Effiziente und bedarfsgerechte Bandbreitenstrategien im Fokus

OTN-Switching und WDM-Datenübertragung in Kombination

| Autor / Redakteur: Geoff Bennett / Andreas Donner

Höhere Effizienz durch Virtualisierung

Ein weiterer Technologietrend auf dem Weg zu effizienterer Bandbreitennutzung ist die Virtualisierung. Damit lässt sich aus der Gesamtbandbreite, die aus einzelnen, fest zugeteilten Wellenlängen besteht, eine teilbare Ressource generieren. Dank neuester Technologie der Netzwerkausrüster können Provider mit minimalem Eingriff in die Netzstrukturen die bestehende Infrastruktur virtualisieren und flexibel rekonfigurieren. Ein programmierbares optisches Netzwerk (Abbildung 1) passt sich dem tatsächlichen Bedarf an Datenübertragung an.

Physikalisch getrennte Wellenlängen werden also in eine Bandbreitenresource virtualisiert und als ein einziger Pool frei zuteilbarer Bandbreiten behandelt (Abbildung 2): Dienste greifen somit unabhängig vom physikalischen Unterbau auf den Bandbreitenpool zu. Das beschleunigt die Bereitstellung von Diensten, erleichtert die Überwachung und den Ausbau der Verbindungen.

Für die Virtualisierung ist zudem ein integriertes Bandbreiten-Management erforderlich. Multi-Service/Protocol-Client-Schnittstellen müssen von den optischen WDM-Verbindungen abgekoppelt sein, damit jede beliebige Kapazität frei verortet werden kann.

Zukünftige Marktchancen in Europa für 100 Gbit/s und mehr

Ein effizientes Bandbreiten-Management ist ebenso wichtig wie die maximale Übertragungskapazität. Diese bewegt sich von derzeit realisierbaren 100 Gbit/s bis zu ersten erfolgreichen Gehversuchen im Bereich von 500 Gbit/s. Für beide Eckwerte gibt es bereits Praxisbeispiele auf europäischem Boden.

So bietet Colt Technology Services auf Basis von Infinera-Technologie seit kurzem 100GbE-Dienste für Kunden seines europäischen Langstreckennetzwerks an (Abbildung 3). Durch die Integration der auf PICs aufgebauten DTN-Plattform in das Langstreckennetz kann der Betreiber die ständig wachsende Nachfrage nach skalierbaren, bandbreitenintensiven Ethernet-Diensten bedienen.

Auch Interoute stellt bereits seit Herbst letzten Jahres mit Infinera-Technologie 100 GbE-Dienste zur Verfügung, laut eigenen Angaben mit europaweit größter räumlicher Abdeckung. Wohin die Reise geht, zeigt derzeit Cable&Wireless Worldwide (CWW). Der Netzbetreiber ist beteiligt am Aufbau des Europe Persia Express Gateway (EPEG), das mit 540 Gbit/s startet und später sogar 3,2 Tbit/s erreichen soll.

Skalierbarkeit fördert die Investitionsbereitschaft

Nicht jeder Netzbetreiber tut sich leicht, in seine Infrastruktur zu investieren, um die heute technisch möglichen Bandbreiten im Bereich von 100 Gbit/s und darüber hinaus zur Verfügung zu stellen. Jede Erweiterung um 100 GbE lässt die Betriebskosten steigen.

Eine elegante und kosteneffiziente Lösung brachte kürzlich Netzwerkspezialist Infinera mit seiner Instant Bandwidth-Technologie für DTN-X-Plattformen ins Spiel. Damit können Netzbetreiber ihre bestehende Bandbreitenkapazität rein softwaregestützt in Schritten von zusätzlichen 100 GbE erweitern. Die Instant Bandwidth-Lösung kombiniert dazu Innovationen in den Bereichen Hardware, Software und Betrieb. Hardwareseitig zählen dazu neue Transponderlösungen wie die 500G Super-Channels auf der Langstrecke, auf denen zu Anfang nur 100GbE aktiviert, aber weitere 100GbE schnell zugeschaltet werden können. Erstmals in der Praxis eingesetzt werden soll die Lösung bei TeliaSonera International Carrier (TSIC) in seinem US-weiten 100GbE-Netzwerk.

Um Investitionsentscheidungen zu erleichtern, gilt es vor Einrichtung des Netzes die Kosten möglichst realistisch zu kalkulieren. Ein Network Efficiency Quotient (EQ) bietet ein effektives Vorab-Analysemodell, das die Auswirkungen architektonischer Entscheidungen auf die Total Cost of Ownership (TCO) eines Transportnetzwerks kalkuliert (Abbildung 4). So kann eine Netzwerkarchitektur, die OTN-Switching und WDM-Datenübertragung integriert, den EQ entscheidend gegenüber älteren Lösungen verbessern, die nur auf WDM vertrauen. PICs-basierte Lösungen beeinflussen bei einer OTN-Switching/WDM-Architektur die Gesamtbetriebskosten zusätzlich positiv.

Fazit

Die flexible Verfügbarkeit von Bandbreite ermöglicht es Netzwerkanbietern, bedarfsgerecht auf schwankende Datenmengen zu reagieren, aber auch neue Dienste schneller und zuverlässiger zur Verfügung zu stellen. Durch neue Technologien wird vorhandene Bandbreite besser genutzt, der Stromverbrauch sinkt.

Geoff Bennett, Director of Solutions & Technology bei Infinera
Geoff Bennett, Director of Solutions & Technology bei Infinera (Bild: Infinera)

Kompaktere Hardware-Komponenten ermöglichen eine dichtere Bauweise und reduzieren den Platzbedarf in den Rechenzentren der Netzbetreiber. Ein leistungsfähiges, schlankes Netz vereinfacht den Netzwerkbetrieb und reduziert die Ausfallrate. Die neue Netzwerklandschaft wird somit nicht nur leistungsfähiger, sondern auch intelligenter, flexibler und nicht zuletzt zeitgemäß „grüner“.

Über den Autor

Geoff Bennett ist Director of Solutions & Technology bei Infinera

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