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Cloud Computing im Büro Microsoft BPOS wird zu Office 365

| Redakteur: Dr. Stefan Riedl

2011 kann man den Bandwurm-Anglizismus „Business Productivity Online Suite“ aus seinem Vokabular streichen. Microsofts Online-Services für Cloud Computing im Büro hören in der nächsten Produktgeneration auf den Namen „Office 365“.

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„Office 365“ soll im kommenden Jahr durchstarten.
„Office 365“ soll im kommenden Jahr durchstarten.
( Archiv: Vogel Business Media )

Wenn in einem Verkaufsgespräch der Satz fällt: „Sie können natürlich auch die Business Productivity Online Suite von Microsoft nehmen“, könnte sich so mancher Kunde wie in einem Sketch über Business-Anglizismen vorkommen. Doch BPOS, so die Abkürzung, die einem auch nicht wirklich geschmeidig über die Lippen geht, sind real. Zumindest sind sie es noch, denn bald heißen die Online-Services von Microsoft „Office 365“. Die Betaphase läuft bereits, auch in Deutschland. Allerdings sei man von den vielen Anmeldungen ein wenig überrannt worden, räumte Christian Mehrtens ein, Direktor des Geschäftsbereichs Information Worker bei Microsoft Deutschland.

BPOS 2.0 = Office 365

Es geht um die zweite Generation der Cloud-Services von Microsoft. Während BPOS noch auf den 2007er Produktgenerationen von Sharepoint und Exchange basiert, wird Office 365 auf der 2010er Generation aufbauen. Das neue Angebot richtet sich an Unternehmen jeder Größe und bringt folgende Produkte in die Wolke: Exchange Online, Sharepoint Online und Lync Online (für Collaboration) sowie die Office Web Apps. Dieses Basispaket wird für sechs Dollar pro Monat und User verkauft werden. Hierzulande wird der Preis für das erweiterbare Paket mit 5,25 Euro pro Nutzer und Monat veranschlagt.

Hinzu kommt beispielsweise die Option, Office 2010 für die Zeit der Nutzung von Office 365 zu mieten. Lizenzkosten werden also zu Mietkosten, On-Premise-Installationen zur Bereitstellung aus der Cloud und aus Vertriebspartner-Sicht werden Lizenzumsätze zu monatlichen Provisionen im Sinne von Umsatzanteilen. Neben Deutschland startet Microsoft die Betaphase von Office 365 gegenwärtig in zwölf weiteren Ländern. Nächstes Jahr soll Office 365 dann für alle Microsoft-Märkte verfügbar sein.

Nische mit großem Potenzial

In Deutschland nutzen laut Unternehmensangaben „mehr als 2.200 Unternehmen die Online-Suite von Microsoft“. Das kommende Angebot bietet den Nutzern ein erweitertes Funktionsspektrum. „Unternehmen haben die Wahl, ob sie die Software im Eigenbetrieb, in der Cloud oder in Mischmodellen nutzen wollen und können damit die für sie optimale Lösung zusammenstellen“, so Christian Mehrtens.

Was ist neu?

Neben den neuen Versionen der bisherigen Dienste vom Vorgänger BPOS sind jetzt „Office Web Apps“ in das Angebot eingeflossen. Außerdem besteht nun auch die Option, Microsoft Office Professional Plus als lokale Desktop-Software gleich mit zu mieten. Die Marktanalysten der Experton Group sehen das als Schwachstelle: „Das vorgestellte Angebot erfüllt das selbst ausgegebene Credo `we are all in´ nicht umfassend. So wird die `Option´ Office Professional Plus zwar voll in die Cloud integriert, benötigt aber noch eine Installation auf dem Client“. Angesprochen werden damit vor allem Kleinunternehmen, Freiberufler und Start-ups, aus deren Sicht ein Office-Paket vor allem aus den Klassikern Wort und Excel besteht.

Weiterer Ausblick

Ende nächsten Jahres soll auch Microsoft Dynamics CRM Online in Office 365 integriert werden. Ebenfalls bis Ende nächsten Jahres erfolgt eine Anpassung von Office 365 an den Bildungssektor – für Studenten, Fakultäten und Mitarbeiter an Schulen – kündigte Microsoft an.

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