Mit eGovernment Schritt für Schritt in die Wolke Mit der Private Cloud spart die Verwaltung Zeit und Kosten

Autor / Redakteur: Jürgen Bilowsky, Computacenter / Gerald Viola

Cloud Computing erfüllt zahlreiche Anforderungen, insbesondere nach höherer Effizienz und geringeren Kosten. Doch wie können Behörden am besten davon profitieren und was müssen sie beachten?

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( Archiv: Vogel Business Media )

IT-Abteilungen in Behörden stehen vor großen Herausforderungen: Sie müssen ständig neue Anwendungen bereitstellen und dabei wegen knapper Haushaltskassen zunehmend auf die Kosten achten. Gleichzeitig ist der laufende Betrieb in den kommenden Jahren aufgrund des Fachkräftemangels und demografischen Wandels mit einer immer dünneren Personaldecke zu bewältigen. Dies bedeutet, dass Prozesse weitgehend automatisiert werden müssen, um die Effizienz deutlich zu erhöhen. Zudem müssen sie sich flexibel an neue Vorgaben, Anforderungen und Technologien anpassen lassen.

Die Lösung verbirgt sich hinter dem Hypethema Cloud Computing, weil die unter diesem Begriff gefassten Services konsequent virtuelle Systeme nutzen, um die Auslastung von Servern automatisch zu optimieren. Mithilfe umfassender Managementprogramme lassen sich Anwendungen und Infrastruktur schnell an neue Gegebenheiten anpassen. Bei Bedarf können in kurzer Zeit weitere Kapazitäten und Ressourcen ergänzt werden, die unter Umständen auch externe Dienstleister bereitstellen.

So stehen die Systeme je nach Bedarf flexibel und zu geringen Kosten zur Verfügung. Entsprechend muss das Rechenzentrum nicht mehr eine überdimensionierte Serverausstattung bereithalten, die auf Spitzenzeiten ausgerichtet, aber im Alltag nur zu zehn Prozent ausgelastet ist und auch im Leerlauf permanent Strom- und Kühlkosten erzeugt.

Fallstricke bei der Cloud

Für Behörden ist der Umstieg in die Wolke jedoch nicht so einfach, denn sie geben bei der Einbindung externer Dienstleister teilweise sensible Daten außer Haus. Geraten diese in falsche Hände, ist letztlich die Behörde dafür verantwortlich. Es stehen zwar inzwischen durch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifizierte Cloudangebote zur Verfügung, doch diese lassen sich in der Praxis nur für Standardanwendungen wie Mail- und Office-Programme nutzen – nicht aber für spezielle Fachanwendungen, die meist direkt mit Datenbanken oder anderen Applikationen verknüpft sind. Weitere kritische Punkte sind bei öffentlich verfügbaren Public Clouds Ausfallsicherheit sowie Zuverlässigkeit und Geschwindigkeit der Datenübertragung.

Aus diesen Gründen entscheiden sich die meisten größeren Behörden für die Einrichtung einer Private Cloud, also der Bereitstellung virtualisierter Anwendungen im eigenen Rechenzentrum. Damit lässt sich deutlich einfacher eine umfassende Sicherheit gewährleisten, da der Zugang streng geregelt ist. Doch dies bedeutet, dass sich die Behörde um die zugrunde liegende Technik selbst kümmern muss und für deren Einrichtung verantwortlich ist.

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Hilfe von der Planung bis zur Umsetzung

Dabei wird die Öffentliche Verwaltung aber nicht alleine gelassen, denn Dienstleister wie Computacenter bieten umfassende Unterstützung an. Der erste Schritt ist dabei in der Regel ein Beratungstermin mit der jeweiligen Behörde, in dem das Unternehmen den Ansatz der Private Clouds darstellt und verschiedene Einsatzmöglichkeiten erläutert.

Im Folgenden können zumindest für Bundesbehörden sämtliche Schritte von der Konzeptionierung über die Auftragsstellung bis hin zur Umsetzung ohne Ausschreibung erfolgen. Denn Computacenter besitzt für alle Angebote und Projektphasen Rahmenverträge (RV) mit dem Beschaffungsamt des Bundesministeriums des Inneren (BMI). Der RV 2374 zum Beispiel deckt alle Tätigkeiten in der Konzeptphase ab. Hier wird entsprechend den individuellen Kundenanforderungen ein speziell angepasster Projektplan erstellt.

In diesem Konzept werden sämtliche zu beschaffende Geräte und Programme, Services sowie Support inklusive Zeitplan festgelegt.

Der nächste Schritt besteht in der eigentlichen Beschaffung der Komponenten. Diese wird durch die RVs 2348, 9038 und 2408 abgedeckt. Hierzu arbeitet Computacenter mit diversen Herstellern wie Cisco, VMware und NetApp zusammen, die entsprechende Hard- und Software bereitstellen. Abschließend geht es gemäß dem RV 2374 zur Umsetzung. Die Komponenten werden installiert und konfiguriert sowie durch einen Proof of Concept getestet. Auch nach der eigentlichen Projektphase steht der Dienstleister für Support und Zusatzservices bereit.

Neue oder alte Infrastruktur?

Beim Einstieg in die Private Cloud sollten Behörden bedenken, dass die verwendete Hardware und IT-Technik für die erfolgreiche Nutzung von Cloudangeboten nicht in erster Linie ausschlaggebend ist. Viel wichtiger sind geeignete Services, eine hohe Effizienz der neuen Arbeitsprozesse sowie die schnelle und ständige Verfügbarkeit der Applikationen. Aus diesem Grund lässt sich eine Private Cloud sowohl auf Basis der bestehenden Infrastruktur als auch mithilfe eines komplett neuen Rechenzentrums verwirklichen.

Allerdings sollte die Behörde auf strenge Service Level Agreements (SLA) Wert legen. Denn nur diese garantieren eine entsprechende Verfügbarkeit und Performanz der Services. Dies ist nicht nur für eine effiziente Tätigkeit der eigenen Mitarbeiter nötig, sondern auch für einen eventuellen externen Zugriff von Partnern oder Bürgern auf Services innerhalb der Private Cloud. Zudem sollten weitgehend automatisierte Managementtools zum Einsatz kommen, die eine effiziente, schnelle und flexible Verwaltung der Cloudservices erlauben.

Nur dann erhalten die Administratoren mehr Zeit, sich um andere Aufgaben zu kümmern, als die Systeme am Laufen zu halten.

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