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Experton-Studie zu Mobile Enterprise: die besten Anbieter Mobile Enterprise: Das Smartphone wird zum Client

Autor / Redakteur: Kriemhilde Klippstätter* / Ulrich Roderer

Die Zeiten wo Schulkinder mit Apple-Smartphones ihre Eltern für die mobile Technik begeistern konnten, führte dazu, dass sich die IT-Abteilungen jetzt mit Themen wie „Bring Your Own Device“ (BYOD) und Client-Virtualisierung, mit Collaboration versus Security beschäftigen müssen. Damit der vielversprechende Einsatz der neuen Geräte nicht nur gelingt sondern auch zum Geschäftserfolg beiträgt, holen sich CIOs oftmals Hilfe ins Haus.

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Experton-Studie zu Mobile Enterprise: die besten Anbieter .
Experton-Studie zu Mobile Enterprise: die besten Anbieter .
(Bild: © Mihai Simonia - Fotolia.com_33530882_XL)

Die Analysten der Experton Group prüften die deutschen Anbieter in diesem noch jungen Markt. Die Studie, für die Experton rund 150 Anwender befragte und alle Anbieter in Deutschland in die Auswertung einbezog, untersuchte von den drei Komponenten für Mobile Enterprise den Bereich „Middleware und Services“. Zu den anderen beiden Feldern – Mobile Hardware und Mobile Apps – lieferte Experton-Vorstand Jürgen Brettel aber Marktzahlen: Im Bereich verfügbare Apps liegt Apple mit rund 700.000 an der Spitze gefolgt von Google/Android mit 675.000 und Microsoft mit nur 100.000 Stück.

Interessant für das Geschäft der Hersteller sind die Informationen über die Nutzer. Hier hat Apple ebenfalls die Nase vorn: die i-Company besitzt die Informationen von 435 Millionen Kreditkartennutzern während Google nur wenige vorzuweisen hat und Microsoft – dank Xbox - immerhin rund 100.000 solcher Datensätze gespeichert hat.

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Mobiles Arbeiten – wer hilft?

Mobiles Arbeiten bedeutet dreierlei. Zum einen versteht man darunter, dass Mitarbeiter unterwegs tätig sind und dann mit den Mobilgeräten Routinearbeiten online und offline erledigen und hin und wieder aktuelle Informationen – auch in Echtzeit – benötigen. Mobiles Arbeiten bedeutet aber auch, am fremden Standort zu arbeiten und sich in einem fremden Netz zu bewegen. Die dritte Art eines mobilen Arbeitsplatzes ist das Home Office.

„Mobiles Arbeiten verlangt nach den geeigneten Prozessen, Anwender-Frontends, Endgeräten und auch Mitarbeiter“, beschreibt Experton-Analyst Frank Heuer, auf was IT-Verantwortliche hauptsächlich zu achten haben. Denn die IT-Sicherheit muss gewährleistet sein auch wenn immer mehr Mitarbeiter – oft auch Kunden oder Partner - von außen auf die Daten zugreifen. Die unterschiedlichen Endgeräte sind dank BYOD oft ebenfalls ein Problem.

Wegen der Fülle an Fragen und Unsicherheit über geeignete Lösungen holen sich immer mehr Unternehmen Expertise von außen ins Haus. Allerdings fehlen Kriterien für die Auswahl sowohl der Anbieter als auch der Lösungen. „Stärken und Schwächen der Anbieter sind oft unklar“, hat Heuer bemerkt und es fehle auch noch die Transparenz bei Lösungen für Mobile Enterprise. Experton will das mit seiner Studie zumindest teilweise ändern und Licht ins Dunkel bringen, zumindest aber bei der Auswahl helfen.

Komponenten von Mobile Enterprise

Experton teilt den Markt für Mobile Enterprise in vier Phasen ein ((siehe Grafik: „Investitionen in Mobile Enterprise“)). Danach befinden wir uns seit Herbst 2012 bereits in Phase drei, wo der Geschäftsnutzen der Mobilgeräte untersucht und die Geschäftsprozesse angepasst werden.

Die Experton-Analysten untersuchten in ihrer Studie folgende Themen:

  • Mobile Device Management Software
  • Mobile Enterprise Consulting
  • Mobile Device Management Services
  • Managed Workplace Services
  • Business App-Stores
  • Client-Virtualisierungssoftware

In die Studie einbezogen wurden alle Anbieter, die mindestens in einem dieser Felder tätig sind, technologisch reife Lösungen in der BRD anbieten können und bereits Projekte realisiert, also Umsätze erzielt haben. Unterschieden wurde auch noch hinsichtlich der Zielgruppe (z.B. Großunternehmen), der Endgeräte (z.B. Tablets) und diverser Einzelkriterien wie Strategie des Anbieters und seine Vision.

Einer der Sieger: Computacenter

Insgesamt schaut es gar nicht so schlecht aus bei den deutschen Anbietern. So erreichten beispielsweise bei der Kategorie „Mobile Enterprise Consulting – large Accounts“ elf von 16 Anbietern das obere Viertel der führenden Anbieter. Als einer der Sieger wurde die Computacenter AG &Co. oHG ausgezeichnet, die im Bereich „Gehobener Mittelstand“ in vier Kategorien Bestnoten erzielte.

Günter Kurth, Solution Director Mobility bei Computacenter, nannte als Beispiel für eine gelungene Strategie für Mobile Enterprise die Pharmaindustrie. Ein Unternehmen habe es dank schlauer Verkaufsunterstützung per Smartphone geschafft, die Verweildauer seiner Pharmareferenten bei den Ärzten zu verdoppeln.

Derzeit würden Mobilgeräte meist zur Verkaufsunterstützung genutzt, so Kurth weiter, die Anbindung ans Backend um etwa einen Verkaufsprozess oder eine Lieferung anzustoßen, fehle aber noch.

Ausblick

„Mobile Enterprise wird deutlich geschäftsorientierter werden“ prophezeit Experton-Analyst Heuer. Zunächst werden die Geschäftsprozesse dafür mobilisiert und optimiert, danach neue Arbeitsweisen etwa social media einbezogen. Unternehmen müssen allerdings eine Strategie für die neuen Clients entwickeln und ihre bestehende Client-Strategie anpassen.

Schließlich wird es auch bei Mobile Enterprise um die Wirtschaftlichkeit gehen: „Der Return on Investment wird bedeutsam werden “, glaubt Heuer. Wohl dem, der bei der Auswahl an geeigneten Lösungen und Dienstleister richtig liegt.

*Kriemhilde Klippstätter ist freie Autorin und Coach in München.

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