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Livescribe kündigt Sky wifi smartpen und SDK an Kuli spricht per WLAN mit Evernote

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Florian Karlstetter

WLAN-Anbindung und eine intensivierte Partnerschaft mit Evernote sollen die Smartpen von Livescribe zum mobilen Cloud-Kugelschreiber machen. Angekündigt sind das Modell Sky wifi sowie ein SDK für App-Entwickler.

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Drahtlos gelangen Notizen künftig direkt vom Papier aufs Tablet.
Drahtlos gelangen Notizen künftig direkt vom Papier aufs Tablet.
(Bild: Livescribe)

Die elektronischen Kugelschreiber von Livescribe wandeln auf speziellem Punktepapier geschriebene Notizen in digitale Daten um und zeichnen gleichzeitig Audiodaten auf. Um die so genannten "Pencasts" aus dem Flashspeicher des Stifts zu bekommen, mussten Anwender ihr Gerät bislang per USB-Kabel mit einem Rechner verbinden. Dieser Arbeitsschritt fällt nun weg: Der Livescribe Sky wifi smartpen überträgt seine Daten direkt per WLAN an einen Access Point.

Mehr noch: Die Aufzeichnungen sollen fortan direkt in der Cloud gespeichert werden, nämlich auf dem Evernote-Konto des Anwenders – der Sky wifi smartpen funktioniert sowohl mit kostenfreien Accounts als auch mit Premium-Zugängen. Sky-Nutzer sollen ein zusätzliches Upload-Volumen von 500 MByte monatlich erhalten.

Die Pencasts können nicht nur online durchsucht, sondern auch mit einem Web-basierten Player wiedergegeben werden. Der vereinfachte Workflow soll besonders Nutzern mobiler Endgeräte entgegen kommen. Die können ihre Aufzeichnungen künftig direkt per Tablet begutachten.

Brett Halle, Senior Vice President Engineering bei Livescribe, kommentiert: "Der Sky wifi smartpen wurde als Schnittstelle zu Smartphones und Tablets entwickelt. Unser Mobile SDK unterstützt Entwickler bei der Kreation von Anwendungen, die einen Stylus oder Finger zur Eingabe benötigen". Als Pre-Release 0.9 soll das genannte SDK ab Dezember eingeschränkt verfügbar sein. Die offizielle Version 1.0 für iOS werde im ersten Quartal 2013 folgen; Android-Entwickler müssen noch bis zum zweiten Quartal warten.

Die jetzt vorgestellte Lösung soll im ersten Quartal 2013 auf den Markt kommen. Als Einstiegspreis nennt Livescribe 190 Euro für das WLAN-taugliche Smartpen-Modell mit zwei GByte Speicher – das reiche bereits für bis zu 200 Stunden Audio. Das Topmodell mit acht GByte Speicher gibt es für 250 Euro im "Propack"; im Preis enthalten ist dann auch eine zwölfmonatige Premium-Lizenz für Evernote.

Angetestet

CloudComputing-Insider hatte bereits Gelegenheit, den Sky wifi smartpen zu testen. Hierfür haben wir einmalig unsere Livescribe- und Evernote-Accounts per Webinterface miteinander verbunden. Während des Procederes musste übrigens auch die eindeutige PenID des Stiftes angeben werden. Die eigentliche Einwahl in ein lokales WLAN gelang mit den Bordmitteln des Kugelschreibers sowie einer mitgelieferten und auf Punktepapier aufgedruckten Tastatur.

Anschließend übertrug der Kugelschreiber die geschriebenen Daten tatsächlich direkt und WPA2-verschlüsselt per WLAN-Router in die Cloud. Statt der in den Werbevideos suggerierten Echtzeit-Transfers erlebten wir hierbei jedoch Wartezeiten von einigen Minuten, bis die Daten im automatisch für den Smartpen angelegten Evernote-Ordner auftauchten. Grund hierfür sind nicht zuletzt mehrere Synchronisierungsvorgänge: Zunächst musste der Smartpen seine Daten übertragen; schließlich warteten wir noch, bis sich unser Evernote-Client auf einem Android-Tablet synchronisierte.

Dennoch sind die WLAN-Transfers deutlich komfortabler als die bisher angebotene Datenübertragung über einen klassischen Rechner und die Software Livescribe Connect. Das auf unserem Testrechner bereits installierte Programm erkannte den Sky wifi smartpen allerdings auch nicht mehr.

Das bedeutet offenbar: Nutzer des neuen Smartpens müssen ihre Dokumente nun zwingend in der Cloud verwalten. Fraglich, inwieweit die speziell für WLAN-Griffel angebotene, rudimentäre Software "Livescribe Helper" daran etwas ändert. Mit dem aktuellen Release des Tools können Anwender lediglich Firmware-Updates aufspielen. Eine voraussichtlich ab Ende November verfügbare Programmversion soll schließlich einen Workaround für "schwierige Wifi-Umgebungen" liefern und Daten zumindest per USB entgegennehmen.

Besonderes Augenmerk verdient überdies das dem Sky wifi smartpen beigelegte Punktepapier. Das ist offenbar mit älteren Smartpens inkompatibel – ein von uns genutztes Pulse-Modell forderte trotz aktueller Firmware ein Software-Update. Zudem gewährt Livescribe mit dem Papier bereits einen Ausblick auf weitere Wifi-Funktionen. So existieren bereits Buttons für ein Wifi-Share per Google Drive, Facebook oder Dropbox. Laut Smartpen-Display sind diese Upload-Funktionen "bald verfügbar".

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