Cloud erweitert Möglichkeiten der Monetarisierung für Softwarehersteller

Lizenzierung aus der Wolke

| Autor / Redakteur: Silvia Leißner / Florian Karlstetter

Virtualisierung: Transparenz mit Cloud-Lizenzierung

Hinzu kommen neue Möglichkeiten für virtualisierte Umgebungen, weil sich Unstimmigkeiten und Ungenauigkeiten, die beinahe schon naturgemäß bei der Nutzung virtueller Maschinen auftauchen, elegant vermeiden lassen. Dazu gehören beispielsweise versehentlich duplizierte Lizenzen aufgrund geclonter Instanzen sowie die unrechtmäßige Verwendung aufgrund von unklaren Informationen darüber, wer welche Lizenz wann verwendet. Nicht zuletzt eröffnet das Cloud-basierte Lizenzierungsmodell neue Upselling- und Cross-Selling-Möglichkeiten für klassische Rechenzentrumsanwendungen, aber auch für mobile Szenarien mit Tablets und Smartphones, während der Support entlastet werden kann.

Adaption aus dem B2C-Umfeld

Wie schlussendlich der Durchbruch für Cloud-basierte Lizenzierungsmodelle auch im Zusammenhang mit klassischen Distributionen gelingen könnte, zeigen Tendenzen aus dem B2C-Umfeld. Dort haben sich spätestens seit dem Trend zum mobile Computing Bezahlmodelle wie Pay per use, Pay on demand und diverse Postpaid-Szenarien durchgesetzt, die auch für das B2B-Segment adaptiert werden können. Voraussetzung für die flächendeckende Verwendung ist nach Ansicht von Scherabon jedoch, dass technische Möglichkeiten geschaffen werden, die ein komfortables Arbeiten auch ohne Internet-Verbindung ermöglichen.

„Je nach Abrechnungszeitraum oder Nutzungsverhalten muss es die Cloud-basierte Lizenzierung erlauben, offline zu arbeiten und Nutzungsdaten zu cachen, bevor sie mit dem Lizenzierungsserver synchronisiert werden, sobald die Internetverbindung wieder aktiv ist.“ Wichtig sei in diesem Zusammenhang nicht zuletzt der Sicherheitsgedanke, vor allem in Zeiten der Skepsis in Europa aufgrund aktueller Vorkommnisse in Sachen Datenschutz. „Um diese Sorgen aus der Welt zu schaffen, sollten Cloud-basierte Lizenzierungsplattformen entsprechende Informationen anonym verwalten und Usage-Daten verschlüsselt übertragen werden. Die Möglichkeit einer direkten Zuordnung von Anwendern durch Außenstehende sollte vermieden werden.“ Ebenso müsse jeder Kunde ein eigene Sandbox mit einem dedizierten Zugang erhalten und Zugriffe auf den Lizenzierungsserver per Zertifikat und HTTPS-Protokoll geschützt werden.

Rosige Aussichten

Fakten, die mittlerweile auch bei Analysten auf offene Ohren stoßen. Amy Konary, Research VP, Software Lizencing und Provisioning beim Marktforscher International Data Corp (IDC), jedenfalls attestiert Cloud-basierten Lizenzierungsmodellen eine rosige Zukunft: „Die Software-Branche setzt immer mehr auf die Cloud. Das beeinflusst nicht nur, wie Applikationen geliefert werden, sondern auch die Vorstellung und Erwartungshaltung von Unternehmen und Konsumenten, wie Software verpackt, kontrolliert und gepflegt wird.“

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