Die Rolle der Enterprise-Architektur für eine erfolgreiche Cloud-Transformation Mit Fachkompetenz zur erfolgreichen Cloud-Strategie

Autor / Redakteur: Karsten Specht, Regional Vice President Solution Sales, ASG Software Solutions / Florian Karlstetter

Die Bedeutung des Enterprise-Architekten bzw. der Enterprise-Architektur kann nicht hoch genug eingeschätzt werden, wenn es darum geht, IT-Organisationen in Richtung Cloud Computing, soll heißen in Richtung Private und Hybrid Cloud, zu transformieren.

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Die Anforderungen an eine moderne, anbieterunabhängige und zukunftssichere Cloud-Implementierung sind vielfältig. ASG Software Solutions unterstützt auf dem Weg zur individuellen Lösung mit einem Cloud Assessment.
Die Anforderungen an eine moderne, anbieterunabhängige und zukunftssichere Cloud-Implementierung sind vielfältig. ASG Software Solutions unterstützt auf dem Weg zur individuellen Lösung mit einem Cloud Assessment.
(Bild: ASG Software Solutions)

Enterprise-Architekten verstehen das Gesamtsystem und sind bestens darauf vorbereitet, komplexe, übergreifende Funktionsanalysen durchzuführen, die alle wichtigen Geschäftsprozesse einbeziehen.

Die allgemeinen Vorteile der Cloud liegen auf der Hand:

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  • Verringerte Infrastrukturkosten
  • Größere Agilität
  • Verbesserte Fokussierung auf Unternehmensziele

Es reicht aber nicht zu sagen, wir machen mal ein wenig Cloud, weil es billiger, flexibler und skalierbarer ist. Vorher müssen die Voraussetzungen und die Ziele geklärt werden. Wo stehen wir? Worin bestehen die messbaren Ergebnisse? Wie genau führen Cloud-Angebote zu messbaren Ergebnissen? Ohne ein fundiertes Konzept laufen Zeit- und Kostenpläne der komplexen Projekte schnell aus dem Ruder. Und die Knowledge Worker und das Management im Unternehmen, die anspruchsvollsten internen Kunden, wenn es um die schnelle und flexibel Bereitstellung von Applikationen und Services auf den verschiedensten Endgeräten geht, fangen an, sich ihre Arbeitswerkzeuge selbst aus dem Internet zu besorgen – ein Szenario, das bereits weit verbreitet ist und nicht nur die Sicherheit der IT gefährdet.

Wahl der richtigen Infrastruktur

Zu den grundlegenden Fragen gehört die Wahl der richtigen Infrastruktur. Die entsprechenden Modelle heißen Infrastructure as a Service (IaaS), Platform as a Service (PaaS) und Software as a Service (SaaS). Jedes dieser Modelle hat seine Vor- und Nachteile, ganz zu schweigen von Sicherheits- und Verfügbarkeitsfragen, die bei allen Cloud-Lösungen gestellt werden müssen.

Cloud-Lösungen bieten, je nach Setup, aber noch weitere Vorteile: Sie ermöglichen mittels Multi-Tenant-Analytik ein aussagekräftiges Benchmarking. Moderne Cloud-Services enthalten darüber hinaus umfassende Beratungsleistungen. Dazu gehören unter anderem transaktionsbezogene Professional Services, die auch Beratung für Geschäftsprozesse einbeziehen, zum Beispiel für Software-Asset-Management, IT-Finanzmanagement, Konfigurations- und Change-Management.

Die Definition der Ziele sollte nicht allein externen Beratern überlassen werden

Ebenso wichtig wie das richtige Konzept sind kompetente Mitarbeiter. Denn Cloud-Provider können die Analyse der Ist-Situation und die Definition der Ziele nicht übernehmen. Üblicherweise wird die Analyse von einem internen kleinen Team durchgeführt, in dem Vertrags- und IT-Finanzexperten, Experten für die Schnittstelle IT/Geschäftsbereiche und Enterprise-Architekten eng zusammenarbeiten. Die Erfahrung zeigt, dass dabei die Aufgabe der Architekten häufig am wenigsten verstanden ist. Der ideale Enterprise-Architekt hat das gesamte System im Blick, denkt in alle Richtungen und schaut über den Tellerrand hinaus. Er ist diplomatisch und ein sorgfältiger Analytiker komplexer und vielschichtiger Fragestellungen – Fähigkeiten, die bei jedem Cloud-Projekt besonders wichtig sind, wenn es erfolgreich sein soll.

Zu den Aufgaben der Enterprise-Architektur gehören die strategische Planung, das Setzen von Standards, das IT-Portfolio-Management und die interne Analyse und Beratung. Üblicherweise beleuchten Enterprise-Architekten ein Problem aus drei Perspektiven. Dazu gehört die Unternehmensarchitektur, bestehend aus Geschäftsprozessen und Ressourcen, dazu gehören die Datenarchitektur und die Systemarchitektur.

Der Enterprise-Architektur kommt die Aufgabe zu, die Ist-Analyse als weitgehend unabhängige Instanz so neutral wie möglich sicher zu stellen. Das erfordert einerseits die klare Rückendeckung der Unternehmensleitung und des CIO, sofern er die Rolle des Architekten nicht selbst übernimmt. Andererseits ist auch unter optimalen Umständen das Risiko groß, zwischen alle Stühle zu geraten. Interne Mitarbeiter sind zudem oft in ihrer gewachsenen Binnensicht gefangen. Es ist daher ratsam, bereits in einer frühen Phase die Unterstützung erfahrener, externer Architekten hinzuzuziehen.

Enterprise-Architektur und Cloud Computing sichern die Zukunft der Unternehmens-IT

Die Bedeutung der Enterprise-Architektur für die Unternehmens-IT ist mit zunehmender Größe und Komplexität der IT-Organisation stark gewachsen. Es ist tatsächlich eine der wichtigsten Aufgaben der IT-Abteilung, die Prinzipien und Strategien für ihre internen Kundenservices zu etablieren. Und es ist eine große Herausforderung, dabei die langfristigen Ziele im Auge zu behalten, wenn sich ständig Gelegenheiten bieten, vielversprechende neue Lösungen einzusetzen. Denn neue Lösungen können zu Redundanzen und zu mehr Komplexität führen. Architekten sollten deshalb immer bestrebt sein, neue IT-Funktionalitäten nach den Regeln der Economy of Scale und einer effizienten Wiederverwertung möglichst einfach und optimiert in bestehende IT-Landschaften zu integrieren. Cloud Computing bedeutet nicht, die gesamte Infrastruktur umzukrempeln.

Doch auch die schrittweise Transformation der bestehenden Infrastruktur hin zur Cloud ist nicht einfach zu bewerkstelligen. Wird opportunistisch gehandelt oder die eigene Situation falsch eingeschätzt, kann dies viel Geld kosten. Entscheidend ist unter anderem, dass die gewählten Ziele zum gegenwärtigen Stand der Unternehmens-IT passen. Diese Fragen klären erfahrene Enterprise-Architekten in einem fundierten Cloud Maturity Assessment. Es sollte mit bewährter Methodik professionell geführt werden und auf Best-Practice-Beispielen aufbauen.

Bei ASG Software Solutions steht beispielsweise am Beginn jedes Cloud-Projektes ein gemeinsamer, zweitägiger Workshop mit erfahrenen IT-Architekten und IT Business Consultants. Innerhalb einer Woche werden die Ergebnisse erarbeitet, die dann wiederum in einem gemeinsamen Meeting präsentiert werden. Dazu gehören die Ziele und wirtschaftlichen Vorteile der individuell entwickelten Cloud-Strategie und ein Szenario der optimalen Umsetzung. Erfahrene Cloud-Experten entwickeln mit dem IT-Team zusammen eine individuelle, strategische Roadmap für die schrittweise Transformation, verringern die Komplexität des Projektes, ohne die definierten Ziele aus den Augen zu verlieren, und klären den besten Weg für die Umsetzung. In einem Cloud Maturity Assessment wächst das Verständnis für die Vorteile, die Cloud Computing dem Unternehmen tatsächlich bietet. Für einen zukunftsfähigen, schrittweisen Umstieg in Richtung Cloud ist ein solches Maturity Assessment daher am Beginn jedes Transformationsprojektes obligatorisch.

Der Weg zur individuellen Lösung in einem ASG Cloud Assessment.
Der Weg zur individuellen Lösung in einem ASG Cloud Assessment.
(Bild: ASG Software Solutions)

Denn die Anforderungen an eine moderne, anbieterunabhängige und zukunftssichere Cloud-Implementierung sind vielfältig:

  • Ein Cloud-Assessment schafft die Grundlagen für die erfolgreiche Planung und Umsetzung der individuellen Cloud-Strategie.
  • Intuitive Benutzeroberflächen für schnelles und komfortables Arbeiten müssen auf höchstem Sicherheitsniveau überall verfügbar sein.
  • Anwender- und Team-Arbeitsplätze müssen innerhalb weniger Minuten anlegt und geändert werden können.
  • IT-Dienste werden durch einen „Amazon-ähnlichen“ Self-Service mit integrierter Workflow- und Genehmigungsprozess-Engine bereitgestellt.
  • Hybrid-Cloud-Optionen für die nahtlose Einbindung von Applikationen und Diensten aus verschiedenen Quellen – public und private – sollten implementiert werden.
  • Ein voll automatisiertes Life-Cycle-Management von Cloud-Server-Infrastrukturen erleichtert die Administration und Rechteverwaltung.

Komplexität verringern und Risiken vermeiden

Ein einfaches Beispiel kann die Rolle des Enterprise-Architekten veranschaulichen. Ein bestehendes CRM-System soll durch die cloudbasierte Lösung eines anderen Anbieters ersetzt werden. Der Enterprise-Architekt hat die Aufgabe zu bewerten, ob dieses Vorhaben sinnvoll ist. Er identifiziert zunächst drei wichtige Systeme, die näher betrachtet werden müssen. Dazu gehört beispielsweise die Mitarbeiterdatenbank, dazu gehören das CRM-System selbst und eine Applikation für das Forderungsmanagement. Er analysiert die Daten und den Datenaustausch zwischen den Systemen und klärt, welche Interessengruppen im Unternehmen eingebunden werden müssen. Das sind in diesem Beispiel die Finanzabteilung, der Vertrieb, die IT, insbesondere Directory Services, und die Personalabteilung.

Der Enterprise-Architekt wird dann Interviews mit den Beteiligten führen, um folgende Fragen zu klären, die schon bei diesem einfachen Beispiel relativ komplex sind:

  • Was ist erforderlich, um die Mitarbeiterdatenbank und das Forderungsmanagementsystem in das neue Cloud-CRM-System zu integrieren? Kann das bereits veraltete Forderungsmanagementsystem, das auf WebSphere basiert, Daten aus dem Cloud-System überhaupt verarbeiten? Gibt es evtl. Bandbreitenprobleme?
  • Vorausgesetzt, die Mitarbeiterdatenbank ist als Aufzeichnungssystem für Mitarbeiterdaten weiterhin geeignet, kann ausgeschlossen werden, dass diese Daten im CRM-System editiert werden können?
  • Welche Sicherheitsrisiken müssen ins Kalkül gezogen werden, damit Kundendaten in der Cloud gespeichert werden können? Wie sicher sind die Daten, wenn sie von der Cloud-Plattform ans Forderungsmanagementsystem zurückgegeben werden?
  • In Zusammenarbeit mit dem Controlling oder einem Vertragsexperten ist zu klären, welche finanziellen Auswirkungen die Einstellung des alten CRM-Systems mit sich bringt.

Sind diese einfacheren, eher technischen Fragen geklärt, entwickelt der Enterprise-Architekt ohne Bezugnahme auf bestehende Systeme ein vereinfachtes Modell des Customer Relationship Managements in seinem Unternehmen, aufgeteilt in die operativen Funktionen Marketing, Sales und Kundenservice und in die analytischen Funktionen Segmentierung, Profitabilität, Kampagnenauswertung, Service Trends und Sentiment-Analyse. Der Abgleich dieser Funktionen mit den Funktionalitäten, die der Cloud-CRM-Provider anbietet, zeigt jedoch, dass die Analytik der Kundenzufriedenheit nicht den Anforderungen entspricht, die das Unternehmen an die CRM-Lösung stellt. Um diesen Schwachpunkt auszugleichen, klärt der Architekt in einer weiteren Diskussionsrunde mit allen Beteiligten mögliche Alternativen. Möglich wäre zum Beispiel die Einbindung eines spezialisierten Anbieters von Sentiment-Analysen auf der eigenen Plattform oder die Suche nach einem geeigneten Partner in Kooperation mit dem Cloud-CRM-Provider, um dessen Lösung in die Cloud-Plattform des Providers einzubinden. Eine dritte Option wäre eine intern installierte und betriebene Analytics-Plattform, die ihre Daten vom Cloud-Provider erhält. Er beziffert anschließend die zu erwartenden finanziellen Auswirkungen dieser drei Alternativen.

Am Ende dieser abteilungsübergreifenden Vorarbeiten präsentiert das Cloud-Team seine konsolidierten Ergebnisse der Unternehmensleitung. Die Präsentation umfasst die Vorteile, die Risiken, die Kosten und eine übergreifende Darstellung der Auswirkungen auf die einbezogenen Unternehmensbereiche. Gute und erfahrene Architekten sind Techniker und Diplomaten zugleich. Sie sind in der Lage, unterschiedliche Funktionen, Interessen und Perspektiven zusammenzuführen – vom Anwender über den Budgetverantwortlichen bis zur Corporate Governance.

Nur mit einem übergreifenden und integrierenden Ansatz kann das gesamte Potenzial einer Cloud-Transformation für das Unternehmen erschlossen werden. Gut ausgebildete Enterprise-Architekten waren für diese Aufgabe schon gut vorbereitet, als Cloud-Computing noch gar nicht als einer der besten Wege zu effektiveren IT-Services etabliert war.

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