nutanix-logo-charcoal-gray-digital (Nutanix)

Nutanix Germany GmbH

http://www.nutanix.de

20.10.2025

Nettonullemissionen: eine geschäftliche, keine politische Notwendigkeit

Das Nettonullziel bei klimaschädlichen Emissionen weiter als politische Verhandlungsmasse zu betrachten, führt in die Irre. Vielmehr handelt es sich dabei um eine geschäftliche Notwendigkeit - ein Kommentar von Sammy Zoghlami, SVP EMEA bei Nutanix.

In Schlüsselmärkten wie Frankfurt am Main, Amsterdam, Paris oder Dublin übersteigen die Rechenzentrumskapazitäten mittlerweile 24 Gigawatt. Das entspricht einer Steigerung von 21 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Grund für diesen Anstieg sind insbesondere künstliche Intelligenz (KI) und datenintensive Arbeitslasten. Der Stromverbrauch von Rechenzentren in der EU bewegt sich zwischen 55 und 80 Terawattstunden. Laut Internationaler Energieagentur entspricht dieser Wert mehr als zwei Prozent der gesamten Stromnachfrage in der Staatengemeinschaft. Die Agentur gibt gleichzeitig zu bedenken, dass Rechenzentren 2030 hauptsächlich wegen KI doppelt so viel Energie verbrauchen könnten wie heute.

Die Regierungen beginnen, auf diese Entwicklung zu reagieren. Die aktualisierte EU-Verordnung zur Energieeffizienz, die 2023 in Kraft getreten ist, verpflichtet große Rechenzentren dazu, den Energie- und Wasserverbrauch sowie den Anteil an erneuerbaren Energien zu melden. Dabei handelt es sich um ein klares Signal: Unternehmen können Nachhaltigkeit nicht mehr nur als interne Kennzahl oder als Marketingbotschaft behandeln. Vielmehr stellt das Thema eine regulierte Leistungskenngröße dar.

Zwar haben 30 Prozent der großen börsennotierten Unternehmen in Europa sich zu Nettonullemissionen bekannt, doch nur 5 Prozent sind im Plan, um dieses Ziel tatsächlich zu erreichen. Unternehmen, die von der digitalen Transformation profitieren, sollten ehrlich sein, was die Umweltkosten betrifft. Dies umso mehr, als KI den Infrastrukturbedarf massiv in die Höhe treibt. Plattitüden zum Nettonullziel müssen deshalb ein Ende haben. Jetzt ist es Zeit, über Details zu sprechen, zum Beispiel darüber, wo Workloads laufen, wie der Strom genutzt wird und ob Tools vorhanden sind, um bei der Umweltbilanz besser zu werden.

Es rechnet sich

Infrastruktur- und Energieentscheidungen haben nicht nur auf die Umwelt Auswirkungen, sondern auch direkt auf Gewinn und Ruf eines Unternehmens. ESG-Strategien mittels Energieeffizienz, Ressourcenoptimierung und Prozessinnovation effektiv zu integrieren, kann zu Steigerungen beim operativen Gewinn führen. ESG-Strategien auf ihre Wirksamkeit zu überprüfen, kann ebenfalls einen finanziellen Beitrag leisten und den Ruf stärken. Die Umfrage „2024 Global Institutional Investor Survey“ des Wirtschaftsprüfers und Unternehmensberaters EY kommt zu dem Schluss, dass 85 Prozent der institutionellen Investoren der Auffassung sind, Greenwashing nehme zu. Gleichzeitig sagen 92 Prozent der Befragten, dass ESG-Bemühungen auch kurzfristig messbar sein müssen, um glaubwürdig zu sein. Aus diesem Grund sind 76 Prozent der Meinung, dass ESG-Daten von unabhängiger Seite geprüft werden müssen, um Vertrauen aufzubauen.

Studien haben bestätigt, dass EMEA-Unternehmen mit größere ESG-Glaubwürdigkeit von einer spürbar höheren Profitabilität und Bewertung profitieren. Nachhaltigkeit ist also keine bloße ethische Entscheidung mehr, sondern auch eine strategische.

Im eigenen Betrieb und mittels seiner Technologie unternimmt Nutanix Schritte, damit Nachhaltigkeit nicht mehr stiefmütterlich behandelt wird. Nachhaltigkeit ist für Nutanix vielmehr ein Design-Prinzip. So stammten im Geschäftsjahr 2024 zum Beispiel 73 Prozent des Energieverbrauchs in den Rechenzentren des Anbieters aus erneuerbaren Quellen; im Geschäftsjahr zuvor waren es noch 68 Prozent gewesen.

Diese Steigerung ist kein Zufall. So hat Nutanix Workloads zu Anbietern mit einer höheren Effizienz bei Energie- und Wasserverbrauch transferiert. Dies geschah als Teil seiner Planung für das Leasing von Rechenzentren. Außerdem investiert das Unternehmen kontinuierlich in Herkunftszertifikate für die genutzte erneuerbare Energie.

Kunden stehen von den gleichen Herausforderungen wie Nutanix: Dazu zählen unter anderem regulatorische Änderungen, steigende Energiekosten und der wachsende Infrastrukturbedarf durch KI. Die Nutanix Cloud Infrastructure (NCI) ist nicht nur dafür konzipiert, die Leistung zu verbessern. Vielmehr soll sie auch spürbare positive Effekte auf die Umwelt unterstützen. Es gibt Kunden, die berichten, sie hätten ihren Fußabdruck an physischer Hardware um durchschnittlich 70 Prozent gesenkt und ihren Energieverbrauch halbiert (!), nachdem sie von einer klassischen SAN-basierenden Three-tier-Architektur auf NCI umgestiegen waren.

Transparenz und Daten sind ebenfalls von Bedeutung. Ohne Einblick in die Funktionsweise und den Verbrauch einer Infrastruktur besteht nur eine geringe Chance auf Optimierung. Die im Geschäftsjahr 2024 eingeführte Funktionalität „Power Monitor” liefert detaillierte Messwerte zum Strom- und Energieverbrauch auf Knoten- und Clusterebene. Dadurch sind IT-Teams in der Lage, fundierte Entscheidungen zum Betriebsort eines Workloads und zur Energieeffizienz zu fällen, und müssen sich nicht mehr auf Annahmen stützen.

Darüber hinaus ermöglicht Nutanix smartere Entscheidungen durch mehr Flexibilität. Die Plattform unterstützt die Wiederverwendung zertifizierter Bestandshardware und erlaubt inkrementelle Upgrades. Dadurch können Unternehmen die Laufzeit ihrer Hardware verlängern, unnötige Austauschzyklen vermeiden und ihre Ziele in Richtung Kreislaufwirtschaft verfolgen.

Lehre für die Zukunft

Natürlich muss nicht jedes Unternehmen Nutanix nachahmen. Vielmehr lautet eine der Lehren, dass erforderliche Tools, Daten und Strategien vorhanden sind, um Infrastrukturen smarter, transparenter und effizienter zu machen. Die Herausforderung ist betrieblicher und kultureller Natur: Sind Unternehmen in der Lage, Nachhaltigkeit in ihre zentrale IT-Strategie zu integrieren und nicht nur als lästige Übung in Sachen Compliance zu betrachten?

Um wirkliche Fortschritte zu erzielen, ist mehr nötig als angepasste Vorschriften und Regeln oder neue Berichtsformate. Vielmehr sollten Unternehmen das Heft des Handelns in die Hand nehmen in den Bereichen, die sie direkt beeinflussen können – die Systeme, die sie betreiben, die Energie, die sie verbrauchen, und die Art und Weise, wie ihre Infrastruktur skaliert. Die Schlussfolgerung ist im Grunde einfach, wird aber genauso einfach übersehen: Nachhaltigkeit muss fester Bestandteil des Betriebs werden; sie lässt sich nicht einfach zu einem späteren Zeitpunkt dem bestehenden Betrieb gleichsam aufpfropfen.

Jedes Unternehmen startet diesen Weg von einem anderen Punkt aus. Doch das Ziel sollte dasselbe sein: Smartere und transparentere Infrastrukturen, unterstützt von Daten statt Schätzungen, werden die Marktführer von morgen auszeichnen. Nicht weil es die Regulierungsbehörden verlangen, sondern weil Resilienz, Leistung und Nachhaltigkeit heute untrennbar miteinander verbunden sind.