Forscher machen Facebook zum Marktplatz für IT-Ressourcen

KIT will noch 2014 Social Cloud starten

| Autor / Redakteur: Dirk Srocke / Dirk Srocke

Mit der Social Cloud erforschen die Wissenschaftler technische, ökonomische und soziologische Aspekte.
Mit der Social Cloud erforschen die Wissenschaftler technische, ökonomische und soziologische Aspekte. (Bild: Facebook/Srocke)

Nutzer sozialer Netze sollen künftig die Rechenleistung ihrer Computer mit Freunden teilen. Noch 2014 will das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) eine entsprechenden Anwendung testen und Marktmechanismen untersuchen.

Das KIT will die Idee des Cloud Computing auf Soziale Netzwerke übertragen. Geht das Konzept der "Social Cloud" auf, teilen Facebook-Nutzer dann nicht nur Status, Cat Content und Gewinnspiele, sondern auch Rechenleistung und Speicherplatz ihrer PCs und Laptops. Einzelne Anwender sollen die Ressourcen dann für spontan anfallende, anspruchsvolle Aufgaben nutzen, darunter Videobearbeitung, Simulationen oder Backups.

Als "Social Cloud" definieren die Forscher eine "Plattform zur gemeinsamen Nutzung von Ressourcen und Dienstleistungen auf der Basis bestehender Beziehungen zwischen Nutzern sozialer Netzwerke". Die Freundesliste wird dabei zu einer Art Marktplatz, auf dem Leistungen kostenfrei angeboten oder angenommen werden können. Jeder Nutzer behalte dabei die Autorität über eigene Systeme und könne die Verbindung zu Abnehmern der Ressourcen jederzeit unterbrechen. Für Sicherheit sollen zudem Verschlüsselungstechnologien srogen; des Weiteren verweist das KIT auf Verfahren, die Programme unbekannter Anbieter oder Webseiten prüfen und notfalls sperren.

Noch in diesem Jahr ist ein Testlauf für die Social Cloud geplant. Dann sollen ausgewählte Teilnehmerinnen und Teilnehmer eine entsprechende Applikation für Facebook ausprobieren.

Aus ökonomischer Sicht interessiert die Wissenschaftler, welche Marktmechanismen die verfügbaren Ressourcen möglichst effizient verteilen. Der Fokus liege dabei auf präferenzbasierten Mechanismen, die bei der Zuteilung berücksichtigen, mit wem die Nutzer teilen möchten – also beispielsweise mit Freunden, zu denen das beste Vertrauensverhältnis besteht. Die Soziologen überprüfen die sozialen und kognitiven Prozesse, welche den Austausch von Ressourcen unter Mitgliedern eines sozialen Netzwerkes stärken. Dr. Simon Caton vom Karlsruhe Service Research Institute (KSRI) am KIT, erläutert: "Wir beobachten, dass Vertrauensnetzwerke, in denen Ressourcen geteilt werden, in vielen Fällen nicht identisch mit den jeweiligen Freundesnetzwerken sind".

Bereits im Vorfeld hatten sich die Forscher mit den zentralen Themen Vertrauen und Datensicherheit beschäftigt. Dabei wurden technische, ökonomische und soziologische Aspekte betrachtet.

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