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Software-Konzern konsolidiert Rechenzentren mit Sun-Technologie Oracle senkt eigene IT-Betriebskosten um 30 Prozent

| Autor / Redakteur: Michael Hase / Florian Karlstetter

Nach dem Kauf von Sun hat Oracle eigene Rechenzentren mit Technologie des übernommenen Server-Spezialisten modernisiert. Der Software-Konzern tauschte ältere Rechner durch leistungsfähigere, Energie-effizientere Systeme aus und setzte konsequent auf Virtualisierungstechnologie. Dadurch reduzierte sich der Platzbedarf enorm, und die Betriebskosten sanken um 30 Prozent. Nach eigenen Angaben hat Oracle einen Millionenbetrag eingespart.

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Oracle unterstützt vier verschiedene Virtualisierungs-Konzepte (Grafik: Oracle).
Oracle unterstützt vier verschiedene Virtualisierungs-Konzepte (Grafik: Oracle).
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn ein Unternehmen expandiert, muss die IT-Abteilung in der Regel das Equipment im Rechenzentrum aufstocken. Geschieht das ohne sorgfältige Planung, entsteht schnell ein ausuferndes, komplexes Netz von Systemen, das schwer zu managen ist und unnötig Ressourcen verbraucht. Wer könnte das besser beurteilen als ein Hersteller wie Oracle, der seit 2005 mehr als 70 Firmen übernommen hat.

So gesehen kam die Akquisition von Sun Microsystems, die Oracle Anfang 2010 abschloss, gerade recht. Denn das Unternehmen nutzte die Technologie des übernommenen Server- und Infrastruktur-Spezialisten, um seine eigenen Rechenzentren zu modernisieren. Im Ergebnis sparte Oracle dadurch mehrere Millionen Dollar ein.

Schon vor der Sun-Übernahme hatte der Software-Konzern einen großen Teil seiner Systeme zur Unterstützung der Fachabteilungen und der Kundendienstgruppen in einem Rechenzentrum in Broomfield, Colorado, zusammengeführt. Das Equipment war auf insgesamt 46.000 Quadratmetern in neun Gebäuden untergebracht. Eine Erweiterung um 500 Quadratmeter stand bereits an.

Modernisierung der Systemlandschaft

Zu diesem Zeitpunkt entschied sich Oracle, die Systemlandschaft von Grund auf zu erneuern. Durch eine Konsolidierung auf Server- und Storage-Systeme von Sun sowie durch ein neues Rechenzentrums-Design gelang es dem Unternehmen, den Platzbedarf in Broomfield auf 11.700 Quadratmeter zu senken. Somit nimmt die gesamte Hardware inzwischen nur noch ein Viertel des Platzes ein. In einem kleineren Rechenzentrum am Standort Santa Clara, Kalifornien, wurde die Fläche von 18.800 auf 6.700 Quadratmetern reduziert.

Die geplante Erweiterung in Broomfield, die 2,5 Millionen Dollar gekostet hätte, wurde überflüssig. Stattdessen brachte Oracle das Equipment in einem einzigen, modernen Neubau unter. Dort stellten die Planer das Design auf eine modulare Container-Architektur, eine so genannte Pod-Architektur, um. Sie besteht aus in sich geschlossenen Rack-Gruppen, die mit besonders effizienter Energie-, Kühl- und Verkabelungstechnologie ausgestattet sind. Dieses Design kommt praktisch ohne Zwischenböden aus, wodurch Oracle weitere vier Millionen Dollar einsparte.

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