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Tipps von Rackspace Komplexe Anwendungen richtig in die Cloud migrieren

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Stephan Augsten

Im Zuge seiner Professional Services hat Rackspace umfangreiche Erfahrung mit der Migration von Anwendungen in die Cloud. Das Unternehmen gibt einige Tipps, welche Fallstricke bei derartigen Projekten zu erwarten sind.

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Cloud-Spezialist Rackspace gibt Tipps zu den Fallstricken der Anwendungsmigration.
Cloud-Spezialist Rackspace gibt Tipps zu den Fallstricken der Anwendungsmigration.
(Bild: Rackspace)

Der Betrieb von CRM-, ERP- oder anderen Systemen in der Cloud ist heutzutage keine Seltenheit mehr. Um die Vorteile der Cloud-Architektur nutzen zu können, müssen bestehende Anwendungen aber zunächst migriert werden. Rackspace betont, dass ein derartiges Vorhaben erst dann erfolgreich ist, wenn die Anwendung so wie in ihrer ursprünglichen Umgebung funktioniert – und die gewünschte Leistungssteigerung erzielt.

Tücken des Systemabbilds

Viele Unternehmen setzen bei der Migration in die Cloud zunächst auf Image-basierte Verfahren, auch bekannt als V2V- („Virtual to Virtual“) oder V2C-Methode („Virtual to Cloud“). Anwendungen werden dabei durch Kopieren ihrer zugrundeliegenden virtuellen Maschinen migriert. Rackspace warnt, dass dieser einfach erscheinende Weg den Blick auf besser geeignete Optionen verstellen könnte. Zudem kommt häufig eine Massenmigration aller Anwendungen zum Einsatz. Laut Rackspace wird dies den individuellen Gesetzmäßigkeiten einzelner Applikationen nicht gerecht und erhöht somit die Fehleranfälligkeit des Projekts.

Konkret sieht das Unternehmen folgende Risiken bei Image-basierten Migrationsprojekten:

Verringerte Transformationsfähigkeit: Es gibt keine Möglichkeit, die Anwendung entsprechend der neuen Umgebung zu optimieren und zu transformieren. Es entsteht nur ein Abbild der zugrunde liegenden virtuellen Maschine – Veränderungen sind daher nicht möglich.

Erhöhtes Risiko: Greenfield-Ansätze oder komplett neu aufgesetzte Migrationsstrategien weisen ein geringeres Risiko als Image-basierte Migrationen auf. Bei einer neuen Infrastruktur können die Applikationen zunächst in einer komplett isolierten Umgebung unabhängig von der ursprünglichen Anwendung getestet werden. Dies reduziert das Risiko bei der eigentlichen Migration erheblich.

Höherer Zeitaufwand und steigende Kosten: Tools für Image-basierte Migrationen schaffen wirklich nur Systemabbilder. Anwendungsanalyse und -planung ersetzen sie nicht. Unternehmen sollten daher auch die Zeit für Installation und Konfiguration der Tools sowie die damit verbundenen Lizenzkosten einkalkulieren. Oft fallen zusätzlich Post-Deployment-Arbeiten an, die der Anbieter in der Regel nicht unterstützt.

Anwendung im Mittelpunkt

Wichtig sei deshalb eine strukturierte Herangehensweise, bei der die Anwendungen selbst im Mittelpunkt sehen. Eine genaue Analyse der Applikationen sollte daher am Beginn jeder Migration stehen. Das so entstehende detaillierte Bild der einzelnen Anwendungen sorgt dafür, dass jedes Programm entsprechend seiner Anforderungen in die Cloud wandert.

Als Beispiel nennt Rackspace die Migration eines Abrechnungssystems: Dabei müssen neben der Anwendung auch viele kritische Daten den Umzug hinter sich bringen, während gleichzeitig keine großen Ausfallzeiten entstehen dürfen. Rackspace empfiehlt hier einen Greenfield-Approach, der die Bereitstellung neuer Server und die Neuinstallation von Anwendung und übertragenen Daten bei minimaler Downtime ermöglicht.

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