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Ansätze zur Identifizierung von Problemen bei der Website-Performance Mit Web Performance Testing zu besserer Kundennähe

Redakteur: Florian Karlstetter

Eine schlechte Web Performance wirkt sich sofort auf das Verhalten des Kunden aus und hat damit auch direkte finanzielle Konsequenzen. Mit Hilfe von Lasttests lässt sich sicherstellen, dass Besucher einer Website erfolgreich auf Online-Inhalte zugreifen und dort die entsprechenden Transaktionen durchführen können.

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Innerhalb einer Web Application Delivery Chain (WADC) gibt es verschiedene potenzielle Schwachpunkte, die zu spürbaren Performance-Einbußen führen können.
Innerhalb einer Web Application Delivery Chain (WADC) gibt es verschiedene potenzielle Schwachpunkte, die zu spürbaren Performance-Einbußen führen können.
( Bild: Compuware )

Das Verhalten der Anwender beim langsamen Laden von Webseiten ist ganz erstaunlich: sie warten nicht, sondern sie brechen die Transaktion ab. Dies hat Compuware im Rahmen einer breit angelegten Untersuchung herausgefunden. Überprüft wurden hierfür an die 500 Millionen Transaktionen mit teils schlechter Performance. Dabei wurde festgestellt, dass jede Verlängerung der Antwortzeit zu einer entsprechend höheren Abbruchrate führt. Bereits eine 2 Sekunden längere Antwortzeit kann zu einer Steigerung der Abbruchrate um 17 Prozentpunkte führen.

Gerade in Bezug auf die Bereitstellung von Anwendungen haben sich gravierende Änderungen ergeben – nämlich in Richtung Browser. In der Vergangenheit bestand die Aufgabe des Browsers meist nur darin, die gewünschte Grafik bereitzustellen; heute dagegen stellt der Browser tatsächlich die gesamte Web-Anwendung aus verschiedenen Komponenten adhoc komplett zusammen, die aus unterschiedlichsten Quellen zusammengeführt werden.

Bei der von Compuware durchgeführten Untersuchung von 3.000 Unternehmen und 68.000 Anwendungen und Workflows stellte sich heraus, dass durchschnittlich 8,97 Hosts für die erfolgreiche Abwicklung einer Transaktion erforderlich sind. Mit anderen Worten müssen neun verschiedene Hosts Inhalte liefern, die der Browser dann zusammenführen muss, damit der Anwender einen Flug reservieren, ein Fernsehgerät kaufen oder eine iPhone App herunterladen kann. Und genau diese geänderte Zusammenführung der Anwendungskomponenten ist entscheidend für die Art und Weise, mit der Perfromancetests von Webseiten durchgeführt werden sollten.

Die Anwendung ist jetzt das, was der Nutzer sieht, und nicht das, was der Entwickler erstellt. Zwei weitere Faktoren machen diese Situation noch komplexer. So gibt es derzeit keinen den Markt beherrschenden Browser, eingesetzt werden dagegen beliebig viele Browserkonfigurationen mit jeweils unterschiedlichen Leistungsmerkmalen. Auch läuft zwischen der Anwendung hinter der Firewall und dem Browser eine ganze Kette von Ereignissen ab. Dies wird als Lieferkette der Web-Anwendung (engl.: Web Application Delivery Chain – WADC) bezeichnet. Obwohl es sicherlich wichtig ist, die Abhängigkeiten entlang der Lieferkette zu verstehen, ist es an dieser Stelle nicht empfehlenswert, das Content Delivery Network oder den Ad-Server zu testen; dennoch sollte es einem bewusst sein, welche Auswirkungen die von Ihnen gewählten Hosts und Services auf den Anwender haben.

Eine Web Application Delivery Chain lässt sich in vier Bereiche einteilen: Rechenzentrum, Internet, Drittanbieter (ISP) und Browser bzw. Endgerät. An jeder Stelle dieser kette können Probleme auftreten. solange diese nicht aufgesprürt werden, können sie auch nicht behoben werden.

Typen von Lasttests

Die verschiedenen Arten von Lasttests und die damit identifizierbaren Problemarten. (Archiv: Vogel Business Media)

Derzeit stehen drei Typen von Lasttests zur Verfügung, die von Compuware als Lasttest 1.0, Lasttest 1.5 und Lasttest 2.0 bezeichnet werden. Lasttest 1.0 ist ein überwiegend veraltetes Verfahren, mit dem Anwendungen innerhalb der Firewall untersucht werden. Es liefert Informationen über die Performance der internen Hardware und der Anwendung – wie viel Last verträgt die Infrastruktur – doch über die Wahrnehmung der Endanwender erhält man auf diesem Wege keinerlei Informationen.

Lasttest 1.5 nutzt beinahe die gleichen Tools wie 1.0, doch jetzt befinden sich diese Tools in der Cloud und arbeiten von dort aus. So wird bereits eine höhere Transparenz und Aussagekraft erzielt. Zudem lassen sich auf diese Weise erhebliche Kosten einsparen, und man kann über die Firewall hinaus testen. Allerdings erfährt man auch hiermit noch nichts über die Anwenderwahrnehmung.

Lasttest 2.0 Lösungen betrachten die gesamte Lieferkette der Web-Anwendung von außen nach innen; d.h. vom Browser zurück bis zum Rechenzentrum. Bei diesem Ansatz wird berücksichtigt, wie sich sowohl Ihre Infrastruktur als auch die echte Anwenderwahrnehmung bei wachsender Last verhalten, bevor neue Anwendungen in den Produktivbetrieb übergehen, Änderungen an der Infrastruktur durchgeführt werden oder Lastspitzen auftreten.

weiter mit: Lasttest-Probleme aus der Praxis

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