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Neue Version und Partnersuche Owncloud drückt auf die Tube

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

Das Start-Up-Unternehmen Owncloud, das hierzulande von Nürnberg aus die kommerziellen Versionen der freien File-Sharing-Umgebung vermarktet, legt nach einer Beta-Phase zahlreiche technische Neuerungen nach. Im Systemhaus-Umfeld hat das Unternehmen bereits einige Partner gewonnen.

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Mit Owncloud lassen sich Files in einer Cloud-Umgebung managen.
Mit Owncloud lassen sich Files in einer Cloud-Umgebung managen.
(© AA+W - Fotolia.com)

Auch Open-Source-Software braucht ein Geschäftsmodell. Oft sieht dieses so aus, dass die Software frei nutzbar ist und sich dadurch verbreitet, die Käufer einer kommerziellen Version aber für Wartung und technischen Support zahlen. Auch bei Owncloud gibt es nach dieser Manier unter http://owncloud.org eine kostenfreie Variante der File-Sharing- und File-Synchronisations-Lösung sowie unter https://owncloud.com/de kommerzielle Version. Die Business-Edition für Unternehmen kostet 799 Euro pro Jahr für die ersten 50 Nutzer und die Enterprise Edition schlägt mit 12.500 Euro jährlich für die ersten 250 Nutzer zu Buche.

Version 4.5

Screenshot der Owncloud-Benutzeroberfläche.
Screenshot der Owncloud-Benutzeroberfläche.
(Owncloud)
Owncloud Inc., die die kommerzielle Version des freien Software-Projekts von Owncloud.org vertreibt, wurde 2011 in Boston gegründet. Das europäische Büro ist in Nürnberg angesiedelt. Nun wurde Version 4.5 vorgestellt, die sowohl der nichtkommerziellen, als auch der kommerziellen Variante zugrunde liegt. Kostenfrei steht Owncloud 4.5 zum Download unter http://owncloud.org/support/install bereit.

Zu den wichtigen Neuerungen zählen unter anderem folgende Punkte:

  • Synchronisierungs-Booster: Neue Versionen von Dateien oder Ordner erhalten eine eindeutige Kennung (ID-Nummer), so dass man sich bei der Synchronisierung auf wirklich neue Inhalte beschränken kann.
  • Cloud-Storage-Einbindung: Dienste wie Amazon S3, Dropbox, Google Drive oder Strato Hidrive können als eigene Ordner in die Owncloud eingebunden und von der Benutzeroberfläche aus mitverwaltet werden.
  • Video-Player: Der Einbau eines Video-Players ermöglicht es, Filme aus der Owncloud anzusehen, ohne sie zuvor herunterladen zu müssen.
  • HTML5-Plug-In: Mit einem neuen Plug-In, das auf dem Javascript-Framework impress.js basiert, lassen sich HTML5-Präsentation abspielen.

Ergänzendes zum Thema
Lizenzen und Versionen

Die Business-Edition von Owncloud unterliegt der Lizenz „AGPL 3“ aus dem GNU-Lizenzuniversum und berechtigt zur Nutzung einer Instanz. Die Enterprise Edition kann auf beliebig viele Instanzen verteilt werden, um Lasten zu verteilen und Hochverfügbarkeit sowie Replizierbarkeit zu gewährleisten. Die Enterprise Edition unterliegt einer Owncloud-Lizenz, weshalb Unternehmen, die eigene Erweiterungen für die Enterprise Edition schreiben, diese nicht mehr in Open-Source-Manier veröffentlichen müssen.

Die kommerziellen Versionen bieten gegenüber der kostenfrei nutzbaren zudem Support für Oracle-Datenbanken. Ein Logging-Modul zeichnet darüber hinaus auf, wer wann auf welche Dateien zugegriffen und diese verändert hat. Außerdem wurde eine „dynamische Storage-Zuteilung“ integriert: Mit dieser Funktion lassen sich den verschiedenen Anwendern unterschiedlich große Speicher zuteilen. Käufer der kommerziellen Owncloud-Version erhalten Wartung und technischen Support.

Partnerprogramm

Erst vor ein paar Monaten wurde das Partnerprogramm gestartet: Partner profitieren dabei von einer umsatzabhängigen Rabattstaffelung, von Lead-Weitergabe sowie technischer und vertrieblicher Unterstützung. Zu den deutschen Systemhäusern, die OwnCloud-Software ihren Kunden anbieten, gehören Ancud IT, B1 Systems und Dass IT. Service-Provider, wie Hostserver in Deutschland, stellen ihren Kunden OwnCloud als Cloud-Service bereit. Außerdem will der Anbieter künftig mehr und mehr Hardware-Anbieter gewinnen, die als Vertriebspartner agieren. □

(ID:36100250)