Ein Firmenname, zwei Open-Source-Produktlinien

MariaDB – die MySQL-Konkurrenz schlüpft unter ein einziges Dach

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Das Risiko und der Konflikt

In der Pressmitteilung zur Umbenennung schreibt das neue Unternehmen nur knapp, es werde „unter dem neuen Firmennamen … wie bisher auch Support für MySQL-Anwender anbieten“. Das Schreiben an die Kunden formuliert es deutlicher: „MariaDB wird weiterhin die führenden MySQL-Experten beschäftigen – damit bleibt unser Anspruch, langfristig die bestehende MySQL-Infrastruktur und MySQL-basierte Anwendungen unserer Kunden zu unterstützen, unverändert.“ Bestehende Support-Verträge blieben von der Namensänderung unberührt.

Das Logo von MySQL
Das Logo von MySQL
(Bild: Tam/Wikipedia)

Aufmerksamen Beobachtern wird aufgefallen sein, dass die Namensänderung aber wohl nicht ohne interne Konflikte über die Bühne ging. Im Zentrum steht dabei die Rolle der MariaDB Foundation. Die Frage war, ob sie genügend Rechte am Markennamen und am Code von MariaDB hat, um zu verhindern, dass sich die Geschichte von MySQL wiederholt. Mitten in der Debatte trat Simon Phipps, ein auch in der Apache Software Foundation und der Document Foundation (LibreOffice) engagierter Vertreter der Open-Source-Bewegung, aus dem Vorstand zurück.

Endlich Ruhe im Gebälk?

Der Verlust eines so prominenten Sprechers der Community ist sicherlich schmerzhaft. Angesichts der für Laien nicht mehr verständlichen juristischen Feinheiten wird letztlich wohl nur die Geschichte zeigen können, ob diesmal MariaDB sicher auf der Open-Source-Seite steht. Monty Widenius bekräftigte jedenfalls seinen prinzipiellen Standpunkt: „Der Code war immer offen mit Schreibrechten und wird es immer sein.“

Die Anwender dürfte die Debatte jedenfalls kaum beunruhigen. Für sie ist eher wichtig, dass MariaDB als Open Source weiterentwickelt und nicht schrittweise proprietär wird. Dass jetzt hinter der Datenbank von der Entwicklung bis zum Support eine einzige Firma steht, die mit dem Namen auch ihr Hauptinteresse MariaDB benennt, schafft vor allem mehr Sicherheit.

* Ludger Schmitz ist freiberuflicher Journalist in Kelheim.

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