Softwareeinsatz im Cloud-Betrieb – aktuelle Herausforderungen in der Wolke

Mit Standards zum integrierbaren und performanten SaaS-Angebot

| Redakteur: Florian Karlstetter

Softwareeinsatz im Cloud-Betrieb - aktuelle Herausforderungen in der Wolke.
Softwareeinsatz im Cloud-Betrieb - aktuelle Herausforderungen in der Wolke. (© AA+W - Fotolia.com)

Dass sich das SaaS-Angebot noch nicht flächendeckend etabliert hat, ist unter anderem den fehlenden inhaltlichen Standards geschuldet. Ditmar Tybussek, Niederlassungsleiter Wiesbaden und Entwicklungsleiter cierp3 bei der Allgeier IT Solutions, erklärt im Interview, welchen Herausforderungen sich Software-Anbieter stellen müssen, um langfristig im Markt bestehen zu können.

Der Branchenverband Bitkom erwartet in 2012 für den deutschen Markt ein Umsatzplus mit Cloud-Lösungen von mehr als 50 Prozent auf über 5 Mrd. Euro. Bis 2015 soll das Umsatzvolumen gar auf 13 Mrd. Euro ansteigen. Allerdings ist es bis dahin noch ein langer Weg und um dieses Ziel zu erreichen, müssen sich Software-Anbieter einigen Herausforderungen stellen.

Was bedeuten Dienste wie Software as a Service und andere Cloud-Angebote heute für unseren Markt?

Ditmar Tybussek: Einfache und flexibel skalierbare SaaS-Lösungen bieten Unternehmen spürbare Vorteile, indem durch die Mietvariante die Kosten der IT-Landschaft der jeweiligen Marktlage angepasst werden können. Die bedarfsgerechte Skalierbarkeit wird durch die nutzungsabhängige Abrechnung und einer monatlichen Kündbarkeit gewährleistet. Der Implementierungsaufwand und die Kosten für die Wartung und Aktualisierung des Systems verringern sich zudem auf ein Minimum, während die Lösung stets „up-to-date“ ist. In schwierigen Marktphasen werden für viele Unternehmen teilweise seit langem benötigte Softwaresysteme oder einzelne Module durch die geringen Investitionskosten erst erschwinglich.

Mit Standards zum integrierbaren und performanten "Software as a Service"-Angebot – Zukunft oder Realität?

Tybussek: Dass sich das SaaS-Angebot noch nicht flächendeckend etabliert hat, ist unter anderem den fehlenden inhaltlichen Standards der SaaS-Angebotslandschaft geschuldet. Es gibt zwar technologische Standards, wie etwa Web-Services (Stichwort: SOA) oder Kommunikationsstandards, jedoch ist für die reibungslose und vor allem sichere Kommunikation der Anwendungen untereinander noch mehr vonnöten.

Unternehmen müssen letztlich eine Transaktionssicherheit sicherstellen, die der Web-Service alleine allerdings nicht herstellen kann. Ein angefragter Webservice beispielsweise liefert Artikeldaten, ein anderer stellt Auftragsinformationen zur Verfügung und ein weiterer legt neue Kundenstammdaten an. Inwieweit diese Daten jedoch von dem System an der Gegenstelle richtig verarbeitet werden, wird von dem Web-Service leider bis dato nicht geprüft.

Gerade in der Massendatenverarbeitung bei großen Unternehmen gewinnt die Transaktionssicherheit von Web-Services an Bedeutung. Für unsere eigenen Systeme können wir etwa diese bei der Übermittlung der Web-Services sicherstellen. Allerdings stehen wir damit bei den ERP-Anbietern in Deutschland heute noch ziemlich alleine dar, da viele Hersteller dieses Problem noch gar nicht erkannt geschweige denn gelöst haben.

Wir würden uns wünschen, dass sich über kurz oder lang ein Standard etabliert, der diese Transaktionssicherheit der kommunizierenden Systeme gewährleistet – ähnlich wie es in anderen Bereichen bereits mit EDI oder EDIFACT umgesetzt wurde. Dieser Standard sollte aber nicht nur die vollständige und korrekte Übertragung der sensiblen Unternehmensdaten, sondern auch die Sicherheit der Kommunikation und die Wahrung von Zugriffsberechtigungen gewährleisten. Auf Basis eines solchen Standards können sämtliche Anwendungen innerhalb der Cloud sicher und problemlos miteinander kommunizieren.

Inhalt des Artikels:

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 35573620 / ERP)