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AusweisApp für Linux, Mac und Firefox dauert und dauert und dauert … Nur noch jeder dritte Bürger will mit dem nPA online gehen

| Redakteur: Gerald Viola

Vor genau drei Wochen hat das Firefox-Update den neuen Personalausweis aus dem Browser verbannt. Linux- und Mac-User bleiben nachhaltig von der nPA-Nutzung ausgeschlossen. Und immer weniger Bürger lassen sich Online-Ausweisfunktion freischalten.

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Rückschlag für eGovernment? Nur jeder Dritte will Online-Ausweis nutzen
Rückschlag für eGovernment? Nur jeder Dritte will Online-Ausweis nutzen
( Archiv: Vogel Business Media )

3,7 Millionen neue Personalausweise wurden seit November letzten Jahres ausgestellt. Hat anfangs noch jeder Zweite die Funktion des elektronischen Identitätsnachweises freischalten lassen, sind es inzwischen nur noch 30 Prozent der Antragsteller. Das wurde am Rande der 14. Gunzenhäuser IuK-Tage bekannt.

Termine und das Prinzip Hoffnung

Dafür erweisen sich die Ausweisapp-Verantwortlichen als Weltmeister im Verschieben. Sollten die Linux-User kürzlich noch Mitte März, dann „voraussichtlich Ende März“ bedient werden, ist jetzt von Ende Mai die Rede.

Mac-User wurden von „Anfang Juni“ inzwischen auf „Ende Juni“ vertröstet. Wohlgemerkt: Linux- und Mac-User konnten außer der gehackten Version bisher noch keine funktionierende AusweisApp beim BSI downloaden.

Da erweckt die Ankündigung, dass die Firefox-4-kompatible Windows-Version in der Kalenderwoche 19 verfügbar sein soll (das wäre bis 15. Mai) nur die Hoffnung, dass es zumindest so geplant ist.

Elektronische Signatur: „Medienbruchfrei, sicher und preiswert“

Und das Bundesinnenministerium verbreitet zur elektronischen Signatur eine Absichtserklärung als Tatsache: „Die Ausweisinhaber können ein Zertifikat für die qualifizierte elektronische Signatur auf ihren Personalausweis laden. Damit sollen auch Dienste, die eine eigenhändige Unterschrift erfordern, medienbruchfrei, sicher und preiswert auf dem elektronischen Wege in Anspruch genommen werden.“

Die AusweisApp, die das überhaupt erst ermöglichen soll, kann wohl frühestens Ende dieses Jahres erscheinen. Bis dahin kann ein Signaturzertifikat nicht einmal auf den Ausweis geladen, geschweige denn genutzt werden.

Willkommen beim Henne-Ei-Problem!

Vielleicht sollten die Kompetenzen in der AusweisApp-Entwicklergemeinschaft geklärt werden. Bisher muss alles zwischen den vier Beteiligten BMI, BSI, Siemens und externen Programmierern einvernehmlich abgestimmt werden. Das dauert ...

Und das wiederum motiviert weder Wirtschaft noch Kommunen weitere Anwendungen für den nPA zu entwickeln. Am Jahresende werden übrigens voraussichtlich zehn Millionen Deutsche den neuen Personalausweis in der Brieftasche haben ...

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