Händler: „Gebrauchte OEM-Recovery-Datenträger sind streitgegenständlich“ Microsoft warnt – Softwarebilliger.de spricht von „Verleumdung“

Redakteur: Katrin Hofmann

Der Software-Hersteller Microsoft warnte am Dienstag, den 13. März, vor dem Kauf „gefälschter Marken-Software auf Softwarebilliger.de“. IT-BUSINESS hat bei Softwarebilliger.de nachgehakt und ein eindeutiges Dementi erhalten: „Dieser Vorwurf entspricht […] nicht der Wahrheit“, so das Unternehmen und will die „ von Microsoft veröffentlichte, verleumderische und rufschädigende Mitteilung“ von seinen Anwälten prüfen lassen.

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Der Streit zwischen Microsoft und Softwarebilliger.de droht endgültig zu eskalieren.
Der Streit zwischen Microsoft und Softwarebilliger.de droht endgültig zu eskalieren.

Der Vorwurf klingt vernichtend. Der Software-Hersteller Microsoft verkündete, dass über den Web-Shop Softwarebilliger.de trotz laufender Ermittlungen und einer gerichtlichen Anordnung „gefälschte Datenträger“ vertrieben würden. Aus diesem Grund habe man sich entschlossen, vor dem Kauf auf der Website zu warnen. Wer sicher gehen wolle, dass er keine „Fälschung“ erworben hat, könne seine Computerprogramme bei Microsoft auf Echtheit überprüfen lassen.

Vorgeschichte

Der Warnung vorausgegangen ist nach Aussagen Microsofts unter anderem eine Durchsuchung des Lagers von Softwarebilliger.de im August 2011 durch Beamte des Landeskriminalamts Berlin. Dabei seien „mehrere tausend gefälschte Datenträger mit Microsoft-Computerprogrammen sichergestellt worden“. Das Landgericht Frankfurt (Az.: 2-06 O 390/11) habe eine einstweilige Verfügung gegen den ehemaligen Betreiber von Softwarebilliger.de erlassen und Strafantrag gegen die Geschäftsführer sei auch gestellt worden. Im Vorfeld habe Microsoft „gefälschte Datenträger des Betriebssystems Microsoft Windows 7“ bei Softwarebilliger.de entdeckt.

Nach dieser ersten Untersuchung habe der Betreiber der Website gewechselt und erneut „gefälschte Datenträger“, dieses Mal mit Microsoft Windows XP, vertrieben. Daraufhin sei wiederum eine einstweilige Verfügung ergangen (ebenfalls vor dem Landgericht Frankfurt; Aktenzeichen: 2-03 O 474/11) und ein weiterer Strafantrag gestellt worden. Doch auch nach der Zustellung der zweiten einstweiligen Verfügung habe Softwarebilliger.de ihr Vorgehen beibehalten.

Die erste einstweilige Verfügung, so Microsoft, sei mit Urteil des Frankfurter Landgerichtes vom September 2011 bestätigt (Az.: 2-06 O 390/11). Über die Berufung dagegen sei noch nicht entschieden. Gegen die zweite einstweilige Verfügung hat Softwarebilliger.de Widerspruch eingelegt.

„Die von Microsoft veröffentlichte, verleumderische und rufschädigende Mitteilung lassen wir von unseren Anwälten überprüfen“, äußert sich dagegen der Geschäftsführer der Betreiberfirma von Softwarebilliger.de, der TYR Holding GmbH, Elmar Ewaldt auf Nachfrage von IT-BUSINESS zu den Vorwürfen.

Das komplette Statement von Softwarebilliger.de erhalten Sie auf der nächsten Seite.

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