Der Umstieg auf das neue Apple-Betriebssystem sollte nicht leichtfertig forciert werden

Mac OS X Lion, der vielleicht Letzte seiner Art

Seite: 3/3

Firmen zum Thema

RAID und andere Einschränkungen

Mit jedem neuen Betriebssystem muss sich Apple einer gnadenlosen Anwenderschaft stellen. Bei Lion vermissen kritische User bereits wichtige Leistungsmerkmale, die Apple schnell nachbessern sollte.

So ist es noch nicht möglich, OS X Lion auf einem RAID-Array zu installieren. Nach dem stundenlangen Herunterladen des Betriebssystems und während der Installation von Mac OS X Lion auf einem RAID-System erwartet den Anwender zum Schluss die Schreckensmeldung, dass Filevault und die Recovery-Partition auf einem RAID-Verbund nicht lauffähig sind.

Mit der Meldung muss auch der Anwender rechnen, der die Startpartition mit dem Boot Camp Assistant manuell modifizierte, also sobald die Festplatte eine andere als die serienmäßige Partition für Boot Camp aufweist. Humaner ist da schon der folgende Mangel.

Wer damit leben kann, dass die Wiederherstellungs-Partition und die Hilfsprogramme einer Installations-DVD, darunter Tools zur Wiederherstellung von Daten, zur Übernahme von Backups aus Time Machine oder zur erneuten Installation von Mac OS X Lion über das Internet nicht verfügbar sind, klickt nach der Fehlermeldung einfach auf “Fortsetzen“.

Um trotzdem alle Features von OS X Lion zu erhalten, sollte der Anwender ein vollständiges Backup der Festplatte anlegen, das auch die Boot Camp Partition enthält. Nach der Installation von Mac OS X 10.6 ist die Installations-Software für OS X Lion erneut aus dem Mac App Store herunterzuladen und zu installieren.

Abschied vom Raubkatzen-Alias?

Lion, der Löwe als König der Tiere, könnte die letzte Version des Mac OS X sein, das im Jahr 2000 erstmals freigegeben wurde. Als weitere Varianten hätte Apple noch die Raubtiere „Lynx“ (Luchs) und „Cougar“ (Berglöwe) vorrätig gehabt, die Markennamen waren sogar schon vorsorglich geschützt.

Die nächste Version des Betriebssystems für den Mac trägt wahrscheinlich keinen Tiernamen mehr und wird eng an das iOS für das iPhone und iPad angelehnt. Vorsichtige Prognose der Branchenkenner: „Mac iOS“ für den Macintosh, erhältlich ab Frühjahr 2013. Einfach abwarten.

Warten müssen die Highend-Anwender auch schon überlange auf ein neues Modell des Mac Pro. Das könnte an der unzureichenden Marktreife neuer und noch performanterer Prozessoren liegen.

Immerhin besitzen die aktuellen MacBook Pro, iMac, MacBook Air und Mac mini die Sandy-Bridge-Chips von Intel und eine Thunderbolt-Schnittstelle, um die es am Markt jedoch recht ruhig geworden ist.

Vielleicht wartet Apple nur noch auf die neuen Xeon-Prozessoren mit der Sandy-Bridge-Architektur, die Intel gegen Ende des Jahres auf den Markt bringen müsste. Dann hätte ein neuer Mac Pro auch die ultimativen Highend-Prozessoren.

Vielleicht löst sich Apple ja doch nicht von seiner professionellen Anwenderschaft, die das Unternehmen in seiner schwersten Zeit immer am Leben gehalten hat.

(ID:2052633)