Digitale Transformation eines Industriedienstleisters Leadec setzt auf „Cloud First“

Autor / Redakteur: Kevin Wildenau* / Elke Witmer-Goßner

Der globale Industriedienstleister Leadec steckt mitten im digitalen Wandel. Er modifiziert weltweit Geschäftsprozesse und verlagert Applikationen und Infrastruktur-Systeme konsequent in die Cloud, um sich fit für die Zukunft zu machen.

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Leadec baut seine IT-Infrastruktur mit Hilfe des IT-Dienstleister Spirit/21 derzeit konsequent auf cloud-basierte Services um.
Leadec baut seine IT-Infrastruktur mit Hilfe des IT-Dienstleister Spirit/21 derzeit konsequent auf cloud-basierte Services um.
(Bild: Leadec/Dawin Meckel/OSTKREUZ)

Der Anbieter technischer Dienstleistungen für die Automotive- und Manufacturing-Industrie mit Hauptsitz in Stuttgart hat mit Unterstützung des IT-Dienstleisters Spirit/21 die erste Phase des IT-Umbaus noch vor Beginn der Corona-Pandemie erfolgreich abgeschlossen: Innerhalb von sechs Monaten gelang es, alle zentral verwalteten Server-Systeme transparent und ohne „Impacts“ in die AWS Cloud zu migrieren und in die Managed Services-Verantwortung des Böblinger IT-Unternehmens zu übergeben.

„Cloud First“ zählt für viele Unternehmen längst nicht mehr zu den großen Unbekannten. Bei IT-Projekten wird oft zunächst die Realisierbarkeit einer Cloud-Lösung geprüft, bevor andere Alternativen in Betracht gezogen werden. Doch nur wenige Mutige setzen die Strategie auch tatsächlich um. Denn mit einer über die Jahre gewachsenen IT vollständig in die Cloud zu gehen, ist nach wie vor ein großer Schritt und stößt bei den beteiligten Funktionen nicht immer nur auf Begeisterung. Leadec hat den Sprung gewagt und setzt beim Umbau seiner IT-Organisation konsequent auf „Cloud First“.

Abschied von der On-Premises-Welt

„Man muss das gesamte Bild betrachten, um zu verstehen, warum wir dieses Thema bei Leadec so radikal angehen“, erklärt Domenico Manzo, Leiter Global IT Operations & Services. Als die Dienstleistungssparte Voith Industrial Services 2016 aus der Voith Gruppe herausgelöst unter dem Namen Leadec selbständig wurde, stand das neue Unternehmen erstmal ohne zentrale Infrastruktur da. Denn diese lag nach wie vor bei der Voith Group und wurde dort verwaltet. „Die Applikationen wurden zwar in den lokalen Einheiten gemanagt, aber infrastrukturell gab es bei Leadec nichts. Es gab weder eine Abteilung noch Mitarbeiter. Die Infrastruktur-Organisation war schlichtweg nicht vorhanden“, schildert Manzo die Situation als er im Juni 2017 bei Leadec einstieg.

Schnell war klar, dass der neue Infrastruktur-Chef die Verantwortung für die Trennung der zentralen IT vom ehemaligen Mutterkonzern übernehmen würde und damit auch die Aufgabe, diese neben dem Ausgliederungsprozess neu aufzubauen. Drei Ziele standen für ihn von Anfang an fest: Der Aufbau musste schnell gehen, kostengünstig sein und der Betrieb für die weltweit 20.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ohne Unterbrechung weiterlaufen. Außerdem sollten innerhalb der neuen Struktur IT-Prozesse hochgradig automatisiert und Skalierungen ebenso wie Modernisierungen einfach und schnell umgesetzt werden können. Und die Systeme, die weltweit an 240 Standorten genutzt werden, sollten sehr flexibel und von einer überschaubaren Anzahl an IT-Experten zentral gesteuert werden können. Deshalb kam für das IT-Management nur der Weg in die Cloud infrage.

Ohne „Impact“ in die Cloud

Der IT-Umbau läuft bei Leadec auf Hochtouren. An mehreren „Streams“ wird parallel gearbeitet. 5.000 Rechner wurden zu Beginn des Projektes auf Windows 10 umgestellt, die Microsoft Office Suite mit Exchange und Teams auf Office 365 verlegt und alle zentralen Applikationen aus der On-Premises-Welt in die Cloud gebracht. Um möglichst flexibel und unabhängig von den eigenen IT-Ressourcen agieren zu können, arbeitet Leadec bei vielen Projekten mit Partnern zusammen. Ein wichtiger ist die Spirit/21 GmbH.

Der Böblinger IT-Dienstleister ist seit Anfang 2019 mit an Bord. Mit Unterstützung seines Cloud-Migrations- und Service-Delivery-Teams gelang es, alle Windows und Linux Server-Systeme, die bis dato im Voith-Rechenzentrum beheimatet waren, innerhalb von sechs Monaten in das Cloud Data Center von Leadec umzuziehen. Dabei ging es um zentrale Systeme wie Active Directory, Citrix, Microsoft Office sowie Data Ware House-, Back Office- und HR-Anwendungen, die hauptsächlich im „Lift-and-Shift“-Verfahren und über „Rebuild“-Migration in die Amazon Web Services (AWS) Cloud verschoben wurden.

Spirit/21 Cloud Launch Platform als Basis

Die größte Herausforderung lag für den IT-Dienstleister darin, in der Kürze der Zeit die Cloud Launch Platform kundenspezifisch aufzubauen, diese zu testen und zu implementieren sowie sämtliche Migrationen während des laufenden Betriebs durchzuführen. „Spirit/21 hat uns bei der Konzeption und Umsetzung sehr stark und sehr gut unterstützt“, bestätigt Domenico Manzo. „Obwohl die Spirit-Kollegen sehr unter Druck standen, haben sie es geschafft, die Migration ohne Ausfälle innerhalb des extrem sportlichen Zeitplans mit uns gemeinsam umzusetzen. Das war eine großartige Teamleistung. Die flexible und kollegiale Zusammenarbeit hat uns sehr dabei geholfen.“

Um einzelne Arbeitsschritte und damit den Migrationsprozess insgesamt zu beschleunigen, nutzte Spirit/21 die AWS Standardsoftware CloudEndure und die Automatisierungswerkzeuge RedHat Ansible und CloudForms, die speziell auf den Einsatz bei Leadec zugeschnitten wurden. Dadurch konnten viele Prozesse während der Migration automatisiert werden. Dazu gehörten der Rollout von Servern, die Anpassung von Systemparametern oder die Deinstallation von Altsoftware. Aber auch Themen, die für den Betrieb von Bedeutung sind - Server Monitoring, Patch Management, Backup und Security – wurden über Automationsroutinen bereits beim Set-Up berücksichtigt.

Mit Automatisierung schneller ans Ziel

Für Automatisierungs-Evangelist Manzo war von Anfang an klar, dass dieses Projekt nur mit einem Partner umgesetzt werden konnte, der mit den Themen Automation und Konfigurationsmanagement bestens vertraut ist. „Dass Spirit/21 hier konsequent mit Open-Source Software arbeitet, war einer der Gründe, warum wir uns für diesen Dienstleister entschieden haben.“ Mit offener Software könne Leadec sehr flexibel agieren. Außerdem sei die Nutzung durch den Wegfall hoher Lizenzgebühren auch aus Kostengründen attraktiv, fasst der Infrastruktur-Chef die Vorteile zusammen.

Diese Punkte hatten nur wenige Dienstleister bei der Ausschreibung adressiert. So kam Spirit/21 zum Zug und wurde schließlich aufgrund der besseren Konditionen im Vergleich zu anderen Anbietern Anfang 2019 als Migrations- und Managed Services-Partner an Bord genommen.

Moderne IT – Basis für den digitalen Wandel

Mit dem Abschluss des physischen Carve-Outs, also des Ausgliederungsprozesses, hat Leadec eine weitere große Etappe seines IT-Umbaus erreicht. Und plangemäß zeigen sich die ersten positiven Effekte: Die zentrale IT kann heute mit Hilfe verschiedenster Automationsroutinen erheblich schneller agieren. So können einzelne Systeme über einige wenige Klicks und innerhalb von Minuten ausgeliefert werden.

Damit hat sich für Leadec der Umstieg in die Cloud schon nach wenigen Wochen gelohnt. Die eingeschlagene Richtung ist klar. Leadec ist davon überzeugt, dass der digitale Wandel nur mit Hilfe modernster IT-Lösungen zu schaffen ist, die mittelfristig für alle Stakeholder Vorteile bieten – für den einzelnen Mitarbeiter, für Leadec als Unternehmen und insbesondere für seine Kunden.

„Wir bauen gerade das Fundament für die künftige Struktur unseres Unternehmens. Nur über den Weg in die Cloud können wir uns weiterentwickeln, schneller und besser werden und unseren Kunden die Services bieten, die sie künftig von uns erwarten“, davon ist der Leiter der globalen IT überzeugt. „Neue Dienste, die auf der Cloud aufbauen und innovative Services in den Bereichen IoT, künstliche Intelligenz und Big Data ermöglichen, werden uns helfen, als Industriedienstleiter weiterhin die Nummer 1 zu bleiben.“

Kevin Wildenau, Spirit/21 GmbH.
Kevin Wildenau, Spirit/21 GmbH.
(Bild: Spirit/21)

* Der Autor Kevin Wildenau ist Key Account Manager bei Spirit/21.

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