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Produktschlüssel zur Aktivierung von Test- und OEM-Versionen Microsoft sperrt 50.000 Product Keys für Windows und Office

| Autor / Redakteur: Dr. Stefan Riedl / Stefan Riedl

Nachdem laut Microsoft Aktivierungs-Codes für zeitlich befristete Lizenzen von Testversionen oder OEM-Lizenzen illegal vertrieben wurden, sperrte der Software-Konzern rund 50.000 Product Keys.

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Microsoft sperrt 50.000 Product-Keys.
Microsoft sperrt 50.000 Product-Keys.
(Jaroslav Machacek - Fotolia.com)

Mit 25-stelligen Zeichenketten lassen sich Testversionen oder OEM-Versionen von Windows beziehungsweise Office aktivieren. Laut Microsoft wurden solche Product Keys als angebliche vollwertige Lizenzen verkauft.

„In Wirklichkeit gehören die Product Keys jedoch meist zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder zu OEM-Lizenzen und wurden illegal vertrieben“, begründete Microsoft nun den Schritt, rund 50.000 solcher Product Keys zu sperren.

Keine Datenträger – geringeres Risiko

„Stark zugenommen“ habe eine neue Form der Software-Piraterie, heißt es aus dem Microsoft-Konzern: der Verkauf einzelner Product Keys als angebliche Lizenzen für Microsoft Windows und Microsoft Office. Für betrügerische Händler ist diese Art des Vertriebs besonders lukrativ: „Sie müssen keine gefälschten Datenträger herstellen und importieren lassen und schließen so das Risiko einer Grenzbeschlagnahmung durch den Zoll aus“, so Oliver Gronau, Director Software Compliance and AntiPiracy bei Microsoft Deutschland. „Auch im Fall einer Durchsuchung werden keine gefälschten Datenträger, sondern schlimmstenfalls Listen mit Product Keys gefunden.”

Vertrieb ohne Wissen der Lizenznehmer

Die Schlüssel werden meist über das Internet als echte Software-Lizenzen angeboten, teilt Microsoft mit. In Wirklichkeit gehören sie jedoch vielfach zu zeitlich befristeten Lizenzen für Testversionen oder für Softwareentwickler, zu Volumenlizenzen für Bildungseinrichtungen oder zu OEM-Lizenzen und werden illegal vertrieben – meist ohne Wissen der eigentlichen Lizenznehmer.

Statement von SafeNet

Ansgar Dodt, Vice President Sales, Software Monetization bei SafeNet, einem Lösungsanbieter für Informationssicherheit, schlägt in dieselbe Kerbe wie Microsoft: „Microsofts Entscheidung soll Softwarepiraten selbst eine Warnung sein, aber vor allem auch Anwendern, die Raubkopien herunterladen.“ Denn letztendlich würden sie sich damit selbst schaden. „Statistiken zeigen zudem, dass Entwicklern jährlich 50 Millionen US-Dollar durch Softwareklau verloren gehen.“ Der Schritt von Microsoft soll Softwareanbieter dazu motivieren, mit Lizenzverkäufern zusammenzuarbeiten, um den Schutz von Software effektiver zu gestalten, so Dodt.

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