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Experton-Group: Offen ist nicht offen und schon gar nicht stringent Linux — Jetzt schwenkt sogar Apple auf Open Source Kurs um

Autor / Redakteur: Luis Praxmarer / Ulrike Ostler

Jim Zemlin, Executive Director der Linux Foundation, eröffnet als Keynote-Sprecher die erste „Cloud Open“ in San Diego und macht klar: Alles wird zum Service. Und diese Services rücken im Unternehmensumfeld mehr und mehr in den Vordergrund und bauen auf Open Source auf. Ein Kommentar.

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Open-Source - die offene Tür zur Cloud
Open-Source - die offene Tür zur Cloud
(Bild: Mopic/Fotolia.com)

Laut Zemlin hat eine Reihe von Firmen, darunter Google, IBM, Intel, Microsoft, VMware und Apple, inzwischen Open-Source-Investitionen getätigt. Apple hat vor kurzem das Copyright für das Common Unix Printing System (CUPS) erworben, was inzwischen auf jedem Linux- und Apple-System installiert ist. VMware hat sich für die Mitgliedschaft in der OpenStack Community beworben.

Die Zukunft der IT liegt in der Software, und zwar durch innovative Entwickler von quelloffenen Cloud-Umgebungen, soweit scheinen die Bekennenden d‘ accord. In Wirklichkeit aber hat in diesem Zusammenhang „offen“ für unterschiedliche Leute auch unterschiedliche Bedeutungen.

Denn der Betrieb mehrerer Clouds ist keine einfache Angelegenheit. Und es geht hier nicht nur um den Code, sondern auch um die Systeme. Die Open-Source-Bewegung steht hier vor der Herausforderung, wie sie dazu beitragen kann, aus Stückwerk eine wirklich föderierte Cloud zu machen.

Wenn und aber von Open Source

Viele sind vom Open-Source-Gedanken nicht unbedingt begeistert, oft aus Kontroll- und Konsistenzgründen. Open-Source-Umgebungen sind von Natur aus unkontrolliert. Bugs werden bei Entdeckung zwar behoben, aber der Unterschied zwischen geschlossener oder proprietärer Software und Open Source besteht darin, wer mit dem Testen, Erkennen und der Fehlerbehebung von Softwareerweiterungen betraut ist.

In der Open-Source-Definition der Open Source Initiative (OSI) ist von Testen nicht die Rede. Es geht mehr darum sicherzustellen, dass Entwicklung und Zugriff „offen“ sind und die Lizenzstruktur bestimmten Richtlinien entspricht.

Gerechterweise muss man sagen, dass es auch Code-Spezifikationen gibt. Aber: Darüber hinaus gibt es eben keinerlei Governance. Früher waren Open-Source-Projekte sogar komplett unstrukturiert. Inzwischen hat sich das geändert und ist von Projekt zu Projekt verschieden.

Quelloffen ist etwas für Nischen - große und kleine

Sicherlich hält Open Source Software verstärkt Einzug, selbst in Bereichen, wo man sie am wenigsten erwarten würde. Doch jedes Unternehmen, das Open-Source-Anwendungen im Einsatz hat, weiß sehr genau um die damit verbundenen Herausforderungen und würde deshalb selbst testen und entsprechende Sorgfalt walten lassen.

Anders ausgedrückt: Nur weil ein Unternehmen wie Apple jetzt auch Open Source Software nutzt, heißt das noch lange nicht, dass Apple den Code einfach so hergenommen und in seine Produkte eingebaut hat.

Hinsichtlich der Entwicklungsressourcen ist es in vielen Fällen sehr viel effizienter, bereits vorhandenen Code abzuändern, anstatt alles komplett neu zu entwickeln. Warum also sollte eine Software-Entwicklungsfirma nicht auch gelegentlich auf Open Source Software zurückgreifen?

Der Rat an IT-Verantwortliche

IT-Verantwortlichen sollte das keine großen Kopfschmerzen bereiten. Sie sollten sich allerdings sehr fragen, ob der Open Source Code einfach so übernommen wurde und ohne entsprechende interne Tests im erforderlichen Umfang zur Unterstützung geschäftskritischer Prozesse im Unternehmen eingesetzt wird. Auch Upgrades und neuere Versionen von Open Source Code müssen zwecks Risikominderung gründlich getestet werden, um herauszufinden, wie sich der neue Code unter Risiko- und Performance-Gesichtspunkten auswirkt.

Der Autor:

Luis Praxmarer kann auf 30 Jahre Erfahrung im internationalen IT Umfeld zurückblicken. Vor seinem Eintritt bei der Experton Group hat Luis Praxmarer im Jahre 1994 die Meta Group Deutschland GmbH gegründet, war Eigentümer und dann Vorstandsvorsitzender der Marktforschungs- und Beratungsfirma sowie ihr EMEA-Chef.
Luis Praxmarer kann auf 30 Jahre Erfahrung im internationalen IT Umfeld zurückblicken. Vor seinem Eintritt bei der Experton Group hat Luis Praxmarer im Jahre 1994 die Meta Group Deutschland GmbH gegründet, war Eigentümer und dann Vorstandsvorsitzender der Marktforschungs- und Beratungsfirma sowie ihr EMEA-Chef.
(Bild: Experton)
Luis Praxmarer ist Chief Executive Officer (CEO) der Experton Group LLC in USA, der Experton Group FZ-LLC in Dubai, Mitgründer und Global Research Director der Experton Group.

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