherheit. Und die kennt keiner besser als die Partner, die den Dienst auch bereitstellen."

(ID:42544445)