IDC-Kommentar von Wafa Moussavi-Amin zum 8,5-Milliarden-Dollar-Deal

Microsofts Skype-Übernahme sorgt für Unruhe im Software-Markt

16.05.2011 | Autor / Redakteur: Wafa Moussavi-Amin, IDC Central Europe / Harry Jacob

Die Spekulationen haben endlich ein Ende: Microsoft kauft Skype auf und sorgt damit in der Softwareindustrie und im Verbrauchermarkt für Unruhe.

Derzeit durchlebt der Markt eine Phase des Umbruchs. Plattformen und die darauf laufenden Applikationen verändern sich in Windeseile. Neue Endgeräte und Backend Cloud Services führen zu einem Wandel der Technologie-Landschaft.

Warum hat Microsoft Skype gekauft?

Die Großen der Branche sind gezwungen, alle möglichen Assets zusammenzukaufen, um damit ein starkes Ökosystem aufzubauen. In diesem Kampf stellt Skype eine starke Trumpfkarte dar, denn das Unternehmen verfügt als einer von nur ganz wenigen Technologie-Anbietern über eine aktive Nutzerbasis von über 100 Millionen Abonnenten und setzt im Rahmen einer Konsumentenmarke Trends wie Mobile Computing, Social Networking und Cloud Computing ein.

Alleine beziehungsweise als Teil von eBay war es für Skype schwierig, Gewinne zu erzielen; Microsoft dagegen sieht zu Recht zahllose potenzielle Synergien mit Skype; beispielsweise können die Skype-Dienste in die Windows Client-Plattformen und Windows Phone 7 oder die Unternehmenslösungen wie Microsoft Lync oder Office und Office 365 eingebunden werden.

Oder – und das ist vielleicht die überzeugendste Option überhaupt: Skype wird in seine mit Kamera ausgerüstete Xbox-/Kinect-Entertainment-Plattform integriert. Eine solche Integration hat das Potenzial, bereits im Markt verfügbare Produkte zu stärken und führt zu einem Angebot an neuen Services, die an bislang unerreichte Nutzer vermarktet werden können.

Zwei weitere Motive für diesen Deal rechtfertigen vielleicht sogar den von Microsoft bezahlten Aufpreis. Zum einen sorgt Microsoft mit der Akquisition dafür, dass Skype nicht mehr für die Integration in das Google- beziehungsweise Apple-Ökosystem zur Verfügung steht. Zum anderen ist der Erwerb ausländischer Vermögenswerte für Microsoft mit seinen hohen Bar-Reserven außerhalb der USA für den Softwareriesen besonders attraktiv, da solche Finanzmittel nicht in die USA zurückgeführt und entsprechend versteuert werden müssen.

Skype hat zudem sozusagen den Privatkundenmarkt in den „Genen“, und Microsoft braucht unbedingt überzeugende neue Gründe, die den Konsumentenmarkt wieder für seine Produkte begeistern. Microsoft sieht sich einem harten Wettbewerb ausgesetzt: durch sexy neue Apple-Produkte, Android-basierte Geräte, die ohne Microsoft auskommen, und eine Welt des flächendeckenden privaten Social Networkings, die Microsoft zum großen Teil außen vor gelassen hat. Das Unternehmen braucht eine Marktsichtbarkeit im Consumer-Geschäft, die über seine PC-Betriebssysteme hinausgeht.

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über die Auswirkungen des Deals auf Skype und das bislang existierende Microsoft-Portfolio.

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