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Handy-Abhöraffäre Kanzlerin hatte bei Gerätewahl kein glückliches Händchen

| Autor / Redakteur: Peter Koller, ELEKTRONIKPRAXIS / Florian Karlstetter

Das mutmaßliche Abhören von Angela Merkels Handy geht offenbar nicht auf eine technische Schwachstelle zurück, sondern auf eine unglückliche Gerätewahl der Kanzlerin.

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Bei der SecuSmart-Lösung sorgt ein Kryptochip für eine starke Verschlüsselung der Kommunikation
Bei der SecuSmart-Lösung sorgt ein Kryptochip für eine starke Verschlüsselung der Kommunikation
(Gerrit Meier)

Kanzlerin Merkel hat angedeutet, dass sie für ihre Mobilkommunikation ein Handy benutzt, das nicht abhörsicher ist. Sie habe immer darauf geachtet, Parteikommunikation und Regierungskommunikation zu trennen, sagte Merkel am Freitagmorgen beim EU-Gipfel in Brüssel. "Deshalb benutze ich ein Handy, das auf das Konto der Partei läuft, damit ja nie der Eindruck entsteht, ich würde Regierungsgelder für Parteikommunikation verwenden." Für alle staatspolitisch relevanten Kommunikationen gebe es "Festnetzleitungen, Kryptoleitungen, und wenn man nicht am Ort ist, auch Kryptohandys."

„Wie es scheint, wurde der Bundeskanzlerin zum Verhängnis, dass sie – wie viele Persönlichkeiten in Führungspositionen – mehrere Handys für die Kommunikation mit unterschiedlichen Partnern nutzen muss", sagte Dr. Hans-Christoph Quelle, Geschäftsführer der Secusmart GmbH. Die Hochsicherheitslösung von Secusmart für die sichere Kommunikation innerhalb der Regierung sei von der Abhöraffäre nicht betroffen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hatte nach Evaluierung und mehrmonatigem erfolgreichen Testbetrieb der Secusmart Lösung SecuSUITE for BlackBerry 10 für die Geheimhaltungsstufe VS-NfD (Verschlusssache – Nur für den Dienstgebrauch) Sprach- und Datensicherheit bestätigt.

Die Verschlüsselungstechnik der Secusmart GmbH wurde gemeinsam mit den Sicherheitsexperten vom BSI entwickelt und ihre Sicherheit ist offen nachvollziehbar. Sie beruht auf der Secusmart Security Card, eine Micro SD Karte mit integriertem SmartCard Chip. Dieser Miniatur Kryptoprozessor sorgt im Handy für die Verschlüsselung von Sprache und Daten sowie die Authentifizierung der Gesprächsteilnehmer. Die darin verwendete AES Verschlüsselung mit 128-Bit ermöglicht 340 Sextillionen verschiedene Schlüssel - also die Zahl 340 gefolgt von 36 Nullen. „Selbst mit Spezial-Rechnern bräuchte man nach heutigem Stand der Technik theoretisch 149 Billionen Jahre, um diesen Code zu knacken. Das ist etwa 10.000 Mal länger als das Universum alt ist. Da ist auch die USA noch eine Weile beschäftigt“, stellt Quelle fest.

Das von Merkel verwendete und offenbar von der NSA abgehörte Handy ist dagegen dem Vernehmen nach ein Nokia 6210 Navigator. Laut einem Bericht des Nachrichtenportals Süddeutsche.de war es vom BSI als nicht als abhörsicher eingestuft.

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