Zentrales System für automatisierte Geschäftsprozesse Open Source – die Zukunft der Business Software

Autor / Redakteur: Benedikt Sauter* / Elke Witmer-Goßner

Die Zukunft der Business Software liegt in der Flexibilität. Einige Software Hersteller haben die Basis dafür bereits geschaffen. Die Codes basieren auf Open-Source-Technologien, die es ermöglichen, die Software individuell anzupassen und eine Kompatibilität mit anderen Programmen zu ermöglichen.

Firma zum Thema

Nutzer sollen alle Geschäftsprozesse in einem zentralen ERP-System pflegen und verwalten können, statt dafür verschiedene Programme nutzen zu müssen.
Nutzer sollen alle Geschäftsprozesse in einem zentralen ERP-System pflegen und verwalten können, statt dafür verschiedene Programme nutzen zu müssen.
(Bild: © vectorfusionart - stock.adobe.com)

Moderne Business Software bietet schon heute ein hohes Automatisierungspotenzial. Über Schnittstellen werden Online-Shops, Marktplätze, Produktionsstätten, Lager und Zahlungsanbieter sowie Versanddienstleister angebunden. Insbesondere im E-Commerce nimmt die Kompatibilität einen hohen Stellenwert ein, da die Produkte und Kundendaten der verschiedenen Touch Points nur noch einmal gepflegt werden müssen – zentral im ERP-System. Die Daten werden in Echtzeit synchronisiert. So hat der Nutzer jederzeit den Überblick über den Live-Lagerbestand, Stand der Bestellung und eventuelle Engpässe.

Schlüssel zur zentralen Business Software

Um die Kompatibilität mit anderen Systemen herzustellen, sind in der Regel aufwändige Programmierschnittstellen nötig. Bei Software, die auf Open-Source-Technologien basiert, geht die Anbindung wesentlich schneller und unkomplizierter. Einige Hersteller arbeiten bereits zukunftsorientiert und entwickeln ihre Software ganz bewusst als Open-Source-Lösung. Der Nutzer kann sehr einfach andere Systeme anbinden, die Software flexibel anpassen oder sogar individuell erweitern.

Auch für Software-Anbieter selbst ist Open Source ein attraktives Modell, da die Entwicklungskosten deutlich geringer sind. Die Open-Source-Software steht öffentlich zur Verfügung. Das macht sie sogar wesentlich sicherer als interne Lösungen. Denn andere Programmierer prüfen die Sicherheits- und Leistungsstandards und geben öffentlich Feedback. So wird der Code immer weiter optimiert, so dass er weniger fehleranfällig und robuster wird. Der Einsatz von Open-Source-Technologien in der Business Software ermöglicht eine hohe Transparenz und eine große Flexibilität – ein wichtiger Faktor für die Innovation.

Intelligente Vernetzung für detailliertes Forecasting

Durch die Vernetzung der Software-Anbieter untereinander entstehen sowohl im operativen Geschäft, als auch in der strategischen Planung Vorteile. Denn es werden nicht nur die eigenen Daten erfasst und ausgewertet, auch die Daten von externen Partnern wie Zulieferern, der Lagerverwaltung oder Spediteuren fließen über eine Schnittstelle in die Software. Verspätet sich beispielsweise eine Lieferung, wird das automatisierte ERP-System im Voraus planen, wann die Ware eintreffen wird und kann die Produktion dementsprechend kurzfristig umplanen. So werden Leerläufe minimiert und die Prozesseffizienz gesteigert.

Alle relevanten Informationen und Daten können in zentralen Dashboards mit einem Blick erfasst werden. Der Nutzer hat einen Echtzeit-Überblick über alle laufenden Geschäftsprozesse und kann schnell auf neue Situationen reagieren. Durch die Vernetzung mit allen Lieferanten und Dienstleistern hat die zentrale Business Software eine wesentlich größere und detailliertere Datenbasis, auf die sie ihre Berechnungen beziehen kann. Das daraus resultierende Forecasting ist sehr genau und eröffnet große Einsparpotenziale in Bezug auf Lagerhaltung, Produktion oder auch Mitarbeiterplanung.

Technologien der Zukunft

Anbieter wie xentral ERP erlauben es, die Business Software selbst aufzusetzen und Schnittstellen zu Online-Shops, Marktplätzen, wie Amazon oder eBay, Versanddienstleistern, Zahlungsanbietern und Co. mit nur wenigen Klicks zu verknüpfen.
Anbieter wie xentral ERP erlauben es, die Business Software selbst aufzusetzen und Schnittstellen zu Online-Shops, Marktplätzen, wie Amazon oder eBay, Versanddienstleistern, Zahlungsanbietern und Co. mit nur wenigen Klicks zu verknüpfen.
(Bild: xentral ERP)

Die grenzenlose Vernetzung ist bereits im Vorstadium und wird sich in den nächsten Jahren sehr schnell weiterentwickeln. Denn die Systeme dafür sind bereits vorhanden. Unternehmen, die aktuell eine Software-Umstellung planen, sollten schon jetzt bei der Auswahl des Herstellers auf die Grundvoraussetzungen des Systems achten. Vor allem muss geklärt werden, welche Schnittstellen schon jetzt genutzt werden und welche potenziell in der Zukunft verwendet werden sollen. Nur dadurch kann sichergestellt werden, dass die Software auch über alle Funktionen für eine unkomplizierte Anbindung neuer Lösungen verfügt.

Ein besonders relevantes Thema ist die Skalierbarkeit: Unternehmen sollten hier berücksichtigen, dass die Anzahl möglicher Anbindungen nicht von vornherein begrenzt ist – denn auch bei steigendem Auftragsvolumen muss eine gleichbleibende Performance gewährleistet sein. Die ERP-Systeme der Zukunft bieten All-in-One-Lösungen – deshalb sollte die gewählte Lösung so viele Unternehmensprozesse wie möglich abbilden.

Die Entwicklung führt zu intelligenter Business Software

Bereits heute bereiten sich Software-Anbieter auf die Vernetzung untereinander vor. Das Ziel: ein zentrales ERP-System, in dem sämtliche Informationen in Echtzeit ausgetauscht und synchronisiert werden. Dafür werden Lösungen und Prozesse noch weiter verschlankt und vereinfacht. Doch nicht nur die Software selbst, sondern auch die Implementierung und das Onboarding werden sich verändern. Die Einführung einer neuen Business Software gestaltet sich bei einigen Herstellern noch als Jahresprojekt.

Doch durch eine schlanke und einfache Software-Struktur sowie das wachsende Digital-Know-how der Nutzer selbst geht der Weg in Richtung Self-Onboarding, um die Business Software selbst aufzusetzen und Schnittstellen anzubinden. Die gemeinsame Entwicklung der Software, der kollaborative Grundgedanke von Open Source, wird durch das Self-Onboarding auf die Anwendung übertragen. Auch hier bilden sich Communities, die sich gegenseitig unterstützen und dem Software-Anbieter direktes Feedback geben. Das schafft ganz neue Möglichkeiten für die nutzerzentrierte Software-Entwicklung und wird nicht nur den Umfang, sondern auch die Schnelligkeit positiv beeinflussen.

Benedikt Sauter, xentral ERP Software GmbH.
Benedikt Sauter, xentral ERP Software GmbH.
(Bild: xentral ERP)

* Der Autor Benedikt Sauter ist Geschäftsführer der xentral ERP Software GmbH aus Augsburg. xentral bietet eine vollumfängliche ERP Business Software, die es schnell wachsenden Firmen ermöglicht, ihre Produkte und Services digital und zentral abzubilden. Produzenten sowie etablierte Unternehmen aller Branchen greifen mit xentral auf mehr als 1.000 Funktionen rund um die Bereiche Vertrieb, Produkt, Logistik, Finance, Team- und Projektmanagement zu.

(ID:47280143)