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06.02.2026

Das Problem ist nicht die Datenbank, sondern das Betriebsmodell

Souveränität erfordert Betrieb und Wiederherstellung von Datenbanken in hybriden Multi-Cloud-Umgebungen. Gleichzeitig müssen diese Operationen replizierbar und compliant sein. Von: Leonardo Boscaro, EMEA Sales Leader, Nutanix Database

Gespräche mit Kunden zeichnen ein klares Bild: Es sind die Infrastrukturverantwortlichen, die ohne zusätzliches Personal für mehr Kontrolle, durch eine niedrigere Fehlertoleranz für eine bessere Compliance und in immer heterogeneren Umgebungen für eine stärkere Resilienz sorgen sollen. Doch die vorherrschenden Betriebsmodelle für unternehmenskritische Systeme können mit den steigenden Erwartungen nicht Schritt halten.

Diese Lücke offenbart sich zuallererst auf der Ebene der Datenbanken. Sie befinden sich im Zentrum unternehmenskritischer Services. Ihr Management ist jedoch weiterhin von manuellen Prozessen, isolierten Werkzeugen und einer hohen Abhängigkeit von Spezialwissen gekennzeichnet. Ein genauerer Blick auf die Aspekte Verfügbarkeit, Sicherheit und Compliance zeigt, dass diese Art von Management in vielen Unternehmen schon nach kurzer Zeit zu einem Risiko wird.

In hoch regulierten Branchen und Unternehmen zeichnet sich zurzeit ein Trend ab hin zu speziellen Plattformen für Datenbanken. Der Betrieb dieser Plattformen ist auf Basis autorisierter Vorlagen, schützender Leitplanken, automatisierter Workflows und eingebauter Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit standardisiert. Das bedeutet, dass in der Praxis Datenbank-Workloads als ein eigenständiger Bereich behandelt werden. Die Infrastruktur und Lebenszyklusoperationen sind aufeinander abgestimmt und stellen nicht eine bloße Ergänzung zu einer allgemeinen Umgebung dar. Dieser Ansatz setzt einen standardisierten Betrieb für das Lebenszyklusmanagement von Datenbanken und ihre Wiederherstellung voraus, der in hybriden wie in Multicloud-Umgebungen konsistent abläuft.

In regulierten Umgebungen kommt es nicht nur darauf an, compliant zu sein, sondern dies auch regelmäßig nachweisen zu können. Hängen Provisionierung, Patching und Wiederherstellung von Tickets, Spezialwissen und nur einmal verwendeten Skripts ab, lassen sich Zuverlässigkeit und Wirksamkeit von Kontrollen nur schwerlich testen, bleiben die Prüfketten lückenhaft und fußt die Resilienz eher auf dem Glauben daran als auf tatsächlichen Fähigkeiten.

Komplexität wächst schleichend

Die meisten gewachsenen Datenbanklandschaften in den Unternehmen sind das Ergebnis sinnvoller Einzelentscheidungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gefällt wurden. Um eine neue Anforderung zu erfüllen, wurde hier eine Plattform hinzugefügt, dort stellte sich heraus, dass sich ein Legacy-System nicht migrieren ließ, und eine spezifische Lücke im Betrieb wurde mit einem neuen Tool geschlossen. Jede dieser Einzelmaßnahmen war für sich betrachtet sinnvoll. Mit der Zeit sind die Administratoren jedoch gezwungen, Dutzende oder Hunderte Datenbanken mit verschiedenen Engines und in unterschiedlichen Umgebungen zu managen. Und jede Datenbank erfordert eigene Prozesse für Provisionierung, Patching, Wiederherstellung und Monitoring.

Das Ergebnis sind Ineffizienzen und Brüche im Betrieb. Datenbanken sitzen an der Schnittstelle von Kontrolle, Nachweisbarkeit und Resilienz. Manuelle oder inkonsistente Prozesse führen schnell zu höheren Risiken. Als Folge davon steigt in regulierten Branchen der Druck durch Prüfungen, ziehen sich die Wiederherstellungszeiten von Datenbanken in die Länge und wird die Abhängigkeit von einer Handvoll Spezialisten zu einer Belastung.

Die Risse zeigen sich bei Datenbanken zuerst

Viele Infrastrukturverantwortliche fragen sich, warum Datenbanken überhaupt ihre Angelegenheit sein sollten. Traditionell sind dafür doch die Datenbankadministratoren zuständig, während sich die Infrastrukturteams mit Plattformen und Kapazitäten beschäftigen.

Heute jedoch stehen Infrastruktur- und Sicherheitsverantwortliche konstant unter Druck, um die Compliance zu verbessern, Risiken zu reduzieren, für zuverlässige Verfügbarkeit ohne neues Personal und mit geringerer Fehlertoleranz zu sorgen. Datenbanken fallen direkt unter diese Verantwortlichkeiten. Patching-Zeitfenster, fehlerhafte Backups und ungetestete Wiederherstellungspläne stellen betriebliche Risiken mit geschäftlichen Konsequenzen dar.

Automatisierung kann nicht die alleinige Lösung für diese Probleme sein. Viele Unternehmen haben stark in Skripte und passgenaue Workflows investiert, um den Lebenszyklus von Datenbanken zu managen. Diese Maßnahmen reduzieren den Aufwand in bestimmten Bereichen. In anderen Bereichen schaffen sie jedoch neue Komplexitäten, zum Beispiel wenn Mitarbeiter eine andere Rolle übernehmen oder Umgebungen skalieren.

Standardisierung bringt den Wandel

Einen wirklichen Durchbruch erzielen Unternehmen, wenn sie ihr Betriebsmodell standardisieren, anstatt einzelne Aufgaben zu automatisieren. Das bedeutet, Datenbankoperationen als eine Fähigkeit zu behandeln, die einem Produkt gleicht. Autorisierte Vorlagen, schützende Leitplanken und von Anfang an integrierte wiederholbare Workflows sind das Mittel dazu.

Folgen Provisionierung, Patching, Klonen und Wiederherstellung einem konsistenten Modell, wird Compliance zu einem integralen Bestandteil des Prozesses, anstatt im Nachhinein validiert werden zu müssen. Das System steuert den Betrieb, der nicht länger von individuellem oder dokumentiertem Wissen abhängt, und reduziert damit von Menschen verursachte Fehler. Gleichzeitig sind die Unternehmen besser auf Prüfungen vorbereitet, weil die einzelnen Aktivitäten nachvollziehbar und vorhersehbar sind.

Aus diesem Grund bewegen sich Unternehmen zunehmend von individuellen Automatisierungen in Richtung standardisierter Betriebsmodelle, wo Infrastruktur, Lebenszyklus und Governance von Anfang an aufeinander abgestimmt sind.

Wiederherstellung ist der Lackmustest

Die Wiederherstellung von Datenbanken ist der Moment, in dem Betriebsmodelle unter Druck getestet werden. Viele Unternehmen haben technische Lösungen für Disaster Recovery implementiert, sie zu testen stellt jedoch eine komplexe Aufgabe dar, unterbricht den Betrieb und unterbleibt oft ganz.

Diese Situation erweist sich als unhaltbar. Das gilt insbesondere für geschäftsrelevante Services wie zum Beispiel im Finanz- oder Öffentlichen Sektor. Die Fähigkeit zur Wiederherstellung muss ein standardisiertes Betriebsverfahren sein, keine Spezialdisziplin, die von einer Handvoll Experten abhängt und auf lückenhafte Verfahrensdokumentationen angewiesen ist.

Werden die Wiederherstellungs-Workflows in dieselbe Plattform wie für die täglichen Datenbankoperationen eingebettet, lassen sich Tests einfacher und häufiger durchführen. Testszenarien wie das Umschalten auf andere Systeme, die Absicherung gegen Ausfälle oder die Wiederherstellung aus Sicherungen lassen sich anhand geführter Prozesse durchspielen, die viele Fehler von vorneherein ausschließen. Es geht nicht darum, Ausfallzeiten zu minimieren, sondern um Vertrauen, Glaubwürdigkeit und den Nachweis, die Kontrolle zu haben.

Souveränität bedeutet operative Autonomie

Souveränität ist ohne Zweifel äußerst wichtig. Allerdings dreht sich die Diskussion in der Regel um den Aspekt der Datenlokalität anstatt die Frage nach Abhängigkeiten und Kontrollfähigkeiten. Tatsächliche Souveränität liegt jenseits geografischer Überlegungen. Sie muss zwar berücksichtigen, an welchem Ort die Daten liegen, aber genauso, wer die Kontrolle über das Betriebsmodell hat und welcher Rechtsordnung diese Kontrolle unterliegt.

Das ist die Situation, in dem Unternehmen hybride Strategien entwickeln und umsetzen. Diese funktionieren jedoch nur, solange sie für Konsistenz sorgen können. Laufen Datenbanken sowohl in On-Premises- als auch Cloud-Umgebungen ohne ein gemeinsames Betriebsmodell, verschiebt sich die Komplexität lediglich von einem Ort zum anderen. Tatsächliche Autonomie ist das Ergebnis einheitlicher Standards, Workflows und Kontrollen, die den konkreten Workload unabhängig vom jeweiligen Ausführungsort sozusagen auf seinem Weg begleiten.

Unternehmen brauchen die Freiheit, sich an regulatorische, geopolitische und geschäftliche Veränderungen anzupassen, ohne jedes Mal neue Governance- und Betriebsprozesse entwickeln zu müssen. Aus diesem Grund sind die Kriterien Portabilität und Konsistenz so zentral.

Eine spezielle Plattform für Datenbanken

Aus all dem ergibt sich eine neue Definition von Datenbankplattformen, die jenseits des Datenbankbetriebs auf einer Infrastruktur liegt. Heute ist es notwendig, Datenbanken mithilfe einer dedizierten Plattform und einer entsprechenden Nutzererfahrung bereitzustellen. Die Automatisierung des Lebenszyklusmanagements, von Governance und der Fähigkeit zur Datenbankwiederherstellung sind integraler Bestandteil einer solchen Plattform und keine nachträgliche Ergänzung.

Auf Basis dieses Plattformansatzes können Unternehmen unterschiedliche Datenbank-Engines unterstützen, hybride Umgebungen vereinheitlichen und ihren IT-Teams eine einheitliche Betriebsebene zur Verfügung stellen. Infrastrukturverantwortliche müssen nicht länger Feuerwehr spielen und können sich einem standardisierten Betrieb widmen, der compliant ist und skaliert.

Die Vorteile eines standardisierten Datenbankbetriebs zeigen sich schon nach kurzer Zeit: Schnellere Bereitstellungen, weniger manueller Aufwand und konsistentere Kontrollen reduzieren Reibungsverluste im täglichen Betrieb und senken Risiken. Oftmals erzeugen sie messbare Renditen schneller als traditionelle Programme, die sich allein auf die Infrastruktur konzentrieren.

Operative Disziplin wird zur Pflicht

CIOs, CTOs und CISOs von heute sehen sich nicht mehr nur mit der Frage konfrontiert, wo Datenbanken laufen sollten, sondern ob sie einer ordentlichen Governance unterliegen, sich wiederherstellen lassen und ihr Design auf Konsistenz ausgelegt ist. Immer mehr digitale Services stellen neue Anforderungen an Daten. Genauere Compliance-Prüfungen erweitern die Verantwortlichkeiten des Managements um den Bereich der operativen Disziplin. Unternehmen mit regulierten Umgebungen verdienen sich das Vertrauen von Aufsichtsbehörden und Kunden – im öffentlichen Sektor von Bürgerinnen und Bürgern – durch Beweise ihrer Vertrauenswürdigkeit.