Managed Detection and Response Mieten Sie sich ein SOC!

Autor / Redakteur: Silvan Tschopp* / Peter Schmitz

Die Digitalisierungswelle der letzten Monate öffnet Angreifern Tür und Tor für Cyberattacken. Nicht selten haben die Akteure dabei den Mittelstand im Visier. Umfragen verdeutlichen, dass dieser sich der Situation häufig nicht gewachsen fühlt. Abhilfe verspricht ein Umdenken in der Security-Strategie.

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MDR-Lösungen sind ideal für jedes Unternehmen, dem es an internen Ressourcen und Spezialwissen mangelt, das aber die Sicherheitslücken bei der Erkennung und Überwachung von Bedrohungen schließen möchte.
MDR-Lösungen sind ideal für jedes Unternehmen, dem es an internen Ressourcen und Spezialwissen mangelt, das aber die Sicherheitslücken bei der Erkennung und Überwachung von Bedrohungen schließen möchte.
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Die Ausgangslage ist klar: Der Mittelstand hadert mit seiner Cybersicherheit. Laut einer Studie von Deloitte Consulting vom Juni 2020 sehen 61 Prozent der IT-Verantwortlichen in mittelständischen Unternehmen die größte Herausforderung in der frühzeitigen Erkennung von Cyber-Angriffen. Zudem nehmen 83 Prozent von ihnen an, dass das Thema IT-Sicherheit zunehmend an Relevanz gewinnen wird.

Eine Einschätzung, die auch das World Economic Forum in ihrem jüngst veröffentlichten Global Risks Report bestätigt. Demnach werden Cyberrisiken weiterhin als eine der großen globalen Gefahren angesehen. Das Bundeskriminalamt weist außerdem auf die gestiegene Anzahl von Cyberangriffen seit Beginn der Covid-19-Pandemie hin und stuft die Bedrohungslage als andauernd hoch ein. Als Grund nennt es die Verschiebung diverser Lebensbereiche in den virtuellen Raum.

Es ist nicht verwunderlich, dass Cyberkriminelle sich diese Situation zunutze machen und Unternehmenssysteme zu kapern versuchen. Insbesondere der Mittelstand verfügt über wertvolles geistiges Eigentum – für kriminelle Angreifer und bisweilen auch staatliche Akteure ist das wie pures Gold. Malware, Betrugs-Websites und Phishing-Mails sind dabei nur eine kleine Auswahl aus dem umfangreichen Repertoire an Angriffsmöglichkeiten, die sich in der Vergangenheit als erfolgreich erwiesen haben. Was bleibt, sind schwere Schäden in Form von Betriebsausfällen und hohen Kosten, die mit den richtigen Vorkehrungen vermeidbar gewesen wären.

Traditionelle Maßnahmen sind lange überholt

Es steht außer Frage, dass traditionelle Schutzmaßnahmen wie Firewalls und Malware-Erkennung allein ein Unternehmen nicht mehr vor den professionellen Angriffsmethoden krimineller Akteure bewahren können. Das trifft zwar nicht erst seit der Krise zu, doch scheint so manches Unternehmen die digitale Aufrüstung schlichtweg verschlafen zu haben. Die Cyberkriminellen sind bestens ausgebildet und entweder Teil international operierender Banden oder werden von staatlichen Stellen gedeckt und finanziert. Die Folge: die Angreifer sind ihren Opfern immer einen Schritt voraus.

Es ist demnach naheliegend, die eigene IT-Security aufzurüsten, mit Next Generation Firewalls oder Threat Detection Lösungen. Neue Technologien erfordern jedoch auch zusätzliches Budget und fachkundiges Personal, das die nötige Expertise im Umgang mit der Technik mitbringt. Es gilt, laufend auf dem neuesten Stand zu sein und aus der Informationsflut von Threat-Intelligence-Lösungen die richtigen Schlüsse für Abwehrmaßnahmen zu ziehen.

Das erfordert viel Zeit und umfassende Sachkenntnis. Und genau hier liegt das Problem: Mittelständler und Großkonzerne kämpfen um die gleichen Fachkräfte und deren Spezialwissen. Da ist es kein Wunder, dass die Arbeitgeber mit den größeren Budgets die erfahrensten Mitarbeiter anziehen und kleinere Firmen dabei den Kürzeren ziehen. Darüber hinaus hat der Mittelstand es aufgrund seines im Vergleich zu Großunternehmen engeren IT- und Security-Budges schwer, seine technische Ausstattung laufend an die Bedrohungslage anzupassen. Umso wichtiger ist es für diese Unternehmen, die Budgets für den Schutz ihrer IT clever einzuplanen. Denn eines ist sicher: Wer ganz allein versucht, der Bedrohungslage Herr zu werden, wird mittel bis langfristig an seine Grenzen stoßen.

Ein Paradigmenwechsel für mehr Sicherheit

Die Schutzformel für die IT-Sicherheit ist im Grunde simpel: Je schneller ein Angriff erkannt wird, desto schneller kann dieser behoben werden und desto geringer fallen die Schäden aus. Doch wie kann man die kritische Zeitspanne zwischen Erkennung eines Angriffs und den nötigen Gegenmaßnahmen so weit wie möglich verkürzen und was ist nötig, um diese Zeit so effizient wie möglich zu nutzen? Dafür braucht es einen Paradigmenwechsel von einer rein auf Abschirmung ausgerichteten Security-Strategie zu einer Vorgehensweise, die von vornherein einkalkuliert, dass Angriffe passieren werden, diese dann aber früh erkannt und eingedämmt werden.

Das Analystenhaus Gartner empfiehlt dafür den Einsatz von „Managed Detection and Response“-Lösungen (MDR). Das bedeutet, die Erkennung und Behebung von Cyberangriffen übernimmt ein spezialisierter Dienstleister, der sowohl die nötige Technologie als auch die entsprechend qualifizierten Mitarbeiter hat. MDR-Anbieter haben durch fortlaufende Threat Intelligence stets ein aktuelles Bild der globalen Bedrohungslage und können – häufig unterstützt von Künstlicher Intelligenz – genau die Bedrohungen identifizieren, die für ihre Kunden wirklich relevant sind. Der „Response“-Anteil der Dienstleistung sorgt im Ernstfall für die schnelle Gegenwehr im Unternehmensnetzwerk – und zwar rund um die Uhr. Damit schließt MDR die Sicherheitslücken, die Unternehmen mit eigenen Mitteln häufig nicht angehen können. Gartner ist überzeugt davon, dass die Nachfrage nach MDR-Modellen weiter steigen wird. Die Analysten gehen gar davon aus, dass die Hälfte aller Unternehmen bis 2025 MDR-Services für Threat Monitoring, Detection und Response nutzen werden.

Zusammenarbeit ist der Schlüssel für zukunftsfeste IT-Sicherheit

MDR-Lösungen sind ideal für jedes Unternehmen, dem es an internen Ressourcen und Spezialwissen mangelt, das aber die Sicherheitslücken bei der Erkennung und Überwachung von Bedrohungen schließen möchte. Wer seine IT-Sicherheit durch das Know-how externer Spezialisten erweitert, profitiert nicht nur von deren Expertise, sondern ist im Falle eines Angriffs auch ausreichend geschützt. Dabei ist es nicht nötig, in ein eigenes Security Operations Center (SOC) zu investieren oder ein solches für viel Geld auszubauen.

Ein weiterer Pluspunkt: MDR minimiert das Risiko, indem es Angriffsvektoren kontinuierlich überwacht und in Echtzeit auf Sicherheitsvorfälle reagiert. Darüber hinaus schlägt die cloud-basierte Lösung nur dann Alarm, wenn ein tatsächliches Risiko vorliegt. IT-Administratoren und Security-Manager werden also nicht mit bedeutungslosen Warnmeldungen überschwemmt und können sich weiterhin auf ihr Kerngeschäft konzentrieren. Ein weiterer Vorteil liegt in der Skalierbarkeit der Sicherheitslösung, da sie an unterschiedliche Risikotoleranzen, Budgets und nicht zuletzt auch an das personelle und geographische Wachstum einer Organisation angepasst werden kann.

Es gibt für mittelständische wie große Unternehmen also keinen Grund mehr, sich um wachsende Cyberrisiken mehr Sorgen zu machen als nötig. Es braucht „nur“ den Schritt, sich für diesen kritischen Bereich erfahrene und kompetente Hilfe von einem MDR-Anbieter zu holen, der seine Expertise wie ein zusätzliches Mitglied des IT-Teams einbringt. Die Zukunft der IT-Sicherheit liegt in der Zusammenarbeit.

* Der Autor Silvan Tschopp leitet das Product Marketing Team von Open Systems.

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