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Aktuelle Studie zum Datenschutz in Deutschland 2011

Nicht nur Unternehmen sind für den Schutz von Nutzerdaten verantwortlich

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Der Nutzer ist großes Sicherheitsrisiko

Mit Datensicherheitsaspekten gehen die Deutschen immer unbedarfter um. Obwohl insgesamt die Sorge der Deutschen vor Datenmissbrauch zunimmt, schützen sich die Befragten immer weniger selbst. Jeder Fünfte führt kein regelmäßiges Update des Virenprogramms durch. Jeder Vierte hat keine Firewall auf seinem Rechner installiert. Und fast ein Drittel öffnet Mails von unbekannten Absendern.

„Es ist alarmierend, dass die Deutschen sich immer weniger um ihren individuellen Schutz im Netz kümmern. Das ist aber kein Datenschutz-, sondern ein Sicherheitsproblem. Die Debatte um Datenschutz und Datensicherheit sollte klar voneinander getrennt und versachlicht werden“, so Löffler. Insgesamt zeigt die Studie, die erstmals 2009 durchgeführt wurde, einen stetigen Rückgang bei angewandten Sicherheitsmaßnahmen der Nutzer.

Was können Nutzer tun, um sich zu schützen?

Generell muss die Bekanntheit technischer Datenschutzlösungen verbessert werden. „Verbraucher sollten unbedingt die technischen Möglichkeiten nutzen, die von der Internet- und Softwareindustrie zur Verfügung gestellt werden“, so Löffler. Das Problem dabei: Die technischen Datenschutzlösungen sind längst nicht jedem Internetnutzer bekannt.

Lediglich 39 Prozent verwenden Datenschutz-Software. Das Gleiche gilt für Phishing-Filter: Nur 60 Prozent kennen die Schutzmöglichkeit vor Attacken aus dem Netz, und nur 49 Prozent setzen sie ein. „Die Politik, Unternehmen wie Microsoft und unabhängige Initiativen müssen hier an einem Strang ziehen und stärker Aufklärungsarbeit leisten“, so Groebel.

Modernisierung der Datenschutzgesetze gefordert

Eine deutliche Mehrheit der befragten Internetnutzer sieht den Gesetzgeber bei Datenschutzthemen zukünftig stärker in der Pflicht (71 Prozent). Dabei wünschen sich die Deutschen von der Politik klarere Datenschutz-Gesetze (64 Prozent), obwohl sie generell die bisherigen Datenschutzanstrengungen in Deutschland als ausreichend empfinden.

„Das Datenschutzrecht muss modernisiert und auf die Erfordernisse der Informationsgesellschaft angepasst werden. Wir müssen aber nicht alle Fragen gesetzlich regeln, sondern auch Unternehmen und Verbraucher in die Verantwortung nehmen“, so der Bundestagsabgeordnete Stephan Mayer, innen- und rechtspolitischer Sprecher der CSU-Landesgruppe. „Die Politik muss hier die Rahmenbedingungen vorgeben und den Bürger schützen, gleichzeitig aber auch ausreichende Rechts- und Planungssicherheit für Unternehmen gewährleisten.“

Hintergrund zur Studie

Für die repräsentative Studie „Datenschutz im Internet 2011“ wurden 1.137 Internetnutzer ab 14 Jahren in Deutschland rund um das Thema Datenschutz befragt. Die Studie wurde von TNS Infratest im Auftrag von Microsoft Deutschland durchgeführt. Die computergestützten Online-Interviews (CAWI) fanden im April und Mai 2011 statt.

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