Hochkomplexe IT-Infrastruktur visualisieren Multi-Cloud-Umgebungen optimal betreiben

Autor / Redakteur: Dirk Woellhaf* / Elke Witmer-Goßner

Spätestens seitdem wochenlange Lockdowns, Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen im Rahmen der Eindämmung von Covid-19 den Großteil der Bevölkerung zum Arbeiten in die eigenen vier Wände zwang, hat sich die digitale Welt stark verändert.

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Cisco ThousandEyes bietet eine Ansicht des weltweiten Netzwerkes, von jeder Cloud bis zu jedem Mitarbeitenden und Kunden.
Cisco ThousandEyes bietet eine Ansicht des weltweiten Netzwerkes, von jeder Cloud bis zu jedem Mitarbeitenden und Kunden.
(Bild: Cisco ThousandEyes)

Externe Speicherlösungen, dezentralisierte Anwendungen und Kollaborationsplattformen sind aus modernen Unternehmen nicht mehr wegzudenken. Aufgrund drängender Digitalisierungstrends planten bereits vor dem Jahr 2020 viele Entscheider und Verantwortliche die Migration in die Cloud und sahen sich angesichts der sich plötzlich ändernden Situation gezwungen, die avisierte Umsetzung zu beschleunigen. Dabei hat sich gezeigt, dass nicht nur die Nutzung des Cloud-Angebotes zugenommen hat, sondern sich auch das Nutzerverhalten insgesamt verändert.

Ob als Teil einer Multi-Vendor-Strategie, zur Vermeidung von Lock-Ins, als zusätzliche Sicherheitsinstanz oder als Plattform für Entwickler – die Multi-Cloud ist bereits heute vielerorts zur neuen Normalität geworden. Dabei kann es auch vorkommen, dass Unternehmen ganz unbewusst auf einen Multi-Cloud-Ansatz setzen. Die Anwendung und die Abhängigkeit von verschiedenen SaaS-Lösungen zum Beispiel kann bereits dazu führen, dass verschiedene Hyperscaler auf diesem Gebiet genutzt werden.

Viele Unternehmen stehen vor neuen Herausforderungen

Trotz unzähliger Vorteile, die eine Multi-Cloud-Strategie zu bieten hat, gibt es auch etliche Hürden, die Unternehmen vor dem Einsatz bedenken und entsprechende Strategien zur Überwindung planen sollten. Viele Entscheider und Verantwortliche sehen sich nicht selten mit unerwarteten Herausforderungen konfrontiert. Eine wesentlich komplexere IT-Architektur, mangelnde Transparenz und regionale Leistungsschwankungen innerhalb der Cloud-Architekturen sind hier nur einige Beispiele für potenzielle Herausforderungen.

Während Lösungen für diese Probleme selbstverständlich möglichst schnell gefunden werden wollen, sollten dabei auch immer die Auswirkungen auf Endanwender, Kunden und Mitarbeitende im Blick behalten werden. Offenkundig sollte die Konsequenz einer Cloud-Migration sein, dass die Qualität von Kundenbeziehungen und die Produktivität der Mitarbeitenden verbessert wird. Diese beiden Aspekte wiederum sind eng mit der Qualität der digitalen Erfahrung der Endanwender verbunden, die auf der gewählten IT-Architektur und den genutzten Cloud-Lösungen fußt. Ist diese komplexe Infrastruktur aus verteilten Anwendungskonstrukten und einem komplizierten Netz aus APIs und Drittanbieterdiensten leistungsstark und belastbar, gestaltet sich die digitale Erfahrung für Endanwender, Kunden und Mitarbeitende dementsprechend positiv.

Ungewissheit sorgt für Unsicherheit

All diese – oftmals hochkomplexen – Strukturen bedeuten auch, dass es zu unvorhersehbaren Störungen während des Migrationsprozesses kommen kann. Um den Geschäftsbetrieb und die Nutzerzufriedenheit möglichst schnell wieder zu gewährleisten, ist es in diesem Fall unabdingbar, zeitnah entsprechende Maßnahmen einleiten zu können. Dabei ist aufgrund der Komplexität moderner Systeme nicht immer problemlos nachvollziehbar, wo genau die Ursache für den Ausfall liegt.

Da herkömmlichen Monitoring-Dienste nur begrenzt Einblicke in mögliche Lösungsansätze und die Ursachen zum Problem bieten – also die nötige Transparenz und Flexibilität zur gezielten Problemfindung und -lösung fehlt – ist ihr Einsatzrahmen stark eingeschränkt. Schlussendlich erschweren die fehlende Ende-zu-Ende-Sichtbarkeit des Datenstroms sowie die Komplexität der Multi-Cloud-Infrastruktur zudem eine möglicherweise notwendige Eskalation. Die Lösung der zugrundeliegenden Problematik – etwa im Falle eines Ausfalls beim Cloud-Anbieter – wird dadurch zu einer Herausforderung.

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(Bildquelle: CloudComputing-Insider)

Cloud-Monitoring muss nicht nur Cloud-übergreifende Berichte liefern können, da zunehmend auf Multi-Clouds gesetzt wird. Auch die Cloud-Parameter, die überwacht werden, müssen erweitert werden.

  • Das Ziel: Besseres Cloud-Monitoring
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Für viele Unternehmen ist die Migration in die Cloud ein Vorhaben, das strategisch essenziell für die Zukunft ist. Daten, Anwendungen und deren Nutzung sind für Unternehmen Grundpfeiler des Geschäftserfolges und eine zukunftsfähige Strategie muss dementsprechend auch die notwendige Kontrolle über und Transparenz in die geplante Infrastruktur beinhalten. In der Konsequenz reicht eine einfache Überwachung allein nicht aus, um die Sicherheit und Aufrechterhaltung des Betriebes zu gewährleisten.

Eine Lösung kann hier der Einsatz der Plattform von Cisco ThousandEyes sein. Die Plattform bietet eine Ansicht des weltweiten Netzwerkes und ermöglicht es Unternehmen somit, digitale Erlebnisse von jeder Cloud bis zu jedem Mitarbeitenden und Kunden zu erkennen, zu verstehen und zu verbessern. Grundvoraussetzung hierfür ist die Messbarkeit der Unternehmensumgebung und die Möglichkeit, die Auswirkungen ihrer Leistung vorab einschätzen und bewerten zu können. Auf diese Weise können Unternehmen problemlos den Schritt in Richtung Cloud-Migration planen, während zeitgleich die Kontrolle über die eigene Infrastruktur teilweise in andere Hände gegeben wird.

Multi-Cloud-Monitoring in der Praxis

Während eine Multi-Cloud-Strategie mit einer komplexeren Infrastruktur verbunden ist, stellt sich natürlich auch das Multi-Cloud-Monitoring vielschichtiger dar, als eine herkömmliche Monitoring-Strategie. Dies beginnt bereits im Rahmen der geplanten Migration. Ein zentraler Aspekt ist hierbei, dass die sich überschneidende Komplexität mehrerer Anwendungs- und Netzwerk-Infrastrukturen sowie regionale Leistungsunterschiede berücksichtigt werden, um die Funktionalität in einer noch unbekannten Umgebung sicherzustellen. Zugleich muss eine Ende-zu-Ende-Transparenz innerhalb des gesamten Datenverkehrs sichergestellt sein, um die Leistungsfähigkeit der geplanten Architektur für Kunden und Mitarbeitende zu gewährleisten, Schwachstellen vor einem kritischen Ausfall zu benennen und etwaige Optimierungspotentiale zu erkennen.

Bei herkömmlichen Monitoring-Lösungen wird hierbei nur das Unternehmensnetzwerk selbst in Betracht gezogen. Leistungen, die außerhalb dieses Netzwerks erbracht werden, können dementsprechend nicht eingesehen werden – und ein blinder Fleck für die Sichtbarkeit von Multi-Cloud-Implementierungen entsteht. Zudem deckt die native Cloud-Überwachung nicht alle relevanten und benötigten Informationen ab.

Die Optimierung von Multi-Cloud-Umgebungen erfordert ein tiefergehendes Verständnis über unzählige Abhängigkeiten, die zwischen öffentlichen und privaten Betreibern von Anwendungen vorherrschen. Das bedeutet, dass eine einheitliche Lösung zum Multi-Cloud-Monitoring einige der folgenden Schlüsselfunktionen enthalten muss, um langfristigen Erfolg zu gewähren:

  • Regelmäßige Überprüfung der Anwendungsleistung innerhalb einer Cloud sowie der Performance außerhalb der Cloud-Strukturen, auch über regionale Kopplungen hinweg.
  • Regelmäßige Überprüfung der Verbindungsleistung, sowohl über das öffentliche Internet als auch über die privaten Backbone-Netzwerke der Cloud-Anbieter.
  • Anwendung eines synthetischen Monitorings, um die Ende-zu-Ende Anwendungs-Performance in unterschiedlichen Hosting-Umgebungen zu sehen und zu bewerten.

Optimierungspotenzial selbst bei intelligenten Lösungen

Abschließend kann gesagt werden, dass Multi-Cloud-Strukturen zwar komplex sind, aber einen wesentlichen Anteil daran haben, unsere Gesellschaft flexibel auf künftige Herausforderungen reagieren zu lassen. Hybride Formen der Arbeitswelt werden in Zukunft noch bedeutender für Unternehmen, Entscheider und Verantwortliche und Einblicke in die Funktionalität und Visibilität von Cloud-Dienstleistungen spielen beim Erfolg der dazugehörigen Strategien eine entscheidende Rolle. Um die Anwendungsleistung in Multi-Cloud-Umgebungen zuverlässig verwalten zu können, ist es unerlässlich, voneinander abhängige Faktoren wie Konnektivität und den Zugriff auf tatsächliche Leistungsdaten zu verfolgen und stetig zu überprüfen.

Dirk Woelhaf, Cisco ThousandEyes.
Dirk Woelhaf, Cisco ThousandEyes.
(Bild: Cisco ThousandEyes)

Selbstverständlich haben all diese Schritte einen entscheidenden Zweck. Auf Basis der gewonnenen Informationen können die genutzten Anwendungen und Dienste ihre optimale Leistung entfalten und damit die Produktivität von Mitarbeitenden ebenso steigern wie die Kundenzufriedenheit. Darüber hinaus bildet schlussendlich die kontinuierliche Optimierung der Leistung aller Anwendungen und Dienste die Grundlage für den Geschäftserfolg von Multi-Cloud-Umgebungen.

* Der Autor Dirk Woellhaf ist Technical Solutions Architect bei Cisco ThousandEyes.

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