Suchen

Ursachenanalyse bei langen Antwortzeiten Nemo analysiert die Netzwerktransportschicht

| Autor / Redakteur: Bernhard Lück / Dipl.-Ing. (FH) Andreas Donner

Nemo, ein passiver Echtzeitmonitor für die TCP/IP-Schicht, soll Administratoren helfen, Störungen im System schnellstmöglich zu analysieren und zu beseitigen. Die Software des Murnauer Systemhauses Zott+Co wird auf einem Xeon-Multicore-Server oder einem vergleichbarem System unter Linux installiert und benötigt keine Agenten auf den Endsystemen oder Netzwerkelementen.

Um Nemo an einem Switch zu betreiben, benötigt man einen Spiegelport, an dem der gesamte Traffic eines oder mehrerer Ports gespiegelt werden kann.
Um Nemo an einem Switch zu betreiben, benötigt man einen Spiegelport, an dem der gesamte Traffic eines oder mehrerer Ports gespiegelt werden kann.
( Archiv: Vogel Business Media )

Einsatzmöglichkeiten von Nemo sind der Betrieb an einem Switch mit Spiegelport(s), als transparente Bridge, als lokales System oder auf einem zentralen System, das die Funktion einer Firewall oder eines Routers wahrnimmt. Der Datenstrom der zu überwachenden Port(s) wird komplett und ohne Beeinflussung der Performance über Spiegelport(s) am Switch und dann via Ethernet dem Nemo-Server zur Verfügung gestellt. Dieser analysiert sämtliche übertragenen Datenpakete in Echtzeit.

Analyse arbeitet auf der TCP-Verbindung

Sind beispielsweise alle Thin Clients in Niederlassungen über einen bestimmten Port an die zentrale DV angebunden, erfasst die Analyse der Verbindung die Header aus dem gesamten Datenverkehr für die Niederlassungen zwischen den zentralen Servern bis zum gespiegelten Port. Dabei erkennt das System die einzelnen Kommunikationsbeziehungen und hinterlegt die Header der zugehörigen Datenpakete in einem frei definierbaren Ringpuffer. Gibt es keine Auffälligkeiten, muss der Fehler anderswo außerhalb des Einflussbereichs des Administrators, zum Beispiel an der WAN-Verbindung, liegen. Der Ringpuffer der Kommunikationsbeziehung wird dann in eine Capture-Datei entleert. Alle Messpunkte, Ereignisse und Anomalien werden verbindungsspezifisch zur Analyse in einem Repository abgelegt.

Nemo analysiert physikalische Verbindungen pro System

Jedes Nemo-System (mit Anwendungslizenz) kann parallel maximal drei Gigabit-Ports, in Abhängigkeit vom Traffic, überwachen. Bei hohen Transferraten empfiehlt sich der Einsatz einer separaten Appliance. Für das Capturing von hohem Traffic kommen Packet-Capture-Hardware-Controller zum Einsatz. Die erfassten Daten lassen sich je Nemo-Instanz separat auswerten oder in einer gemeinsamen Datenbank zusammenführen.

Nemo liefert Statistik- und Diagnose-Informationen wie versandte Datenmenge, Packet Loss (Paketverluste), Retransmission (Paketwiederholungen), Duplicate ACK (doppelte Empfangsbestätigungen), Resets, Connection-Aufbauten (SYN), Connection-Abbauten (FIN), Roundtrip-Laufzeit, Application Response Times, Total Response Times, sowie Durchschnitts-, Maximal- oder prozentuale Werte von Metriken.

Die Analyse der unterschiedlichen Parameter erlaubt Rückschlüsse auf die Ursache von Fehlern oder Verzögerungen und beschleunigt so deren Behebung. Gehen auf einer Verbindung beispielsweise viele Pakete verloren, ist wahrscheinlich der Netzwerkteil (Netzwerkkarten, Switches, Kabel etc.) die Ursache. Unauffällige Daten bei den Werten für Paketverlust oder Doppelversendungen bei langen Antwortzeiten lassen eher den Schluss zu, dass der Server oder einzelne Applikationen zu langsam arbeiten.

Analyseergebnisse werden grafisch dargestellt

Die Darstellung der Analyseergebnisse erfolgt über die grafische Benutzerschnittstelle HowAreYou von Zott, die zum Lieferumfang gehört. Anwender können die gesammelten und gespeicherten Daten des Nemo-Systems auch über eine offene Datenbankschnittstelle in andere Anwendungen übernehmen. Diagnoseinformationen lassen sich zudem mit Standardwerkzeugen wie „Wireshark“ lesen und analysieren.

Eine Nemo-Lizenz mit der grafischen Benutzerschnittstelle HowAreYou kostet ab 7.800 Euro. Nemo-Lizenzen zur Einbindung in andere Präsentationssysteme sind für Preise ab 5.800 Euro erhältlich. Die Nemo-Appliance kostet ab 17.800 Euro. Vom 13. bis 14. Oktober 2011 besteht für Interessierte die Möglichkeit, Nemo auf den 2. Murnauer Performance Tagen 2011 zu erleben.

(ID:2052361)