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Software-Konzern konsolidiert Rechenzentren mit Sun-Technologie

Oracle senkt eigene IT-Betriebskosten um 30 Prozent

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Besonders augenfällig ist die Veränderung bei den Servern: Oracle tauschte 63 ältere x86-Systeme durch zwei „Sun Fire x4600“ aus. Dabei handelt es sich um ein Acht-Sockel-Kraftpaket, das mit „AMD Opteron“-Mehrkern-Prozessoren ausgestattet ist. Außerdem wurden 19 ältere Unix-Server durch zwei „Sun SPARC M5000“, ein Midrange-System mit acht SPARC64-Prozessoren, ersetzt.

Die neuen Server sind nicht nur deutlich leistungsfähiger als die alten Maschinen. Sie benötigen für die gleiche Rechenleistung auch weniger Energie. Dadurch spart Oracle jeden Monat mehr als eine Million Kilowattstunden an Strom. Weil die Systeme wegen des geringeren Energieverbrauchs auch weniger Abwärme produzieren, arbeitet die Kühlanlage um 32 Prozent effizienter. Unterm Strich senkte der Software-Konzern die Betriebskosten auf diese Weise um 30 Prozent.

Eine solche Konsolidierung der Hardware-Landschaft lässt sich freilich nicht ohne Virtualisierung umsetzen. Nur so können die Ressourcen der Hochleistungs-Server effizient ausgenutzt werden. Dabei kommen unterschiedliche Technologien zum Einsatz. Auf den x86-Servern nutzt Oracle die Hypervisor-Technologie von VMware, auf den SPARC-Servern die von Sun entwickelten „Dynamic Domains“ und die „Oracle Solaris Container“. Dabei handelt es sich um Verfahren zur Partitionierung und zur Betriebssystem-Virtualisierung.

Verschiedene Virtualisierungskonzepte

Insgesamt unterstützt Oracle auf Sun-Servern vier unterschiedliche Virtualisierungs-Konzepte: „Ressourcenverwaltung“, „Virtualisierung auf Betriebssystem-Ebene“, „Virtuelle Maschinen“ und „Harte Partitionierungen“. Die Ansätze unterscheiden sich vor allem durch die Zahl der Betriebssystem-Instanzen und den Grad der Isolierung von Anwendungen.

  • Die „Ressourcenverwaltung“ vereinfacht es, mehrere Anwendungen auf demselben Server unter derselben Betriebssystem-Instanz auszuführen. Die Applikationen werden nur so weit voneinander isoliert, dass keine Konflikte zwischen ihnen entstehen. Die Auslastung von CPU, Arbeitsspeicher und I/O-Ressourcen werden laufend überwacht. Administratoren legen Regeln fest, mit deren Hilfe sie die gemeinsame Nutzung der Ressourcen durch die Anwendungen steuern.
  • Bei der „Virtualisierung auf Betriebssystem-Ebene“ nutzen mehrere Anwendungen dieselbe Betriebssystem-Instanz. Basis dafür ist die „Oracle Solaris Container“-Technologie, bei denen jede Anwendung in einer eigenen Sicherheitsdomäne ausgeführt wird. Verglichen mit einem Hypervisor erzeugen die Container einen geringeren Overhead. Die Technologie funktioniert auf x86- und SPARC-Servern unter Oracle Solaris. Auf einem System können einige tausend Container erstellt werden.
  • „Virtuelle Maschinen“ bieten eine noch stärkere Isolierung, indem sie mehrere Betriebssystem-Instanzen und unterschiedliche Betriebssystem-Typen auf derselben physikalischen Maschine unterstützen. Ein Hypervisor vermittelt der Anwendung den Eindruck, eine eigene, vollständige Hardware-Konfiguration zu nutzen. Virtuelle Maschinen lassen sich auf x86- und SPARC-Systemen einrichten. Oracle nutzt dazu eigene Technologien wie „Sun xVM“ und „Oracle VM Server for SPARC“ (Logical Domains) und unterstützt Produkte von Drittanbietern wie Microsoft oder VMware.
  • „Harte Partitionierungen“ unterstützen mehrere Betriebssystem-Instanzen ohne den Overhead eines Hypervisors. Sie bieten die höchste Stufe der Isolierung in Form von dynamische Domänen mit elektrisch voneinander getrennten Umgebungen für jedes Betriebssystem. Einzelne Domänen können zur Wartung abgeschaltet werden, ohne die anderen zu beeinträchtigen. Harte Partitionierungen sind auf Midrange- und High-End-SPARC-Systemen von Oracle verfügbar.

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