Europäische Technologieunternehmen gründen C4DM Koalition für faire, offene und wettbewerbsfähige digitale Märkte

Autor / Redakteur: Martin Hensel / Elke Witmer-Goßner

23 europäische Technologieunternehmen und ein Verband aus mehr als 45.000 kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU) haben sich zur Coalition for Competitive Digital Markets (C4DM) zusammengeschlossen.

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Die Initiative C4DM hat sich vor allem offene und wettbewerbsfähige digitale Märkte als Ziel gesetzt.
Die Initiative C4DM hat sich vor allem offene und wettbewerbsfähige digitale Märkte als Ziel gesetzt.
(Bild: Gerd Altmann / Pixabay )

Die Gruppe will sich künftig gemeinsam für faire Regeln auf den digitalen Märkten einsetzen, um ein ausgewogeneres und offeneres Umfeld zu schaffen. Auf diese Weise sollen Unternehmen aller Größen unter gleichen Bedingungen in Wettbewerb treten können. Im Fokus stehen dabei die Themen Interoperabilität, Vorinstallationen und Standardeinstellungen sowie Bundling. Zu den Gründern von C4DM zählen Element, Open-Xchange, Proton und die European DIGITAL SME Alliance.

Erschwerter Marktzugang

Laut den Koalitionsmitgliedern wird das Internet von Services und Produkten einer Reihe von Online-Plattformen dominiert. Als Beispiele werden Apple, Google, Facebook und Amazon genannt. Derartige „Gatekeeper“ steuern C4DM zufolge den Zugang der Verbraucher zu Informationen. Zudem würden sie ihre Position missbrauchen, um europäische Unternehmen mit alternativen Geschäftsmodellen und Services den Marktzugang zu erschweren. Dies gelte etwa für Suchdienste, E-Mail, Social Media, Betriebssysteme und Webbrowser.

„Die europäische Internetindustrie könnte wachsen, wenn sie bessere, quelloffene Alternativen zu den „Walled Gardens“ der marktbeherrschenden Anbieter bietet, damit den Verbrauchern mehr Auswahl lässt sowie Jobs und Chancen schafft“, erklärt Vittoria Bertola, Head of Policy and Innovation von Open-Xchange. Dies erfordere aber die Wiederherstellung eines fairen Wettbewerbs, indem die Interoperabilität durch offene Standards sichergestellt wird.

Mehr Interoperabilität, mehr Freiheit

Konkret hat C4DM mehrere Änderungen im Sinn: Dazu zählt eine Ausweitung der Interoperabilitätsvorschriften auf alle grundlegenden Plattformdienste. Dies würde die Effizienz der KMUs verbessern und zudem den Wettbewerb der europäischen Firmen mit den „Gatekeepern“ vereinfachen. Die Allianz befürwortet außerdem ein ausdrückliches Verbot vorinstallierter Anwendungen und Standardeinstellungen, um dadurch Anwendern die Wahl eigener Dienstanbieter für etwa E-Mail, Suche oder Messaging zu ermöglichen. C4DM fordert zudem eine Ausweitung des Verbots der Bündelung von Services mit Betriebssystemen. Künftig soll dies nach dem Willen des Verbands auch für Hilfsdienste gelten.

C4DM steht mit Abgeordneten des Europäischen Parlaments und Ratsvertretern in Kontakt, um Aufmerksamkeit auf diese Themen zu lenken. Eine entsprechende Abstimmung im Ausschuss für Binnenmarkt und Verbraucherschutz (IMCO) der EU ist für den 8. November geplant, die Annahme des generellen Ansatzes durch den Rat ist für 25. November vorgesehen.

„Wir schließen uns dieser Koalition an, um Aufmerksamkeit auf das unausgewogene Verhältnis zwischen kleineren digitalen Akteuren und den dominierenden digitalen Großunternehmen zu lenken“, verdeutlicht Dr. Oliver Grün, Präsident der European DIGITAL SME Alliance. „Wir sind der Meinung, dass alle Unternehmen nach fairen Regeln spielen sollten“, ergänzt er.

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