Citrix-Studie sieht deutsche KMU als Vorreiter für mobiles Arbeiten

Management treibt BYOD in mittelständischen Unternehmen voran

| Redakteur: Elke Witmer-Goßner

64 Prozent der Entscheider in mittelständischen Unternehmen (mehr als in Europa und dem Rest der Welt) sehen neue Technologien als Faktor für die Verbesserung der Work-Life-Balance der Mitarbeiter.
64 Prozent der Entscheider in mittelständischen Unternehmen (mehr als in Europa und dem Rest der Welt) sehen neue Technologien als Faktor für die Verbesserung der Work-Life-Balance der Mitarbeiter. (Bild: fotomek, Fotolia)

Kleine und mittelständische Unternehmen in Deutschland sind führend bei mobilen Arbeitsweisen. Dabei ist insbesondere das Management die treibende Kraft bei der Einführung privater mobiler Endgeräte für Arbeitszwecke. Allerdings hinkt die IT bei der technischen Umsetzung noch hinterher.

Eine aktuelle Studie zeigt auf, dass deutsche KMU im europäischen und weltweiten Vergleich eine Vorreiterrolle bei der Einführung mobiler Arbeitsweisen einnehmen. Während Videokonferenzen und Collaboration-Tools in Verbindung mit BYOD (Bring Your Own Device) dabei immer größeren Zuspruch erfahren, hinken die IT-Abteilungen bei der Schaffung der technischen Voraussetzungen noch hinterher, was Datendieben neue Einfallstore schafft – eine Herausforderung nicht nur in Deutschland. An der weltweiten Studie, die von Citrix in Auftrag gegeben wurde, nahmen leitende Angestellte und Führungskräfte von mehr als 1.250 kleinen und mittelständischen Unternehmen in Europa, Nordamerika und Australien teil.

Die in Deutschland befragten KMU-Führungskräfte, deren Mitarbeiter ihre privaten Smartphones und Tablets für geschäftliche Aufgaben verwenden möchten, erlauben dieses, um die Work-Life-Balance ihrer Belegschaft zu verbessern. 64 Prozent der Entscheider gaben an, dass durch die gleichzeitige geschäftliche und private Nutzung eines mobilen Endgeräts das Leben ihrer Angestellten vereinfacht wird. Im Vergleich dazu sehen dies nur 26 Prozent der befragten Führungskräfte in Europa und dem Rest der Welt so. Darüber hinaus erkennen die deutschen Entscheider in privaten Geräten, welche geschäftlich genutzt werden, weitere technische Vorteile wie eine bessere Funktionalität (17 Prozent) und eine höhere Flexibilität (8 Prozent).

Eine Frage des Vertrauens

Eine überwältigende Mehrheit von 87 Prozent der Entscheider in deutschen KMU gaben an, dass es in ihren Unternehmen bereits Regelungen zur freien Arbeitsgestaltung für einen Teil oder die gesamte Belegschaft gibt – wie etwa flexible Arbeitszeiten oder mobile Arbeitsorganisation. Auch hier sind sie anderen Ländern voraus, wo im Durchschnitt 77 Prozent Regelungen zu flexibleren und mobilen Arbeitsmodellen ihrer Mitarbeiter getroffen haben.

Lediglich drei Prozent der deutschen Befragten befürchten, dass Mitarbeiter durch die private Nutzung mobiler Endgeräte während der Arbeitszeit abgelenkt werden können. Dieser Wert steht im starken Kontrast zum weltweiten Durchschnitt von 28 Prozent und sogar 36 Prozent in Frankreich. Zugleich lässt sich ein bemerkenswerter Rückgang dieser Sorge unter deutschen KMU im Vergleich zu 2011 festmachen, als noch 25 Prozent dieses als wichtiges Problem betrachteten. Gleichzeitig sorgen sich nur zehn Prozent der Befragten um Kontrollverlust, weniger als die Hälfte der im Jahr 2011 gemessenen 21 Prozent und deutlich niedriger als die in der aktuellen Studie ermittelten durchschnittlichen 16 Prozent.

Allerdings begleiten nur rund ein Drittel der deutschen KMU-Entscheider (34 Prozent) dieses Bekenntnis zu flexiblen, mobilen Arbeitsmodellen, mit Richtlinien, Prozessen und IT-Systemen, die erlauben, private Geräte auch geschäftlich zu nutzen und diese zu verwalten. Hier stützen die Citrix-Studienergebnisse eine aktuelle IDC-Studie zur IT-Sicherheit in Deutschland, wonach rund zwei Drittel der Unternehmen noch immer nicht über Werkzeuge und Prozesse verfügen, Fernzugriffe auf das Netzwerk und Anwendungen sowie das Herunterladen von Dokumenten zu regeln.

Unterstützung einer effektiven „Meeting-Kultur“

Angestellte mittelständischer Unternehmen stehen der Einführung hochwertiger Collaboration-Tools wie HD-Video und -Audio positiv gegenüber, da diese eine durch Meetings geprägte Unternehmenskultur fördern. Nahezu die Hälfte (47 Prozent) glaubt, dass Videokonferenzen und Social-Collaboration-Tools Meetings produktiver machen, beziehungsweise machen würden. Immerhin verbringen rund ein Drittel der Befragten nach eigener Aussage heute mehr Zeit in Meetings als noch vor fünf Jahren. Jeder Fünfte (20 Prozent) verbringt dabei sogar fünf bis zehn Stunden pro Woche in Meetings, verglichen mit durchschnittlich 13 Prozent in anderen Ländern. Fast die Hälfte (49 Prozent) der Befragten nutzt aber bereits Videokonferenzen – 74 Prozent davon tun dies in einem höheren Maße als noch vor einem Jahr. Der meistgenannte Grund (43 Prozent) hierfür ist die Möglichkeit, flexibel und von unterwegs zu arbeiten, verglichen mit nur 32 Prozent im weltweiten Durchschnitt.

Fast ein Drittel der Entscheider in deutschen KMU, die ihren Angestellten den Einsatz eigener Kommunikationsgeräte zu geschäftlichen Zwecken erlauben, berichten von einer höheren Produktivität und Effizienz als Ergebnis – und zwar um zehn Prozent oder mehr. „Die Ergebnisse spiegeln wider, wie wichtig eine ausgewogene Work-Life-Balance den KMU ist, um sicherzustellen, dass ihre Mitarbeiter produktiv sind und um die Arbeitsqualität auf einem gleichbleibend hohen Niveau zu halten“, bestätigt Robert Gratzl, Managing Director VP und GM EMEA der Citrix Online Services Division. „Die Mehrheit der Firmen unterstützt diesen Ansatz durch die verstärkte Nutzung von Videokonferenz- und Social-Collaboration-Lösungen und schafft hierdurch eine Arbeitsumgebung, in der jeder mit jedem überall zusammenarbeiten kann.“ Allerdings müssten die Firmen anerkennen, dass die Nutzung privater Endgeräte eine große Herausforderung für die IT-Abteilung bedeute. Hier gilt es einerseits einen sicheren Fernzugriff und die Aufrechterhaltung der Arbeitsprozesse sicherzustellen, andererseits aber auch, die Potenziale von technikaffinen und selbstständigen Mitarbeitern auszuschöpfen, so Gratzl.

Für die Studie wurde die YouGov, Plc., beauftragt. Der Stichprobenumfang betrug 1.262 KMU-Entscheider aus Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitern. Für die Erhebung wurden zwischen dem 22. und 29. April 2013 online KMU in folgenden Ländern befragt: Großbritannien (201), USA (200), Australien (253), Deutschland (202), Frankreich (201) und Kanada (205).

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