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Computer to Brain Interface MindRDR steuert Google Glass nur mit Gedanken

| Autor / Redakteur: Peter Koller / Florian Karlstetter

Das hat schon etwas Gespenstisches: Mit einem EEG-Biosensor und der App eines Londoner Start-Ups lässt sich die Datenbrille Google Glass rein per Gedanken steuern.

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Der Neurosky-Biosensor (oben) stellt über die MindRDR-App die Verbindung zu Google Glass her.
Der Neurosky-Biosensor (oben) stellt über die MindRDR-App die Verbindung zu Google Glass her.
(This Place)

MindRDR (gesprochen: Mind Reader) heißt eine App, die von dem Londoner Unternehmen This Place entwickelt wurde, einem Spezialisten für User Interfaces im Mobilbereich. Die App, deren Code als Open Source bei Github verfügbar ist, stellt eine direkte Verbindung zwischen der Datenbrille Google Glass und dem EEG-Biosensor Neurosky dar. Er wird ähnlich wie ein Kopfhörer getragen und misst über einen Kontaktpunkt auf der Stirn die Gehirnwellenaktivität.

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Die MindRDR-App setzt diese Gehirnwellen in Steuersignale für die Datenbrille um, die normalerweise über Sprachkommandos oder eine Touch-Fläche am rechten Bügel gesteuert wird. Bislang ist die Funktionalität noch recht bescheiden: Es lassen sich per Gedankenbefehlen Fotos ausnehmen und via Twitter oder Facebook teilen. Der User bekommt dabei ein visuelles Feedback in Form einer beweglichen horizontalen Linie, die in sein Blickfeld eingeblendet wird. Bei steigender Konzentration wandert die Linie nach oben. Erreicht sie den oberen Rand, wird ein Bild mit der Google-Glass-Kamera aufgenommen. Im nächsten Schritt löst die Bewegung der Linie zum oberen Rand die Verbreitung des Bildes in den sozialen Netzen aus. Entspannt sich der Träger hingegen, wandert die Linie an den unteren Rand und die Aufnahmen wird gelöscht. Das folgende Video zeigt das Prinzip:

Entwickelt wurde die App von This Place Gründer Dusan Hamlin und seiner Kreativ-Direktorin Chloe Kirton, die rund 1000 Stunden Entwicklungszeit hineingesteckt haben. Ihre Motivation ist, Menschen mit körperlichen Einschränkungen neue Möglichkeiten zu eröffnen. "Als eine Firma im Bereich User Experience versuchen wir immer, die Interaktion von Menschen und Technologie zu verbessern. MindRDR könnte zum Beispiel für Menschen mit dem Locked-in-Syndrom enorme Möglichkeiten bieten."

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