Neue Studie von Capgemini Kollaborative Firmen sind erfolgreicher

Autor / Redakteur: Dr. Dietmar Müller / Elke Witmer-Goßner

Unternehmen können im Rahmen einer Cloud, in der sie Daten teilen, austauschen und zusammenarbeiten, massive finanzielle Zugewinne erzielen. Das geht aus einer neuen Studie von Capgemini hervor.

Unternehmen, die sich an besonders kollaborativen, komplexen Daten-Ökosystemen beteiligen, können finanzielle Vorteile erzielen.
Unternehmen, die sich an besonders kollaborativen, komplexen Daten-Ökosystemen beteiligen, können finanzielle Vorteile erzielen.
(Bild: gemeinfrei, geralt / Pixabay)

In seiner Studie „Data sharing masters: How smart organizations use date ecosystems to gain an unbeatable competitive edge“ legt das Capgemini Research Institute dar, wie Unternehmen, die sich an besonders kollaborativen, komplexen Daten-Ökosystemen beteiligen, finanzielle Vorteile erzielen können. Das Beratungshaus mahnen aber auch: 61 Prozent der Unternehmen setzten aktuell in erster Linie auf Daten-Ökosysteme mit einfachem Datenaustausch und einem geringen Maß an Zusammenarbeit. Nur 39 Prozent der Unternehmen verwandelten datenbasierte Erkenntnisse in einen tragfähigen Wettbewerbsvorteil.

„Daten sind die zentralen Ausgangspunkte von Innovation und Eintrittskarten in die Netzwerkökonomie. Organisationen, die externe Daten erwerben beziehungsweise ihre Datenbasis durch Kooperation erweitern, erzielen bereits heute messbare Wettbewerbsvorteile“, so Dr. Sebastian Olbrich, Bereichsleiter Insight Driven Business Innovation bei Capgemini Invent.

Gründe für eine Collaboration-Cloud

Als wichtigste Gründe für die Teilnahme an Daten-Ökosystemen nennen in der Studie 54 Prozent der Unternehmen ein steigendes Interesse an der Monetarisierung von Daten. Denn Daten-Ökosysteme haben in einigen Unternehmensbereichen einen beträchtlichen Einfluss entfaltet: Sie haben die Kundenzufriedenheit um 15 Prozent verbessert, zu einer Steigerung der betrieblichen Produktivität bzw. Effizienz um 14 Prozent geführt und die Kosten um elf Prozent im Vergleich zum Vorjahr gesenkt. Insofern sehen die meisten Unternehmen Daten-Ökosysteme positiv und erwarten, dass sie in den nächsten drei Jahren die gleichen Effekte erzielen werden.

Organisationen planen intensiveren Datenaustauschs

Angeregt durch die Realisierung des wirtschaftlichen Mehrwerts wird jedes vierte Unternehmen laut Studie in den nächsten zwei bis drei Jahren mehr als 50 Millionen US-Dollar in Daten-Ökosysteme investieren; 76 Prozent beabsichtigen mehr als zehn Millionen US-Dollar zu investieren. Im Durchschnitt wird die Investitionssumme bei 40 Millionen US-Dollar pro Organisation liegen.

Die Investitionen variieren jedoch stark zwischen den einzelnen Branchen und Ländern: 55 Prozent der Telekommunikationsunternehmen werden mehr als 50 Millionen US-Dollar investieren, im Bankensektor sind es 43 Prozent. Das Gesundheitswesen und die Öffentliche Hand hingegen liegen mit 18 Prozent beziehungsweise sieben Prozent an Institutionen, die mehr als 50 Millionen US-Dollar investieren, zurück.

Fast die Hälfte der befragten Organisationen weltweit (48 Prozent) – in Deutschland fast zwei Drittel (64 Prozent) – möchten sich an neuen Ökosystemen oder Initiativen beteiligen. 84 Prozent von diesen weltweit beabsichtigen, dies innerhalb der nächsten drei Jahre zu tun. Mehr als jede dritte Organisation (36 Prozent) arbeitet daran, ihre bestehenden Ökosystem-Initiativen auszubauen.

Erst 14 Prozent der Unternehmen haben bereits geliefert

Obwohl der finanzielle Mehrwert unverkennbar ist, haben erst 14 Prozent der Organisationen besonders kollaborative Clouds und komplexe Arten des Datenaustauschs eingeführt. 61 Prozent der Unternehmen arbeiten weiterhin in traditionellen Ökosystemen mit geringem Potenzial, die vergleichsweise wenig Zusammenarbeit und nur einfache Arten der gemeinsamen Datennutzung ermöglichen.

Methodik

Die Studienergebnisse basieren auf einer Primärbefragung von 750 Führungskräften (Direktorenebene und höher) aus Unternehmen in den USA, Europa und APAC, die derzeit im Bereich externer Datenaustausch aktiv sind und weltweit einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Dollar verzeichnen. Die Befragung fand im April/Mai 2021 statt. Darüber hinaus führte Capgemini Tiefeninterviews mit 30 Führungskräften und Wissenschaftlern. Die Studie baut auf der Capgemini-Studie „The data powered enterprise“ aus dem Jahr 2020 auf, die den Umgang mit Daten in Bezug auf die Unternehmenskultur untersucht hat.

(ID:47515341)

Über den Autor

Dr. Dietmar Müller

Dr. Dietmar Müller

Journalist