26.02.2025
Unternehmens-IT: Was in diesem Jahr wichtig ist
Spannende Zeiten für die UnternehmensIT: Generative KI (GenAI) und Hybrid Multicloud verändern die IT-Landschaft grundlegend. Sie versprechen, Unternehmen produktiver und anpassungsfähiger zu machen. Doch der Weg dorthin ist steinig. Integration in die Infrastruktur, Datensicherheit und Fachkräftemangel erscheinen vielen Unternehmen als unüberwindliche Hürden. Von: Sammy Zoghlami, Senior Vice President EMEA bei Nutanix
Dennoch nehmen IT-Entscheider die Herausforderung beherzt an. Das zeigt die vor kurzem veröffentlichte 7. Ausgabe der jährlichen Studie Nutanix Enterprise Cloud Index (ECI). Für den Bericht hat das Marktforschungsunternehmen Vanson Bourne im Auftrag von Nutanix 1.500 Experten aus den Bereichen IT, DevOps und Platform Engineering befragt.
Das Ergebnis? Fast alle IT-Verantwortlichen (98%) haben Probleme damit, GenAI-Anwendungen zu skalieren und vom Entwicklungsstadium in den Echtbetrieb zu bringen. Gleichzeitig müssen sie ihre IT-Systeme modernisieren und Cloud-native Lösungen einführen. 95 Prozent der Firmen erkennen außerdem an, dass sie für GenAI strengere Maßstäbe an Datensicherheit und Governance anlegen müssen, um die richtige Balance zwischen Innovation und Compliance zu finden. Diese betrieblichen und strategischen Anforderungen lassen Entscheiderinnen und Entscheider die Frage überdenken, wie sie ihre Technologieinvestitionen mit geschäftlichen Zielen in Einklang bringen.
Neue Standards: Hybrid Multicloud und Cloud-native transformieren Infrastruktur
Die hybride Multicloud bildet mittlerweile das Rückgrat der Unternehmens-IT und macht sie ungleich flexibler, skalierbarer und effizienter. Über die Hälfte der Befragten haben nach eigenen Angaben ihre Applikationen bereits containerisiert, während weitere 43 Prozent daran arbeiten. Container entwickeln sich somit zum Goldstandard für moderne IT-Infrastrukturen. Containerisierung ermöglicht einen nahtlosen und sicheren Zugriff auf Daten in hybriden und Multicloud-Umgebungen – für Unternehmen, die ihren IT-Betrieb skalieren und innovative Workloads unterstützen wollen, das Mittel der Wahl.
Die Hauptrolle in der Transformation spielt Kubernetes, Prozent der Befragten nutzen die Plattform zur Orchestrierung. Mit Kubernetes als Grundlagentechnologie können Firmen ihre Cloud-nativen Anwendungen einheitlich und flexibel managen. Dessen große Verbreitung spiegelt die wachsende Bedeutung wider, die Unternehmen einem flexiblen Betrieb und der Fähigkeit beimessen, öffentliche, private und Edge-Umgebungen nahtlos miteinander zu integrieren.
GenAI verändert das Geschäft
GenAI verändert die Art und Weise, wie Unternehmen das Ziel verfolgen, Produktivität, Automatisierung und Innovationskraft zu steigern. Über 85 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits eine GenAI-Strategie und 55 Prozent führen entsprechende Lösungen ein. Zwar konzentrieren sich die Anwendungsszenarien aktuell noch auf die Bereiche Kundensupport und -experience. Doch über die Hälfte der Befragten wollen in den kommenden drei Jahren komplexeren Einsatzgebieten wie Cybersicherheit, Betrugserkennung und Datenschutz den Vorzug geben.
Generative KI kann nicht nur den Betrieb effizienter machen, sondern auch neue Einkommensströme erschließen, zu besseren Entscheidungen beitragen und kundenorientierte Innovationen vorantreiben. Voraussetzung dafür ist allerdings die Übereinstimmung der GenAI-Lösungen mit den strategischen Unternehmenszielen und eine robuste Infrastruktur für Skalierung und Resilienz.
GenAI-Skalierung und ihre Herausforderungen
Trotz aller Vorteile bleibt die Aufgabe anspruchsvoll, GenAI-Workloads zu skalieren und vom Entwicklungsstadium in die Produktion zu bringen. Fast alle Befragten (98%) berichten von Problemen in diesem Bereich. Für 54 Prozent ist die größte Hürde, GenAI in ihre bestehende IT-Umgebung einzubinden. Große Schwierigkeiten bereiten zudem der Fachkräftemangel (53%) und der ungewisse wirtschaftliche Nutzen (52%). Nur 75 Prozent der Firmen verfügen über die erforderlichen Tools und Prozesse, um den Lebenszyklus von GenAI-Modellen zu managen.
Um diese Probleme zu lösen, sollten Unternehmen ihre IT modernisieren und Werkzeuge für Lifecycle-Management einführen. Automatisiertes Monitoring inklusive Optimierung von GenAI-Workloads ist ebenfalls zentral, wird aber erst von 41 Prozent der Befragten genutzt. 60% der Firmen planen spezielle Hardware für generative KI, der Rest denkt noch darüber nach. All diese Herausforderungen stellen für Führungskräfte eine Chance dar, um in grundlegende Fähigkeiten zu investieren und damit skalierbare sowie nachhaltige GenAI-Bereitstellungen zu unterstützen.
Datensicherheit wird noch wichtiger
GenAI macht Datensicherheit und Governance zu noch komplexeren Aufgaben. 95 Prozent der Firmen nennen laut Studie Sicherheit und Datenschutz als Top-Prioritäten bei GenAI-Implementierungen. 38 Prozent sorgen sich vor allem um Datenschutz und insbesondere den Umgang mit sensiblen Daten. Trotzdem sind 95 Prozent der Befragten der Ansicht, dass ihre Unternehmen mehr für die Absicherung ihrer GenAI-Modelle und -Anwendungen tun könnten.
Führungskräfte stehen vor einer doppelten Herausforderung: Sie müssen sowohl traditionelle als auch neue Sicherheitsrisiken im Zusammenhang mit GenAI eindämmen. Investitionen in Cybersicherheit, Governance und Personal sind dafür unerlässlich. Nur 21 Prozent der Befragten verfügen nach eigener Aussage über ausreichende GenAI-Kompetenzen, während 69 Prozent auf der Suche nach neuen Talenten sind, um bestehende Lücken zu füllen. Demgegenüber sehen 53 Prozent der Mitarbeiter in GenAI eine Chance auf Zusatzqualifikationen. Robuste Governance-Richtlinien und Personalentwicklung sind die geeigneten Mittel für Unternehmen, um Risiken zu beseitigen und für Compliance in einem sehr dynamischen Umfeld zu sorgen.
Globale Trends und regionale Unterschiede
Verbreitung und Nutzung von Cloud-Umgebungen und GenAI-Workloads unterscheiden sich je nach Region. Im asiatisch-pazifischen Raum (APJ) setzen 60 Prozent der Unternehmen GenAI-Strategien bereits um und nehmen damit den Spitzenplatz ein. Bei der Container-Nutzung hinken sie jedoch hinterher – erst 16 Prozent befinden sich in der Transformation ihrer Anwendungen. In Nord- und Südamerika dominiert Azure AKS (56%), während die EMEA-Region führend bei der Nutzung von Google GKE (54%) ist.
Auch die Probleme sind unterschiedlich. Auf dem amerikanischen Kontinent und im asiatisch-pazifischen Raum stellt die Integration in die IT-Infrastruktur die größte Hürde (59% bzw. 58%) dar, in Europa der Fachkräftemangel (52%). Für internationale Firmen bedeutet das: Sie müssen ihre Strategien an die jeweilige Region anpassen. Diese Strategien mit regionalen Stärken und Schwächen in Einklang zu bringen ist für Führungskräfte eine zentrale Aufgabe, um über alle Regionen hinweg ein gleichmäßiges Niveau an Performance und Resilienz zu erreichen.
Was Führungskräfte jetzt tun sollten
Der ECI-Report 2025 macht deutlich: Führungskräfte sollten Hybrid Multicloud und GenAI als Grundpfeiler ihrer IT etablieren. Dabei geht es sowohl um Technik als auch um Menschen. Sich um beide Bereiche gleichermaßen zu kümmern, entscheidet über den Erfolg. Das bedeutet unter anderem, Investitionen in Containerisierung, Cybersicherheit und Talentsuche zu priorisieren und eine Innovations- sowie Agilitätskultur zu schaffen.
Der Weg dorthin ist anspruchsvoll. Doch Unternehmen können das Potenzial von Hybrid Multicloud und GenAI erschließen, wenn sie ihre IT-Strategien mit den geschäftlichen Zielen in Einklang bringen und skalierbare sowie zukunftsfähige Technologien einführen. Der Lohn für diese Mühen ist groß: mehr Produktivität, effizienterer Betrieb und Wettbewerbsvorteile in einem hochdynamischen digitalen Umfeld.